Vergangenen Sonntag Vormittag ging's mit der lieben E. in die Ottakringer Brauerei. Aber nicht zum Bier-trinken, sondern weil dort 2 Tage lang der FESCH'MARKT stattfand, bei dem 70 Jungdesigner ihre Werke zum Verkauf angeboten haben.
Weil am Samstag bereits Fotos online waren, auf denen man die Besucher vor dem Eingang Schlangestehen sah, haben wir beschlossen, schon früh aufzubrechen.
Was allerdings nicht nötig gewesen wäre, denn als wir um Punkt 11 dort ankamen, hielt sich der Andrang in Grenzen. Auch als wir eine Stunde später das Brauerei-Gelände wieder verlassen haben, war eher wenig los. Vielleicht waren ja die meisten Besucher schon am Samstag dort, weil sie Angst hatten, am Sonntag wäre schon alles leergekauft? Vielleicht ist aber auch irgendwie durchgesickert, dass es dort saukalt war und viel zu finster? Oder dass man 2 Euro Eintritt zahlen musste und dafür eigentlich nichts geboten bekam?
Womit ich ja schon wieder als erstes zur Kritik komme: für einen Markt, bei dem ich Dinge einkaufen soll, Eintritt zu verlangen - auch wenn's nur 2 Euro sind - ist in meinen Augen ein Witz und normalerweise ein Grund, dass ich gleich wieder umdrehe. Ein noch größerer Witz war, dass die Security jedem Besucher einen "Ottakringer Brauerei"-Stempel auf den Handrücken gedrückt hat. Hallo? Hat man das irgendwie mit einem Clubbing verwechselt? Ahja, am Plakat stand ja auch noch was von 10 DJs. Gesehen/gehört hab ich nur einen. (Der aber wenigstens Musik nach meinem Geschmack aufgelegt hat.)
Von den 7 Junggastronomen, die ebenfalls am Plakat erwähnt wurden, hab ich auch nix gesehen. Könnte aber durchaus dran liegen, dass mir bei dem wenig ansprechenden Durcheinander im (auch ohne Gäste) vollgestopften Gastro-Bereich gleich mal der Hunger vergangen ist und jegliche Lust, dort etwas zu konsumieren. Obwohl die Cupcakes von 12 munchies ziemlich lecker ausgesehen haben...
Von den 2 Euro Eintritt ist übrigens nirgends etwas erwähnt worden. Gut, auf den läppischen 2 Euro will ich nicht länger herumreiten, aber erwähnen will ich auf jeden Fall noch, dass das fesche Feschmarkt-Sackerl auch nicht umsonst war. Man bekam es als sogenannte "Wundertüte" für 10 Euro - diese enthielt eine Packung Katzenzungen, ein Buch, eine Packung Badezusätze, eine Tube Biersenf und ansonsten jede Menge Werbe-Kram. So wundervoll war die Wundertüte also nicht (aber auf jeden Fall mehr als 10 Euro wert).
Zu guter Letzt muss ich auch noch über die Location maulen. Die war zwar komplett anders geartet als beim Dawanda Designmarkt am Wochenende davor, aber ebenso ungeeignet. Die "Alte Technik" der Ottakringer Brauerei ist eine aufgelassene - total abgefuckte - Industriehalle, die zwar ein gewisses Flair ausstrahlt, in der es aber entschieden zu dunkel und zu kalt war. Die Verkäufer mussten ihre Waren mit selbst mitgebrachten Scheinwerfern beleuchten. Das Betreiben von Heizgeräten war ihnen jedoch untersagt, das hätte wohl die Elektrische Anlage nicht überlebt. Die Waren wurden - der Location angemessen - auf Biertischen präsentiert. Auf der Galerie wurde Mode angeboten - was leider sehr unglücklich gewählt war, denn dort konnte man sich in der Enge kaum bewegen.
Von den Designstücken der Jungdesigner hab ich außerdem gar nicht mal so viel mitbekommen, einerseits, weil es so dunkel war und andererseits, weil mich die schrottreife Industriearchitektur so derart abgelenkt hat. Alte Häuser üben nämlich seit jeher eine Faszination auf mich aus und bei der Gelegenheit hätt ich wirklich gerne eine gscheite Kamera gehabt.
Nun aber zum erfreulichen Teil: Es waren ein paar wirklich innovative Designer (aus Ungarn!) dort mit sehr interessanten Stücken, die allerdings teilweise für meinen Begriff dann doch ziemlich überteuert waren. Gekauft habe ich eine Rolle rotes Papiergarn von Paperphine für 3 Euro. Das war schon meine ganze Beute.
Beinahe hätte ich mir auch noch einen Ring gekauft, denn ich war absolut hingerissen von den zauberhaften Schmuckstücken von Andrea Steinhauser, die ihre Schmuckserie "Kaffeehaus am Ring" stilecht auf Etageren und goldenen Tellern präsentiert hat.
Nachher ging's zum Kaffeehaus-Test in Gregors Konditorei in der Schönbrunner Straße. Was wir dort für Überraschungen erlebt haben, erzähle ich euch demnächst...


















