SLAVE
Science Fiction Romance (Erotic)
Autor: Cheryl Brooks
Serie: The Cat Star Chronicles, Book #1
Verlag: Sourcebooks (2008)
Paperback, 314 Seiten
ISBN 978-1-4022-1192-8
Die Story und meine Meinung dazu:
"I found him in the slave market on Orpheseus Prime, and even on such a god-forsaken planet as that one, their treatment of him seemed extreme."
Was für eine abgefahrene Geschichte! Schon der erste Satz hat mich in den Bann gezogen und über die ersten 100 Seiten oder so, wollte ich das Buch gar nicht mehr weglegen. Aber dann.... Na gut, ich fang mal von vorne an:
Jacinth Rutland ist seit sechs Jahren auf der Suche nach ihrer Schwester Ranata, die von Nedwuts, richtig bösartigen Kreaturen, entführt worden ist, um sie als Sklavin zu verkaufen. Als Händlerin ist Jacinth mit ihrem Raumschiff Jolly Roger immer schon von einem Planeten zum nächsten geflogen, aber seit der Entführung ihrer Schwester ist die Suche nach ihr ihr Lebensinhalt geworden, und das Handeln mit Waren aller Art eine notwenige Nebenbeschäftigung und Tarnung. Als Jacinth in Erfahrung bringt, dass sich Ranata auf dem Planeten Statzeel aufhält, muss sie zu einer List greifen. Denn auf diesem Planeten sind alle Frauen versklavt. Dank ihres burschikosen Körperbaus könnte Jacinth sich wohl selbst als Mann ausgeben, aber leider haben die Leute auf Statzeel eine etwas seltsame Bekleidungsvorschrift, die ihr das unmöglich macht. Die Männer dort tragen nämlich ihre Geschlechtsteile, für alle sichtbar, unbekleidet, das heißt, sie tragen Hosen, die vorne eine Öffnung haben. "What the fuck!", hab ich mir gedacht. Und außerdem muß jeder eine Frau an sich gekettet haben. Double what the fuck!
Jacinth muss sich also einen Mann als Begleitung suchen, dem sie vertrauen kann. Jacinth stammt ja ursprünglich von der Erde und ist ein absoluter Gegner der Sklaverei, trotzdem hat sie keine bessere Idee, als sich einen Sklaven zu kaufen, der sich dann als ihr Herr ausgeben soll, damit sie auf diesem perversen sonderbaren Planeten landen können. Der einzige Sklave auf dem Markt, der humanoid genug aussieht, ist jedoch ein grausam misshandelter junger Mann, der von seinem Besitzer in Ketten gelegt worden ist. Obwohl er von Wunden übersät und total dreckig ist, strahlt er trotzdem etwas aus, das alle anderen potenziellen Käufer vor ihm erschauern läßt. Jacinth jedoch zieht es an und sie kauft ihn.
Nachdem sie Cat - so nennt sie ihn, denn sein Name ist ohnehin unaussprechlich, und er hat einen felinen Einschlag, also Katzenaugen, spitze Zähnchen, spitze Öhrchen, und er schnurrt (!) - von seinen Fesseln befreit hat, er gesäubert ist und seine Wunden versorgt sind, ist er ein wahres Prachtstück. Und nicht nur das! Er hat auch ein wahres Prachtstück! Das will ich hier nicht näher beschreiben, aber er hat damit einige Tricks drauf. ;-) Und er ist total scharf auf Jacinth.
Cat war viele Jahre lang ein Sklave, sein Volk wurde von einigen anderen Völkern bekämpft und letztendlich wurde sein Planet zerstört und damit sein ganzes Volk ausgerottet. Als Jacinth ihn kauft und ihm gleich darauf die Freiheit schenkt, fühlt er sich ihr zu Dank verpflichtet und folgt ihr. Außerdem hat er ohnehin keinen Platz, wo er hingehen könnte. Und er ist ja auch total scharf auf sie.
Cats Figur hätte einen wunderbaren tortured hero abgegeben, aber leider hat die Autorin hier fast vollkommen versagt, denn sie hat ihn als schnurrenden Schmusekater (mit Dauererektion) dargestellt. Er sagt zwar hin und wieder die süßesten Sachen zu Jacinth, aber ehrlich, mich lockt das nicht hinter dem Ofen hervor.
Jacinth hingegen ist als Charakter recht gut gelungen, natürlich erfährt man von ihr auch wesentlich mehr, weil die Geschichte von ihr aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Sie hat eine große Klappe und ist die typische Kick-Ass-Heldin. Mit Männern hat sie schlechte Erfahrungen und ohnehin nicht viel am Hut, da diese sie nur unnötig von der Suche nach ihrer Schwester ablenken würden. Sie versucht natürlich auch Cat zu widerstehen, aber der ist ganz schön überzeugend. Und auf einem Planeten, wo ständig alle herumvögeln, fällt es einem wohl nicht leicht, keusch zu bleiben.
Sex ist ein dominantes Thema in diesem Buch. Ich hab ehrlich nichts gegen eine Portion schrägen Alien-Sex, aber das hier, naja, ich weiß nicht. Allein die Vorstellung wie die Männer auf diesem Planeten herumlaufen! Ich geb´s zu, ich mußte ständig blöd vor mich hingrinsen. Die Statzeelier sehen übrigens auch humanoid aus, sie haben bloß 6 Finger an jeder Hand und sehr flache Nasen. Alles andere ist offenbar ziemlich menschlich. Die Männer dort geraten allerdings sehr leicht in Rage, vor allem wenn sie mit ihren Geschlechtsgenossen diskutieren. Dann gibt es nur eins, das sie auf der Stelle beruhigen kann, bevor ein Gemetzel ausbricht... Guess, what? Eigentlich ein Wunder, dass zur Bekleidungsvorschrift für Frauen keine Knieschützer gehören.
Das nächste Thema ist Cat´s Wunder-Schniedel, bei dem alle Männer vor Neid erblassen und die Frauen in Verzückung ausbrechen. So unauffällig kann sich Cat gar nicht kleiden, dass er dort auf dem Planeten nicht auffällt.
Das Buch hat wirklich schräg begonnen, wie ich schon eingangs erwähnt habe. Leider, leider hat die Autorin aber das Potenzial der Geschichte total verschenkt. Ab der Mitte wurde es einfach nur mehr langweilig. Jacinth und Cat machen sich auf dem Planeten also auf die Suche nach der verschwundenen Schwester und da hätte ich doch ein bissl Abenteuer erwartet. Aber viel mehr als ein Insektenstich und eine Autopanne ist da nicht drin. Okay, es war keine Autopanne, weil die auf dem Planeten zu Fuß gehen oder auf Pferden reiten, Statzeel ist nämlich so eine Art tropisches Paradies. Aber Jacinth hat da so einen Pack-Droiden, der sie mit ihrem Gepäck begleitet und dessen Kette hat sich irgendwie verheddert. Laaangweilig! Ach, das kleine bissl Schwertkampf hätt ich fast vergessen...
Außerdem gab es keinen nennenswerten Konflikt zwischen Jacinth und Cat. Außer am Anfang, wo Jacinth sich gegen Cats Annäherungsversuche gesträubt hat, und da gab es auch ein paar wirklich witzige Dialoge. Aber die beiden gestehen sich schon in der Mitte des Buches ihre Liebe und Cat schwört, Jacinth nie zu verlassen. Also echt, was soll denn dann noch kommen? Und tja, es kommt auch nix. Also nicht wirklich. Selbstverständlich gibt es in den letzten beiden Kapiteln noch schnell einen Konflikt von außen, sprich Cat wird entführt und Jacinth muß ihn suchen. Aber das war schon von Anfang an sowas von absehbar, weil es nämlich bereits im 5. Kapitel eine Szene gibt, in der Jacinth einer ekelhaften Prozedur unterzogen wird, die sie dazu befähigt, Cat aufzuspüren, falls er mal verschwinden sollte.
Schade, schade, schade...
Ein Running Gag im Buch sind übrigens Anspielungen auf Filme aus den 80er und 90er Jahren und Jacinths Vorliebe für Redewendungen, die "früher" auf der Erde benutzt worden sind, und die sie Cat immer erklären muss, weil er die Hälfte von dem was Jacinth so von sich gibt, nicht versteht. Das gibt ein paar wirklich lustige Momente.
Fazit:
Eine schräge Idee, deren Potenzial leider größtenteils verschenkt worden ist. Trotzdem hab ich mich über weite Strecken des Buches ganz gut amüsiert und vergebe daher sehr nett gemeinte 3 Sterne.