Mittwoch, 16. Januar 2013

Rezension reloaded: Madeleine

Weil sie grad frisch aus der Druckerei gekommen ist, die Madeleine, gibt's ein Update meiner Rezension vom Vorjahr. Da hab ich das Buch vom Lieblingsdichter als ebook gelesen und als Unterstützerin im "Club der 99" für die Veröffentlichung auf Papier gesorgt.


MADELEINE
Anatomie einer Tragödie am Vorabend der Französischen Revolution - Band III - Morris - 1789

Historischer Roman
Autor: Richard K. Breuer
erschienen 2011 als E-Book (zB. Kindle-Edition) für € 4,99 erhältlich
erschienen 2012 auf Papier - sehr hübsch gemacht wie alle Breuer-Bücher, bestellbar direkt beim Autor (oder in der Buchhandlung vor Ort), ab € 15,90


Klappentext:
März 1789. Zwei mächtige polnische Fürsten wollen Aleksander Mickiewicz und die beiden Töchter der Opalinski, Madeleine und Ludomila, tot sehen. Um ihr Ziel zu erreichen, werden ein brutaler Söldnertrupp und ein venezianisches Meuchelmörder-Pärchen ins französische Elsaß gesandt, wo sich die Gesuchten aufhalten sollen. In der abgelegenen Waldlichtung von Saint-Jean Saverne, nicht weit von Haguenau, kommt es schließlich zum Gefecht. Es wird nicht das letzte sein. Und die Tragödie nimmt ihren Lauf. Eine Tour-de-Force durch das vorrevolutionäre Frankreich von 1789.


Zuallererst:
Es handelt sich hierbei um den dritten Band in Breuers Reihe um die Französische Revolution. Es empfiehlt sich, jedenfalls Band 1 (Tiret) gelesen zu haben, es ist aber nicht zwingend nötig den 2. Band (Brouillé) davor zu lesen. Den kann man auch - wie ich - danach lesen. Lesen sollte man ihn aber ganz unbedingt!

Zum Inhalt:
Dem polnischen Gelehrten Aleksander Mickiewicz ist im ersten Band - Tiret - das Geheimnis um seine wahre Herkunft eröffnet worden, welches ihn nun sein Leben kosten soll, wenn es nach zwei mächtigen polnischen Fürsten und deren Handlangern geht. Zu Beginn des Buches nimmt der Leser an einem Gespräch teil, in dessen Verlauf das Schicksal von Mickiewicz ebenso besiegelt wird wie das der beiden Opalinski-Töchter, von denen er eine liebt.
Die polnischen Fürsten sind sich uneins wie Mickiewicz zu erledigen ist, weshalb gleich mehrere gedungene Mörder auf ihn angesetzt werden. Zum einen ist da der Söldnertrupp um die beiden Kosaken Dassajew und Aljechin, dem auch die beiden brutalen Kerle Ignacy und Piotr angehören, die wiederum noch einen Zusatzauftrag haben. Und zum anderen der italienische Auftragskiller Lorenzo, der, gemeinsam mit der hübschen Stella, buchstäblich über Leichen geht.
Die beiden verwaisten Opalinski-Töchter sind von Polen über Österreich in einer Kutsche nach Frankreich unterwegs, wo Ludomila, die ältere der beiden, erhofft von Mickiewicz geehelicht zu werden. Madeleine, die in Mickiewicz verliebt ist, kann ihrer Schwester dies nicht verzeihen und so bekriegen sich die beiden Frauen während der ganzen Reise, wobei hier sehr subtil die Spitzen gegeneinander ausgeteilt werden. Die ältere - und auffallend hässliche - Ludomila gibt selbstgefällig ihrer Genugtuung darüber Ausdruck, dass die jüngere - und auffallend hübsche - Madeleine, einmal nicht bekommen wird, was sie will, nämlich den Mann, den sie begehrt. Madeleine wiederum beschließt, alles dafür zu tun, dass Mickiewicz am Ende doch sie erwählt.
Während die beiden Schwestern, begleitet vom englischen Major Haddengast und dem österreichischen Arzt Steinitz, sich ihrem Ziel, der kleinen Hafenstadt Penly im Norden Frankreichs, nähern, überschlagen sich die Ereignisse. Die Häscher sind ihnen auf den Fersen und schlachten sich bei der Jagd auf ihre Opfer gegenseitig ab. Am Ende entkommt die Reisegesellschaft, allerdings nur knapp und mit erheblichen Verlusten an Leib und Seele.

Meine Meinung:
Band III der Serie unterscheidet sich enorm von den beiden Vorgängerbänden, denn hier lässt der Autor nichts an Grauslichkeiten aus. Hier werden Pistolen und Säbel eingesetzt, hier wird aufgeknüpft und abgestochen, aufgeschlitzt, vergiftet, gemeuchelt und vergewaltigt. Da werden Gliedmaßen abgetrennt, da fließt Blut und auch sämtliche anderen Körperflüssigkeiten. Das alles wird in einem beinahe filmischen Stil erzählt, distanziert genug, dass man sich nicht ekelt, und in einem Tempo, dass man zuweilen den Atem anhalten muss. Nicht selten fühlt man sich in ein trashiges Splatter-Movie versetzt oder in einen Tarantino-Film.
Den Gegensatz zu den brutalen Szenen bilden einige wenige, beinahe philosophische Überlegungen über die Liebe. Da gibt es zum einen das zu Beginn des Buches eingeführte Liebespaar Bialy und Hebanowy, das, aus ungleichen Verhältnissen stammend, flieht um für immer vereint zu sein. Diesen Wunsch bekommt es auch erfüllt, jedoch nicht so wie erhofft. (An dieser Stelle muss ich leider bekritteln, dass mir das Schicksal der beiden nicht wirklich nahe gegangen ist, da die beiden "kein Gesicht" bekommen haben. Dadurch könnte einem die Tragik dieser kleinen Nebenhandlung beinahe entgehen. Aber wahrscheinlich habe ich als passionierte Romance-Leserin andere Erwartungen an solche Geschichten.)
Weiters gibt es den jungen Galkin, der sich als Diener ausgeben muss und für Madeleine entflammt, die er aus dieser Position jedoch niemals erreichen kann. Er verstrickt sich in Tagträume, die ihm - und Madeleine - letztendlich zum Verhängnis werden.
Und dann gibt es natürlich die beiden ungleichen Schwestern Ludomila und Madeleine, mit ihren sehr gegensätzlichen Ansichten über die Liebe.
Die Stärke des Autors liegt eindeutig in den Dialogen, wobei er hier eine gänzlich andere Tonart anschlägt als im ersten und zweiten Teil der Reihe. Während man in Tiret den anspruchsvollen Gesprächen von Gelehrten folgen durfte und den - zuweilen etwas anstrengenden - Ausführungen von politisch engagierten Zeitgenossen, standen in Brouillé gewitzte Dialoge und die raffinierte Auflösung des Kriminalfalles im Mittelpunkt. Hier in Madeleine kommt vor allem das gemeine Volk zu Wort, dem Breuer eine sehr derbe Sprachfärbung verleiht. Den Gegensatz dazu bildet der Adel, und hier wird vor allem deutlich, welche enormen Standesunterschiede damals geherrscht haben.
Und nicht nur damals, denn Breuer zieht immer wieder sehr subtil Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft. Wenn man seine - manchmal elendslangen und oft schwer verdaulichen - Blogeinträge liest, dann weiß man, dass ihm Gesellschaftskritik, das Aufrütteln und mit dem Finger hinzeigen, ein Anliegen ist. Man kann diesen Aspekt aber auch gerne außer Acht lassen und den Roman einfach nur als das lesen, was er ist, ein Roman. Unterhalten wird man sich damit zweifellos. Und manchmal vielleicht sogar, trotz aller Brutalität, laut auflachen.

Fazit:
Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven! Es ist grausam und blutig und stellt in der Dramatik eine deutliche Steigerung zu den beiden Vorgängerbänden dar. Und: es schürt die Erwartungen für das Finale in Band IV. Empfehlung!






SERIEN-INFO:
Mosaik der Französischen Revolution in mehreren Bänden
Band I: Die Liebesnacht des Dichters Tiret (Hist. Roman, 2008)
wird vom Autor auch als E-Book um € 1,99 verschleudert! für Kindle oder als EPUB/PDF

Band II: Brouillé (Hist. Krimi, 2010)
gibt's auch als E-Book: für Kindle oder als EPUB/PDF

Band III: Madeleine (Hist. Roman, 2011)
als E-Book: für Kindle oder als EPUB/PDF

Band IV: Penly (in Arbeit)


Weitere Meinungen:
aus.gelesen



Dienstag, 15. Januar 2013

Die Klumpert-Diät. Woche 2

Nachdem ich in der vorigen Woche virtuelles Klumpert (Blog-Layout) ausgemistet habe, sind es in dieser Woche "richtige" Dinge gewesen, die meine Wohnung verlassen haben. Allerdings habe ich mal eher klein angefangen, so zur Einstimmung. 


1) Parfum "Lemon Love" - ein Fehlkauf. Ich liebe Lemon als Duft, aber dieses Parfum hat leider eine Basisnote, bei der mir fast schlecht wird, deshalb habe ich es nie benutzt, es steht seit über einem Jahr im Bad herum. Tja, jetzt ist es auch noch abgelaufen, also weg damit!

2) Buntstifte! Eigentlich kein Klumpert und auch schon einige Jährchen in meinem Besitz. Benutzt habe ich sie vielleicht alle 2 Jahre einmal. Meine Freundin Dani kann die aber gerade gut gebrauchen, weil sie für ihr Studium Zeichnungen anfertigen muss. Verschenkt! (An ein Plätzchen wo sie geschätzt werden und nicht in einer Lade herumgammeln müssen.)

3) Pflegegel und Glanzlack für die Zehen. Vor eineinhalb Jahren einmal benutzt und seither gammelt es im Badezimmer herum. Weg damit!

4+5) 2 Stück Mini-Zahnpastatuben, halb leer, keine Ahnung, wie lange die schon geöffnet sind. Aufgehoben für den Fall, dass man sie mal braucht. Der Fall ist seit geschätzten 2 Jahren nicht eingetreten, also weg damit.

6) homöopathische Augentropfen, abgelaufen seit 2010. Öhm...

7) Körperbutter. Fehlkauf. Der Geruch ist widerlich, trotzdem habe ich es "für den Notfall" im Badezimmerschrank aufbewahrt. Zum Glück ist der Notfall nie eingetroffen, deshalb jetzt ab in die Tonne damit.

8) Selbstklebende Gummidichtung fürs Fenster. Liegt seit einigen Jahren im Schrank, weil kann man ja mal brauchen. Tja, mittlerweile löst sich das gelbe Band von selber ab und der Kleber klebt nicht mehr. Weg damit...

9) In der Handtasche gefunden: einzeln verpacktes Hygienetuch. Hätte bis Juli 2012 Bakterien beseitigt. Weg damit.

10) Aus meinem Kosmetik-Fundus: ein Gesichts-Reinigungs-Bürstchen. Ein Plastik-Klumpert mit kaputter Plastikabdeckung, an dessen letzte Benutzung ich mich beim besten Willen nicht erinnern kann. Hinfort!



Montag, 14. Januar 2013

Die Klumpert-Diät.

Das Kind muss ja irgendeinen Namen haben, deshalb heißt es ab jetzt Klumpert-Diät *

Nachdem ich hier geäußert habe, dass ich heuer jede Woche 10 Dinge, die ich nicht (mehr) brauche, loswerden möchte, will ich mein Vorhaben mal näher definieren. Meine Freundin E. findet die Anzahl "ehrgeizig" und würde 5 Dinge schon für einen Erfolg halten. Ja, eh. Vielleicht geht mir auch das Zeug aus, bevor das Jahr um ist. 

Sie hat mich außerdem gefragt, wie ich denn genau vorgehen werde, ob ich zum Beispiel auch leere Zahnpastatuben zu den 10 Dingen zählen würde. Also nein, das nicht. Ich zähle nicht den täglichen Abfall dazu, oder Dinge, die ich sofort wieder ersetzen muss. Es soll ja wirklich weniger Zeug in meiner Wohnung werden.

Folgende Dinge werden weggegeben (ausgemistet/entsorgt/verschenkt/ev. verkauft) und gezählt:
  • Dinge, die ich nicht mehr brauche.
  • Dinge, die ich nie oder nur sehr selten benutzt habe.
  • Dinge, die ich "nur so für den Fall" aufgehoben habe (und der "Fall" bisher nicht eingetroffen ist).
  • Dinge, die mir nicht gefallen. (Gibt es kaum mehr, weil ich die bei der Übersiedlung schon fast alle entsorgt habe)
  • Dinge, die nicht mehr passen. (Kleidung, Schuhe)
  • Dinge, die nicht so funktionieren, wie ich das will.
  • Fehlkäufe. (zB Kosmetik, die angebrochen herumsteht, aber nicht benutzt wird. Auch wenn's teuer war!)
  • Kaputte Dinge, die ich nicht wieder ersetzen werde.

Schwierig wird es werden, Dinge wegzugeben, die einen sentimentalen Wert haben. Ich habe viele solche Dinge. Meist sind es zum Glück nur Kleinigkeiten, aber sie füllen doch einige Kartons und jedesmal wenn ich die Kartons im Regal stehen sehe, ärgere ich mich über den Platz, den sie wegnehmen. Diese Gegenstände auf ein (für mich) akzeptables Maß zu verringern wird eine besonders schwierige Aufgabe werden. Ich fürchte mich jetzt schon.

Ebenso entsorgen will ich virtuelle Dinge. Diese nehmen zwar keinen realen Platz ein, können aber trotzdem eine Belastung darstellen. So habe ich zum Beispiel tausende Fotos, die teilweise doppelt vorhanden sind oder aber von schlechter Qualität, und die den Speicherplatz meiner Festplatte belegen - die Fotodateien auszumisten wird eine umfangreiche Angelegenheit werden. 
Im Feedreader sind immer zu viele Blogs abonniert. In meinem E-Mail-Postfach landen immer wieder Newsletter, die ich eigentlich abbestellen möchte. Auf meiner externen Festplatte befinden sich Uralt-Dateien (teilweise sogar mehrfach gesichert im Laufe der Jahre!), die kein Mensch mehr braucht. usw. usf.
Diese virtuellen Dinge lassen sich natürlich nicht so einfach zählen, da muss ich mir eine Bewertung einfallen lassen. 

Spezielle Überlegungen:
Bücher. Davon habe ich ja viele, obwohl ich regelmäßig welche weggebe. Das werde ich auch weiterhin tun. Ich überlege allerdings noch, ob ich die Bücher mitzählen werde, da ich ja auch immer wieder neue kaufe.
Meine Schallplattensammlung. Sie nimmt zuviel Platz ein (5 "Abteile" im Expedit) und ich habe nicht mal mehr einen Plattenspieler. Ich habe überlegt, sie zu verkaufen. Diese Schallplatten sind mir aber wesentlich mehr wert, als ich dafür an Geld bekommen würde. Weil ich den Platz aber für andere Dinge brauche, werde ich sie bei der nächsten Gelegenheit "auslagern". Sie sind dann zwar aus meiner Wohnung weg, aber immer noch in meinem Besitz und zählen deshalb nicht.
Papierkram. Ungeordnete Unterlagen stellen eine große Belastung für mich dar und ich schiebe diese lästige Arbeit schon lange vor mir her. Mit dem Resultat, dass der Papierberg immer größer wird. Da ist sicher einiges zum Wegwerfen dabei, wie ich das genau zählen werde, muss ich mir noch überlegen. (Sicher nicht jedes Blatt einzeln.)


Klumpert (oder auch Glumpert geschrieben, ausgesprochen wird es auf jeden Fall: "glumpad") ist ein österreichisches Wort für Krimskrams, Zeugs, Krempel. 
In einigen Regionen bezeichnet Klumpert etwas fehlerhaftes, kaputtes (z.B. ein techn. Gerät, das nicht einwandfrei funktioniert). 
Klumpert muss nicht zwangsweise wertlos sein, auch wenn oft Ramsch/ Plunder damit gemeint ist.

Für mich ist Klumpert eine Mischung aus all dem. Es ist das Zeug, das ich habe, es ist der Krimskrams, den ich eigentlich nicht brauche, es ist der Krempel, der weg muss und es sind die Dinge, die für jemand anderen vielleicht noch wertvoll sein können. 


Samstag, 12. Januar 2013

[Film] Breakfast at Tiffany's

Spielfilm
Regie: Blake Edwards, USA, 1961
in den Hauptrollen: Audrey Hepburn und George Peppard

Nachdem ich vor einiger Zeit das Buch von Truman Capote auf englisch und auf deutsch gelesen habe, habe ich nun auch endlich den Film angesehen. Und mein gestörtes Verhältnis zu Literaturverfilmungen, die ich ja normalerweise meide, hat sich wieder bestätigt. Leider. Denn ich hatte auf einen netten Film gehofft. 
Natürlich, Audrey Hepburn war ganz bezaubernd. Auch George Peppard (den ich als Chef vom A-Team sehr mochte) war sympathisch. Und selbstverständlich fand ich den roten Kater "Cat" unglaublich süß. Das war's aber schon. Der Film gefiel mir nicht.

Die liebe E. hat mir schon im Vorfeld gesagt, der Film habe mit dem Buch nichts zu tun und ich solle beide als eigenständige Werke betrachten. Tja. Geht leider nicht. Ich kann so etwas nicht trennen, stelle immer Vergleiche an. Obwohl ich nach der Lektüre einige Zeit habe vergehen lassen, bevor ich den Film angesehen habe, ist es mir leider nicht gelungen, das Buch auszublenden und unvoreingenommen an den Film heranzugehen.* Und da muss ich leider sagen, dass der Film total verliert gegen das Buch. Das ist ja eine völlig andere Geschichte!

Ja, die Bestandteile sind ähnlich, doch sie passen nicht mehr zueinander, so als hätte man das Buch in seine einzelnen Seiten zerrissen und danach in anderer Reihenfolge wieder zusammengeheftet. Die Szenen sind verdreht, sodass die Story für mich inhomogen und unzusammenhängend wirkt. Man hat den Film um zwanzig Jahre später angesiedelt als das Buch, wodurch sich einige unlogische Verhältnisse ergeben, so ist z.B. die Vergangenheit von Holly und ihre frühe Ehe vor dem Hintergrund der Amerikanischen Depression der 30er Jahre gut vorstellbar, zwanzig Jahre später wirkt das aber eher unwahrscheinlich.

Dann gibt es auch noch diverse unlogische Szenen, die es so im Buch nicht gibt:
Als Paul zum ersten Mal in seine neue Wohnung kommt, hat er keinen Schlüssel für das Haustor und so läutet er bei Holly. Die öffnet aber nicht gleich, deshalb läutet Paul Sturm. Wer würde das tun? Bei einem wildfremden Menschen Sturm läuten? Er hätte doch eine der anderen Klingeln drücken können, nachdem auf das erste Läuten nicht reagiert worden ist. 
Dann die Szene als Paul Holly nach Sing Sing begleitet - sehr unwahrscheinlich und außerdem völlig unnötig.

Und warum musste man Holly dümmer darstellen, als sie ist? Warum hatte sie kein einziges Buch in ihrem Regal? Warum kannte sie die Bibliothek nicht?
Die für den Film erfundene Geliebte/Gönnerin von Paul (der im Buch weder einen Namen noch eine Geliebte hat), hat mich überrascht. Man hätte dafür besser die nervige Nachbarin aus dem Buch in den Film aufgenommen. Dann hätte man sich auch einige der unmöglichen Szenen mit Mr. Yunioshi, dem japanischen Nachbarn von oben, ersparen können. 
Überhaupt - die ganzen Slapstickszenen fand ich völlig daneben und unpassend. Ich mag die Pink Panther Filme vom Regisseur Blake Edwards - dort passt der Klamauk auch gut hin, aber hier nicht. Hier gibt es sogar jede Menge Szenen mit Fremdschäm-Potenzial. Der Bibliotheksbesuch, der Besuch bei Tiffany's, der Diebstahl im Kaufhaus z.B. - sorry, aber das war ganz einfach nicht lustig.

Ich werde mich hier aber sicher nicht über das Happy End aufregen, das es im Buch ja nicht gibt. Die ganze Lovestory gibt es im Buch nicht. Nein, das Happy End finde ich schon ok. Ich mag ja Happy Ends. Und natürlich hab ich ein paar Tränchen verdrückt. (Nur ein Reflex, wirklich ;-))

Äußerst irritierend und abstoßend habe ich übrigens den enormen Zigarettenkonsum empfunden. In diesem Film hat ja ständig jemand einen Glimmstängel in der Hand! Im Jahr 1961, als der Film entstand, war die Tabakindustrie wohl in ihrer Blüte, sponserte Hollywood, durfte noch direkte Reklame und Productplacement machen und die Gesundheitsschädlichkeit des Rauchens unter den Tisch kehren. Damals war Rauchen noch ein Zeichen von Freiheit und Unabhängigkeit, zu dem es durch gezielte Werbekampagnen gemacht worden ist. Zum Glück ist das heute ein wenig anders. Leider nur ein wenig.

Fazit:
Ein Film, der nur sehr wenig mit der gleichnamigen literarischen Vorlage zu tun hat und den ich für total überbewertet halte. Wo das Buch subtil ist, ist der Film plakativ. Wo das Buch interessante Charaktere zeichnet, gibt es im Film oberflächlichen Klamauk. Thema verfehlt. 

*Ich habe keine Ahnung, mit welchen Augen ich den Film gesehen hätte und wie ich ihn beurteilen würde, wenn ich das Buch vorher nicht gelesen hätte.


Freitag, 11. Januar 2013

[handmade] Haubenparade

Nachdem ich in den letzten beiden Monaten nichts gebloggt habe, werde ich euch mal nachträglich zeigen, was ich stattdessen gemacht habe. Unter anderem habe ich gestrickt. Geschenke ...

für den Liebsten
für seine Mami
für seinen Daddy
für den Neffen
und einen Schalkragen für die Nichte.

Außerdem diese zwei Hauben, die noch keine Besitzerin haben:


Die Arbeit an meiner Strickdecke habe ich unterbrochen und zwischenzeitlich eine neue Häkeldecke begonnen, die bald fertig sein wird.


Mittwoch, 9. Januar 2013

DROPS Design Frühling/Sommer 2013

Bei DROPS Design kann man für seine Lieblingsmodelle für die Sommerkollektion 2013 abstimmen, und das hab ich auch schon gemacht. Obwohl jetzt kein Modell dabei war, das mich total vom Hocker gerissen hat, so habe ich doch ein paar nette Sachen gefunden, die ich nachstricken oder -häkeln würde. Das sind meine Favoriten:


Auf der Website von DROPS Design gibt es übrigens jede Menge Gratis-Anleitungen für Häkel- und Strickmodelle zu entdecken.


Dienstag, 8. Januar 2013

Der Wunsch nach weniger "Klumpert"

Es ist jedes Jahr dasselbe. Knapp vor Jahresende beschließe ich (wie soviele andere auch), dass nächstes Jahr etwas anders werden muss. Nicht alles, aber wenigstens irgend etwas. Ein Dauerbrenner unter meinen Neujahrsvorsätzen - die eh alle niemals halten - ist das Entrümpeln. Vor drei Jahren hab ich das zum Beispiel mithilfe eines Kalenders versucht. Den ich natürlich nicht benutzt habe und schließlich irgendwann weggeworfen. (Wenigstens den habe ich entsorgt.)

Ich bin ja der Meinung, dass jeglicher Besitz eine Belastung ist, und ich träume schon lange von einem "einfachen Leben". Ohne, dass ich genau definieren könnte, was ein "einfaches Leben" eigentlich ist. Auf jeden Fall ist es ein Leben ohne viel Zeug. 
Nun war ich nie ein Shopping-Girlie, habe niemals viel haben wollen, die neueste Mode, das neueste elektronische Gadget etc. können mir gestohlen bleiben, ich kaufe nur etwas, das ich wirklich brauche. Und zwar dann, wenn ich es brauche. Das Konzept von Shopping als Freizeitbeschäftigung ist mir seit jeher unverständlich. Von daher habe ich ja schon das Glück, dass ich nicht so viel Zeug angesammelt habe. (Mit der Ausnahme von Büchern). Auch bei meiner Übersiedlung in die neue Wohnung vor eineinhalb Jahren habe ich mich von einer großen Menge Zeug getrennt, von dem ich übrigens kein einziges Stück vermisse.

Wenn man sich bei mir so umsieht, dann könnte man sagen, dass ich eigentlich recht reduziert lebe. Und trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, dass mich das noch vorhandene "Klumpert" einengt und mich belastet. Dann möchte ich gerne großzügig ausmisten. Am liebsten alles beim Fenster rauswerfen. Und dann habe ich so verrückte Ideen, wie die hier: Ich möchte im Jahr 2013 jede Woche 10 Dinge weggeben. 10 Dinge, die ich nicht mehr (oder nicht unbedingt) benötige. Das wären am Ende des Jahres 500 Dinge. (Wenn ich mir 2 Wochen Pause zugestehe). Einer war der Meinung, dass ich die Hälfte der 500 schon locker mit unnötigen Büchern erreichen würde, die sich hier stapeln. Könnt sein ...

Und ja: natürlich ist diese Idee nicht neu, ich behaupte auch nicht, dass das meine Idee ist, die ich grad erfunden habe. Ganz und gar nicht. Der Wunsch nach einem einfachen Leben ist ja weit verbreitet. Im vergangenen Jahr habe ich einige Bücher (und viele Blogs) zum Thema Minimalismus gelesen und ich habe festgestellt, dass es viele Leute gibt, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen und sie haben dabei die unterschiedlichsten Herangehensweisen.

Ich weiß nicht, ob ich das durchhalten werde, mich tatsächlich jede Woche von 10 Dingen zu trennen. Ich weiß noch nicht mal genau, wie ich es handhaben werde. Vielleicht werde ich darüber bloggen. Vielleicht werde ich jeweils am Ende der Woche ein Foto der entsorgten Gegenstände posten. Oder nur eine Liste. Vielleicht ist das aber doch manchmal zu privat. Oder vielleicht entsorge ich Dinge, die man gar nicht fotografieren oder auflisten kann. Ich lasse es mal auf mich zukommen.

Den Anfang habe ich aber bereits gemacht. Ich habe das Blog-Layout entrümpelt. Ich konnte das alte einfach nicht mehr sehen. Und da haben wir schon das erste Problem, weil ich kann das nicht fotografieren. Und auch nicht auflisten. Aber ich zähl das jetzt mal als "10 Dinge". Schließlich mach ich hier die Regeln.