Weil sie grad frisch aus der Druckerei gekommen ist, die Madeleine, gibt's ein Update meiner Rezension vom Vorjahr. Da hab ich das Buch vom Lieblingsdichter als ebook gelesen und als Unterstützerin im "Club der 99" für die Veröffentlichung auf Papier gesorgt.
MADELEINE
Anatomie einer Tragödie am Vorabend der Französischen Revolution - Band III - Morris - 1789
Historischer Roman
Autor: Richard K. Breuer
erschienen 2011 als E-Book (zB. Kindle-Edition) für € 4,99 erhältlich
erschienen 2012 auf Papier - sehr hübsch gemacht wie alle Breuer-Bücher, bestellbar direkt beim Autor (oder in der Buchhandlung vor Ort), ab € 15,90
Klappentext:
März 1789. Zwei mächtige polnische Fürsten wollen Aleksander Mickiewicz und die beiden Töchter der Opalinski, Madeleine und Ludomila, tot sehen. Um ihr Ziel zu erreichen, werden ein brutaler Söldnertrupp und ein venezianisches Meuchelmörder-Pärchen ins französische Elsaß gesandt, wo sich die Gesuchten aufhalten sollen. In der abgelegenen Waldlichtung von Saint-Jean Saverne, nicht weit von Haguenau, kommt es schließlich zum Gefecht. Es wird nicht das letzte sein. Und die Tragödie nimmt ihren Lauf. Eine Tour-de-Force durch das vorrevolutionäre Frankreich von 1789.
Zuallererst:
Es handelt sich hierbei um den dritten Band in Breuers Reihe um die Französische Revolution. Es empfiehlt sich, jedenfalls Band 1 (Tiret) gelesen zu haben, es ist aber nicht zwingend nötig den 2. Band (Brouillé) davor zu lesen. Den kann man auch - wie ich - danach lesen. Lesen sollte man ihn aber ganz unbedingt!
Es handelt sich hierbei um den dritten Band in Breuers Reihe um die Französische Revolution. Es empfiehlt sich, jedenfalls Band 1 (Tiret) gelesen zu haben, es ist aber nicht zwingend nötig den 2. Band (Brouillé) davor zu lesen. Den kann man auch - wie ich - danach lesen. Lesen sollte man ihn aber ganz unbedingt!
Zum Inhalt:
Dem polnischen Gelehrten Aleksander Mickiewicz ist im ersten Band - Tiret - das Geheimnis um seine wahre Herkunft eröffnet worden, welches ihn nun sein Leben kosten soll, wenn es nach zwei mächtigen polnischen Fürsten und deren Handlangern geht. Zu Beginn des Buches nimmt der Leser an einem Gespräch teil, in dessen Verlauf das Schicksal von Mickiewicz ebenso besiegelt wird wie das der beiden Opalinski-Töchter, von denen er eine liebt.
Dem polnischen Gelehrten Aleksander Mickiewicz ist im ersten Band - Tiret - das Geheimnis um seine wahre Herkunft eröffnet worden, welches ihn nun sein Leben kosten soll, wenn es nach zwei mächtigen polnischen Fürsten und deren Handlangern geht. Zu Beginn des Buches nimmt der Leser an einem Gespräch teil, in dessen Verlauf das Schicksal von Mickiewicz ebenso besiegelt wird wie das der beiden Opalinski-Töchter, von denen er eine liebt.
Die polnischen Fürsten sind sich uneins wie Mickiewicz zu erledigen ist, weshalb gleich mehrere gedungene Mörder auf ihn angesetzt werden. Zum einen ist da der Söldnertrupp um die beiden Kosaken Dassajew und Aljechin, dem auch die beiden brutalen Kerle Ignacy und Piotr angehören, die wiederum noch einen Zusatzauftrag haben. Und zum anderen der italienische Auftragskiller Lorenzo, der, gemeinsam mit der hübschen Stella, buchstäblich über Leichen geht.
Die beiden verwaisten Opalinski-Töchter sind von Polen über Österreich in einer Kutsche nach Frankreich unterwegs, wo Ludomila, die ältere der beiden, erhofft von Mickiewicz geehelicht zu werden. Madeleine, die in Mickiewicz verliebt ist, kann ihrer Schwester dies nicht verzeihen und so bekriegen sich die beiden Frauen während der ganzen Reise, wobei hier sehr subtil die Spitzen gegeneinander ausgeteilt werden. Die ältere - und auffallend hässliche - Ludomila gibt selbstgefällig ihrer Genugtuung darüber Ausdruck, dass die jüngere - und auffallend hübsche - Madeleine, einmal nicht bekommen wird, was sie will, nämlich den Mann, den sie begehrt. Madeleine wiederum beschließt, alles dafür zu tun, dass Mickiewicz am Ende doch sie erwählt.
Während die beiden Schwestern, begleitet vom englischen Major Haddengast und dem österreichischen Arzt Steinitz, sich ihrem Ziel, der kleinen Hafenstadt Penly im Norden Frankreichs, nähern, überschlagen sich die Ereignisse. Die Häscher sind ihnen auf den Fersen und schlachten sich bei der Jagd auf ihre Opfer gegenseitig ab. Am Ende entkommt die Reisegesellschaft, allerdings nur knapp und mit erheblichen Verlusten an Leib und Seele.
Meine Meinung:
Band III der Serie unterscheidet sich enorm von den beiden Vorgängerbänden, denn hier lässt der Autor nichts an Grauslichkeiten aus. Hier werden Pistolen und Säbel eingesetzt, hier wird aufgeknüpft und abgestochen, aufgeschlitzt, vergiftet, gemeuchelt und vergewaltigt. Da werden Gliedmaßen abgetrennt, da fließt Blut und auch sämtliche anderen Körperflüssigkeiten. Das alles wird in einem beinahe filmischen Stil erzählt, distanziert genug, dass man sich nicht ekelt, und in einem Tempo, dass man zuweilen den Atem anhalten muss. Nicht selten fühlt man sich in ein trashiges Splatter-Movie versetzt oder in einen Tarantino-Film.
Band III der Serie unterscheidet sich enorm von den beiden Vorgängerbänden, denn hier lässt der Autor nichts an Grauslichkeiten aus. Hier werden Pistolen und Säbel eingesetzt, hier wird aufgeknüpft und abgestochen, aufgeschlitzt, vergiftet, gemeuchelt und vergewaltigt. Da werden Gliedmaßen abgetrennt, da fließt Blut und auch sämtliche anderen Körperflüssigkeiten. Das alles wird in einem beinahe filmischen Stil erzählt, distanziert genug, dass man sich nicht ekelt, und in einem Tempo, dass man zuweilen den Atem anhalten muss. Nicht selten fühlt man sich in ein trashiges Splatter-Movie versetzt oder in einen Tarantino-Film.
Den Gegensatz zu den brutalen Szenen bilden einige wenige, beinahe philosophische Überlegungen über die Liebe. Da gibt es zum einen das zu Beginn des Buches eingeführte Liebespaar Bialy und Hebanowy, das, aus ungleichen Verhältnissen stammend, flieht um für immer vereint zu sein. Diesen Wunsch bekommt es auch erfüllt, jedoch nicht so wie erhofft. (An dieser Stelle muss ich leider bekritteln, dass mir das Schicksal der beiden nicht wirklich nahe gegangen ist, da die beiden "kein Gesicht" bekommen haben. Dadurch könnte einem die Tragik dieser kleinen Nebenhandlung beinahe entgehen. Aber wahrscheinlich habe ich als passionierte Romance-Leserin andere Erwartungen an solche Geschichten.)
Weiters gibt es den jungen Galkin, der sich als Diener ausgeben muss und für Madeleine entflammt, die er aus dieser Position jedoch niemals erreichen kann. Er verstrickt sich in Tagträume, die ihm - und Madeleine - letztendlich zum Verhängnis werden.
Und dann gibt es natürlich die beiden ungleichen Schwestern Ludomila und Madeleine, mit ihren sehr gegensätzlichen Ansichten über die Liebe.
Weiters gibt es den jungen Galkin, der sich als Diener ausgeben muss und für Madeleine entflammt, die er aus dieser Position jedoch niemals erreichen kann. Er verstrickt sich in Tagträume, die ihm - und Madeleine - letztendlich zum Verhängnis werden.
Und dann gibt es natürlich die beiden ungleichen Schwestern Ludomila und Madeleine, mit ihren sehr gegensätzlichen Ansichten über die Liebe.
Die Stärke des Autors liegt eindeutig in den Dialogen, wobei er hier eine gänzlich andere Tonart anschlägt als im ersten und zweiten Teil der Reihe. Während man in Tiret den anspruchsvollen Gesprächen von Gelehrten folgen durfte und den - zuweilen etwas anstrengenden - Ausführungen von politisch engagierten Zeitgenossen, standen in Brouillé gewitzte Dialoge und die raffinierte Auflösung des Kriminalfalles im Mittelpunkt. Hier in Madeleine kommt vor allem das gemeine Volk zu Wort, dem Breuer eine sehr derbe Sprachfärbung verleiht. Den Gegensatz dazu bildet der Adel, und hier wird vor allem deutlich, welche enormen Standesunterschiede damals geherrscht haben.
Und nicht nur damals, denn Breuer zieht immer wieder sehr subtil Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft. Wenn man seine - manchmal elendslangen und oft schwer verdaulichen - Blogeinträge liest, dann weiß man, dass ihm Gesellschaftskritik, das Aufrütteln und mit dem Finger hinzeigen, ein Anliegen ist. Man kann diesen Aspekt aber auch gerne außer Acht lassen und den Roman einfach nur als das lesen, was er ist, ein Roman. Unterhalten wird man sich damit zweifellos. Und manchmal vielleicht sogar, trotz aller Brutalität, laut auflachen.
Fazit:
Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven! Es ist grausam und blutig und stellt in der Dramatik eine deutliche Steigerung zu den beiden Vorgängerbänden dar. Und: es schürt die Erwartungen für das Finale in Band IV. Empfehlung!

SERIEN-INFO:
Mosaik der Französischen Revolution in mehreren Bänden
Band I: Die Liebesnacht des Dichters Tiret (Hist. Roman, 2008)Mosaik der Französischen Revolution in mehreren Bänden
wird vom Autor auch als E-Book um € 1,99 verschleudert! für Kindle oder als EPUB/PDF
Band II: Brouillé (Hist. Krimi, 2010)
gibt's auch als E-Book: für Kindle oder als EPUB/PDF
Band III: Madeleine (Hist. Roman, 2011)
als E-Book: für Kindle oder als EPUB/PDF
Band IV: Penly (in Arbeit)
Weitere Meinungen:
aus.gelesen

Ich weiß nicht, wie ich darauf komme, aber zu anfangs deiner Rezi hab ich glatt noch gedacht, du berichtest uns von einem absolut unverzichtbaren Finalband... und dann kommst du mit dem unverzichtbaren vorletzten Band daher! Also ehrlich, EVI! Mein SuB platz schon aus allen Nähten und du kommst mit dem nächsten verführerischen Band dieser Reihe daher (die übrigens seit deiner ersten Erwähnung bisher leider nur auf meiner WuLi steht!). *puh* Du machst mich ganz hibbelig und neugierig auf diese Reihe... >____<
AntwortenLöschenAber bevor ich dich drangsaliere, dass du die Bücher gefälligst rausrückst, werde ich mich noch bis Band 4 gedulden und mir dann alle in einem Rutsch besorgen und lesen. So, das hast du jetzt davon! ;)
Liebe Grüße,
Mandy
Hmm, Mandy, mir scheint, ich hätte irgendwo *hüstel* gelesen, dass du doch so einige Buchreihen am Laufen hast... ;-)
LöschenAber wenn du in dem Tempo weiterliest wie im Vorjahr, dann solltest du locker einige davon weglesen können.
Vielleicht ist bis dahin ja auch der vierte Band der Tiret-Reihe fertig. Ich werde dem Lieblingsdichter auf jeden Fall mal eine Nachricht zukommen lassen, dass ich hier Leute zum Lesen seiner Bücher verführe, vielleicht beeilt er sich dann mit Band 4. ;-)