2011 war ein sehr durchmischtes Lesejahr für mich. 2010 habe ich es ja auf 120 ausgelesene Bücher gebracht, wie man
hier sehr ausführlich nachlesen kann. 2011 hat das jedoch ganz anders ausgesehen. Bis Ende Mai habe ich 47 Bücher gelesen und wie gewohnt brav in meinen monatlichen Statistiken und in meiner Excel-Liste dokumentiert. Dann aber werden meine Aufzeichnungen chaotisch, reißen mit August völlig ab und ich kann mich nur noch vage dran erinnern, was ich den Rest des Jahres gelesen habe.
Ich habe also versucht, das so gut wie möglich (für mich selbst) zu rekonstruieren, was aber ein bisschen schwierig war. Zum einen weil ich mit der monatlichen Lesebilanz hier im Blog aufgehört habe, und zum anderen weil ich vermehrt E-Books gelesen habe, wobei ich fast völlig den Überblick verloren habe. Die E-Books sind aber zum Glück noch alle im virtuellen Regal, also hab ich einfach dort nachgesehen und abgezählt, wie viele ich davon gelesen habe.
Dasselbe könnte ich jetzt auch mit den "richtigen" Büchern machen - mich einfach vor das Regal stellen und nachsehen, was ich davon in den letzten Monaten gelesen habe. Könnte ich. Wenn ich ein Regal hätte. Die Bücher sind aber noch immer in den Bananenkartons... *pfeif*
Habe ich 2010 noch eine (übertrieben)
ausführliche Jahresstatistik vorlegen können, anhand der ich zum Beispiel sagen konnte, wieviele Bücher ich aus welchem Genre gelesen habe, oder in wieviele Länder ich lektüremäßig gereist bin und wieviele Sterne ich durchschnittlich vergeben habe, so wird die
Statistik für 2011 kurz und knapp ausfallen. Nämlich wie folgt:
55 Bücher gelesen (davon 50 auf Papier und 5 als E-Book)
12 Bücher zur Hälfte gelesen (davon 6 auf Papier und 6 als E-Book)
23 Shorties/Novellas gelesen (davon eine auf Papier, alle anderen als E-Book)
außerdem unzählige Leseproben
Für einen Vielleser ist das eine geradezu beschämende Statistik, was mir aber vollkommen wurscht ist. Für jemanden, der nicht viel liest, ist das noch immer eine unglaubliche Anzahl. Es ist also alles relativ.
In den letzten Monaten ist mir übrigens aufgefallen, dass das Lesen unter den vielen Bücherbloggerinnen teilweise schon zu einem Konkurrenzkampf geworden ist. Wer liest schneller, wer liest mehr, wer liest die neuesten Bücher zuerst? (Und nicht zuletzt: Wer kriegt die meisten Rezensionsexemplare?) Um ehrlich zu sein kann ich darüber nur den Kopf schütteln. Ich bin doch keine Kampfleserin!
Außerdem gibt es in meinem "Real Life" jetzt andere Prioritäten, andere Dinge sind (wieder) wichtig geworden. Auf jeden Fall wesentlich wichtiger als Lesestatistiken, weshalb ich die monatlichen Statistiken auch nicht wieder einführen werde. (Außer ich überlege es mir irgendwann anders...)
In meiner
Jahresstatistik für 2010 habe ich auch über die
Veränderungen in meinem Bücherregal berichtet, die ich für 2011 aber gar nicht mehr nachvollziehen kann.
Ich habe einige Bücher via bookmooch ver- und ertauscht, aber das fröhliche Tauschen hat mit Mai 2011 ein jähes Ende gefunden, und daran war die Österreichische Post mit ihrer exorbitanten Gebührenerhöhung schuld. Vielen Dank nochmal, Leute!
Bis Ende Mai habe ich ca. 120 Bücher erworben (etwa ein Drittel davon waren Neukäufe, den Rest habe ich ertauscht oder gebraucht gekauft), dafür habe ich etwa 300 Euro ausgegeben. Im Juni sind noch ein paar in Amerika bestellte Bücher bei mir eingetrudelt und dann habe ich tatsächlich einige Monate lang kein einziges Buch gekauft! Ein paar E-Books, aber davon waren die meisten gratis.
Erst gegen Ende des Jahres habe ich wieder ein paar Bücher käuflich erworben. Außerdem wurde
der Offene Bücherschrank am Margaretenplatz aufgestellt und dort habe ich mir einige rausgenommen, jedoch wesentlich mehr von mir ausgemusterte hineingestellt.
Wie groß mein SuB derzeit ist, kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen, ist mir aber auch egal. Wenn ich dann mal ein Bücherregal haben werde, kann ich ja nachzählen...
Und dann ist 2011 auch noch etwas passiert, was sich zu Beginn ziemlich seltsam für mich angefühlt hat. Mein Lesegeschmack hat sich verändert, ich konnte mich auf einmal so gar nicht mehr für Romances begeistern, die ich zuvor noch verschlungen hatte. Tatsächlich habe ich hier einige Bücher von Lieblingsautorinnen liegen, die ich gaaaaanz unbedingt haben wollte. Und plötzlich interessieren sie mich nicht mehr.
Wenn ich allerdings genau darüber nachdenke, ist diese Verschiebung meiner Leseinteressen nicht ganz so ungewöhnlich, denn das habe ich in meinem (langen) Lese-Leben doch schon öfter erlebt. Und es ist auch gut so.
Ach, und über Leseflauten (wie sie zum Beispiel im November von vielen Bloggerinnen bejammert worden sind), reg ich mich auch nicht mehr auf. Alles vergeht...