Montag, 30. August 2010

[Rezension] Lexxie Couper: Death, the Vamp and His Brother *****

DEATH, THE VAMP AND HIS BROTHER
Paranormal Erotic Romance

Autor: Lexxie Couper
Verlag: Samhain Publishing, 2010
Paperback, 269 Seiten
ISBN 978-1-60504-734-8


Die Story:
Den Klappentext findet ihr bei Interesse in diesem Post.

Außerdem befindet sich auch hier, wie bei jedem Buch aus dem Samhain Verlag, eine Warnung auf der Buchrückseite:
Warning: this book contains enough heresy to shame the Devil, more scorching sex than one person can handle, Oh, and lots of Australian colloquialism. A bloody lot of Australian colloquialism.


Death
Der Sensenmann ist eine Frau. Und sexy noch dazu! Sie nennt sich Fred und wegen der Hitze in Australien lässt sie ihren schwarzen Kapuzenmantel gerne mal zuhause und trägt stattdessen Jeans und rote Stilettos.  Und ein Bob Marley- oder INXS-T-Shirt. Ihre Sense hat sie auch nicht immer dabei, stattdessen ziert diese als Markenzeichen die Bügel ihrer Sonnenbrille. Außerdem hat sie ihr Schamhaar in Form einer Sense getrimmt - wie schräg ist das denn?
Nicht dass ihr Aufzug irgendjemandem auffallen würde, denn die Sterblichen können sie ohnehin nicht sehen. Umso überraschter ist sie, als sie feststellt, dass der knackige Rettungsschwimmer Patrick Watkins sie sehr wohl sehen kann. Und bei dem ist definitiv irgendwas anders, etwas, dass sich selbst Fred nicht erklären kann, denn in ihrer Datenbank, in der alle Sterblichen mit Namen, Geburts- und Todesdatum verzeichnet sind, fehlt bei Patrick ein Eintrag.
Und das ist noch nicht alles, denn sie fühlt sich außerdem ganz enorm zu ihm hingezogen. Allerdings ist da auch noch sein dämonisch-attraktiver Vampir-Bruder, der etwas in ihr zum klingen bringt. Wenn das nur mal gut geht!

The Vamp
Steven Watkins, genannt Ven, ist seit 18 Jahren ein Vampir. Seit seiner Jugend hat er das Gefühl, dass sein jüngerer Bruder Patrick eine wichtige Aufgabe hat, und deshalb beschützt er ihn vor bösen Mächten, die er aber selbst nicht benennen kann, und musste dafür im Alter von 27 Jahren mit seinem Leben bezahlen. Er wurde zum Vampir, und nutzt seine Fähigkeiten nun, um seinen Bruder noch besser beschützen zu können. Als Fred auf der Bildfläche erscheint, erkennt er sie sofort wieder, schließlich ist er ihr schon einmal begegnet, und er ist davon überzeugt, dass sie Patrick an den Kragen will. Selbstverständlich versucht er alles, um die Gefahr zu bannen. Sein innerer Dämon findet Fred aber geradezu unverschämt attraktiv, und Ven hat alle Mühe, menschlich zu bleiben und seinen Dämon nicht die Oberhand gewinnen zu lassen.

His Brother
Patrick Watkins ist mittlerweile 36 und Chef der Rettungsschwimmer am Bondi Beach in Sydney. Es lässt nichts unversucht, um täglich Leben zu retten. Da der Bondi Beach der bekannteste Strand von Australien ist, auf dem es vor Touristen, die nicht mit der Gefahr von Unterströmungen rechnen, nur so wimmelt, hat er genug zu tun. Damit kann er sich auch ziemlich gut davon ablenken, dass mit ihm irgendwas nicht stimmt, und sich jeden Tag neu einreden, dass er nur ein ganz normaler Kerl ist. Wenn da nicht seine seltsamen Fähigkeiten wären, die er so gut wie möglich ignoriert. Und seine entsetzlichen Alpträume. Dass sein Bruder ein Vampir ist, ist schon schlimm genug. Er will ganz einfach nichts Besonderes sein. Und dann taucht diese unglaubliche Frau auf, und behauptet, der Tod, der vierte Apokalyptische Reiter, zu sein. Obwohl sein Bruder Ven ihn vor ihr warnt, kann er ihrer Anziehungskraft nicht widerstehen.

Pestilence
Der erste der vier Apokalyptischen Reiter, Pestilence (die Seuche), ein wahrlich ekelhafter Kerl, hat einst ein Geheimnis erfahren, das nicht für seine Ohren bestimmt war. Mit Hilfe dieses Wissens will er sich seinen persönlichen Traum erfüllen. Die Apokalypse! Vor allem aber will der grauslige Kerl, der mit einem ordentlichen Minderwertigkeitskomplex behaftet ist, beweisen, dass er ganz alleine dazu fähig ist, und seine drei anderen Mitstreiter (Krieg, Hungersnot und Tod) dafür nicht braucht. Er muss eigentlich nur Patrick Watkins ausschalten. Aber irgendwie ist das nicht so einfach...


Meine Meinung:
Woohoo! Was für ein Buch! Die Warnungen, die Samhain immer auf der Buchrückseite hat (und die mich immer wieder amüsieren), sind absolut ernstzunehmen!

Die australische Autorin Lexxie Couper hat hier eine der ungewöhnlichsten Love-Stories geschaffen, die ich jemals gelesen habe. Und ich kann das allen Ernstes behaupten, weil eh jeder weiß, dass ich im Genre Paranormal und Fantasy noch kaum was gelesen habe. Aber auch ohne Kenntnis des Genres denke ich, dass die Konstellation hier wirklich außergewöhnlich ist. Eine Romance vor der Kulisse einer drohenden Apokalypse! Wer lässt denn schon die vier Apokalyptischen Reiter in einer Romance auftreten? Bzw. zumindest zwei davon. Und: Darf Der Tod Gefühle zeigen, darf er sich gar verlieben?
Zwei Brüder, die eigentlich nichts lieber täten, als jeden Tag zu surfen, müssen erkennen, dass sie zur Rettung der Welt auserkoren sind, und haben keine Ahnung, wie sie ihre bisher größtenteils verleugneten und verdrängten paranormalen Fähigkeiten handhaben sollen. Dafür haben sie das Herz am rechten Fleck, und immer einen sarkastischen Spruch auf den Lippen. Und das im Aussie-Slang! Ich glaub, ich hab an anderer Stelle schon mal erwähnt, dass ich eine absolute Schwäche für australische Surfer-Boys habe - und die beiden hier sind einfach toll! Zwei Dickschädel, die sich gegenseitig auf die Nerven gehen und sich doch über alles lieben. Zwei, die über sich selbst hinauswachsen müssen, auch wenn ihnen nicht ganz klar ist, was mit ihnen geschieht.

Lexxie Couper greift in ihrem Buch auf die in der Pop-Kultur gebräuchlichste Interpretation der vier Apokalyptischen Reiter zurück, schafft allerdings auch eine Verbindung zu jener Interpretation, in der der erste Reiter nicht die Plage symbolisiert, sondern positiv besetzt ist (Sieg, Gerechtigkeit). Für das Verständnis des Buches schadet es nicht, wenn man über grundlegende Bibelkenntnisse verfügt, denn es werden einige Anspielungen gemacht.

Es gibt mehrere moderat explizite erotische Szenen, die aber das Buch keinesfalls dominieren. Viel eher im Vordergrund stehen hier nämlich einige Kämpfe auf Leben und Tod, die ganz schön ekelhaft werden können, besonders wenn Pestilence seine kranken Finger im Spiel hat. Vor allem in den letzten vier Kapiteln wird nicht an Körperflüssigkeiten jeglicher Art gespart. Und der Showdown war so spannend, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte! Aufgelockert wird die ganze Geschichte durch flotte Dialoge, und Kabbeleien der beiden Brüder, teilweise sehr stark in australischer Umgangssprache. (Ein bisschen Verständnis für "Strine" kann daher nicht schaden! Bei koalanet gibt´s übrigens ein Aussie Slang Dictionary, und auch der Leo spricht australisch.)

Fazit:
5 Sterne!! Insgesamt bietet das Buch eine perfekte Mischung aus Spannung, Erotik, schrägem Humor und ein bisschen Romantik. Eine Story die Lust auf mehr macht. Mehr von der Autorin. Mehr vom Genre.
*winkt zu Soleil*

Sonntag, 29. August 2010

[SuB-Zuwachs] Einzelgänger


Diese Woche nur ein einziges Buch! Das musste aber gleich dran glauben, denn es ist der 3. Teil der "Fast Track"-Reihe von Erin McCarthy, und ich bin schon mitten drin im lesen...

Erin McCarthy: Hot Finish (Fast Track, Book 3)
Suzanne Jefferson is broke, which is why she´s given up charity work for wedding planning. Fortunately, she has a high-profile client - and best of all, he´s paid in advance. There are just two teensy problems: the bride is a bona fide bridezilla, and Suzanne´s ex-husband is the best man. At least she thought he was her ex-husband...
Two years after their marriage fell apart, stock car race driver Ryder Jefferson still can´t stop thinking about Suzanne. Which is why he isn´t too upset, that, due to a glitch, the two are still technically married. Now he´s imagining easing Suzanne´s woes by satisfying her needs in the bedroom. After all, that´s the one room they never argued in. Besides, with wedding bells ringing all around them, Ryder is wondering if - even though they´d quit the race a few laps too early - they can still come on strong with a big, romantic finish...

Donnerstag, 26. August 2010

Juchu! Gewonnen! Aber was jetzt?


Hab ich doch glatt bei Weltbild einen 20-Euro-Gutschein gewonnen. Und zwar für einen "Kommentar des Monats".

Irgendwo hab ich vor einiger Zeit mal gelesen, dass man bei Weltbild Kommentare zu allen Produkten (also nicht nur Bücher) abgeben kann, und monatlich werden die 10 besten Kommentare prämiert. Also hab ich mal flugs ein paar Bücher bewertet. Das war gar nicht so einfach, denn man hat nur 900 Zeichen zur Verfügung! Ich musste mich also wirklich kurz halten. *brrr*

Tja, das war glaub ich im Juni oder so. Hatte ich ja längst wieder vergessen. (Hirn wie ein Sieb...). Umso größer war die Überraschung, als ich vorige Woche ein E-Mail bekam, mit der Mitteilung, dass einer meiner Kommentare prämiert worden ist. Ich hab zwar leider nicht den ersten Preis (den 100,--Gutschein) abgestaubt, aber ich freu mich auch über die 20,- Euro.

Der Gutschein ist heut per Post bei mir eingetroffen.
Bloß, was mach ich jetzt damit?
Buch kaufen, so viel ist klar.
Aaaaber: soll ich soviele Bücher wie möglich aus den 20 Euro machen, d.h. nur Sonderangebote nehmen, da könnte ich 4 Bücher zu je 4,95 kriegen zum Beispiel.
Ooooder soll ich mir ein Buch gönnen, das es bis jetzt nur als HC gibt, und das ich mir sonst nicht kaufen würde, weil zu teuer?
Und welches Buch denn bitte? So ein Gutschein will ja gut angelegt sein.

Hmmm...

Mittwoch, 25. August 2010

[Rezension] Kristan Higgins: Catch of the Day ****

CATCH OF THE DAY
Contemporary Romance

Autor: Kristan Higgins
Verlag: HQN Romance (2007)
Paperback, 377 Seiten
ISBN 978-0-373-77565-1


Die Story:
Maggie Beaumont, Mitte 30, lebt in einer kleinen Gemeinde an der Küste von Maine, wo sie ein Restaurant ("Joe´s Diner") betreibt, das sie von ihrem Großvater übernommen hat. Sehr zum Leidwesen ihrer Mutter, die sich für ihre Kinder "etwas Besseres" gewünscht hat. Auch ihr jüngerer Bruder Jonah hat die Mutter enttäuscht, als er beschlossen hat, ein Boot zu kaufen, und Hummer-Fischer zu werden. Einzig Maggies Zwillingsschwester Christy erfüllt die Vorstellungen ihrer Mutter, denn sie ist glücklich verheiratet, mit einem wunderbaren Mann, der noch dazu Arzt ist, und sie hat eine kleine Tochter.
Obwohl Maggie ihr Diner liebt, ist sie doch ein wenig eifersüchtig auf das Leben ihrer Schwester, denn sie hätte auch gerne eine Familie. Leider hat sie schon ein paar missglückte Beziehungen hinter sich und scheint einfach nicht den richtigen Mann zu finden. Was in Gideon´s Cove, mit seinen 1400 Einwohnern, weit ab vom Touristenstrom, auch nicht so ganz einfach ist.
Endlich betritt ein gutaussehender Fremder ihr Diner, und die beiden sind sich auf Anhieb sympathisch. Leider hat Maggie in ihrem Gespräch mit dem Mann eine wichtige Sache überhört. Das soll sie aber erst einige Tage später merken, nachdem sie schon überall herumerzählt hat, sie hätte endlich jemanden Vielversprechenden kennengelernt. Denn der attraktive Ire, der sie seltsamerweise bei der Sonntagsmesse wiedertreffen wollte,  ist leider der neue katholische Pfarrer. Wieder mal hat sich Maggie zum Gespött der Leute gemacht und wird allgemein bedauert. Obwohl Maggie allseits beliebt ist - als Thema für den Dorftratsch ist auch sie herzlich willkommen.
Maggie lässt sich von Father Tim für alle möglichen karitativen Projekt einspannen, und die beiden werden gute Freunde, sie bringt es jedoch nicht über sich, wieder in die Messe zu gehen. Wer sieht schon gern den Mann seiner Träume in seiner Priesterkleidung vor sich stehen? Inzwischen versucht ihre Familie, einen Mann für Maggie zu finden, und letztendlich arrangiert sogar Father Tim einige Verabredungen für Maggie. Leider sind alle Dates ein mehr oder weniger großes Desaster, und der letzte Kandidat versetzt sie auch noch. Das ist aber noch nicht das Schlimmste an diesem Abend, denn während Maggie in einem Restaurant vergeblich auf ihr Date wartet, taucht dort ihr Exfreund auf, ihre große Jugendliebe, der sie damals so schmählich hat sitzen lassen, und inzwischen mit der anderen glücklich verheiratet ist und drei Kinder hat. Maggie kommt sich wie eine Verliererin vor, aber sie wird überraschend aus der äußerst unangenehmen Situation befreit. Ausgerechnet von Malone, einem Fischerkollegen ihres Bruders, einem wortkargen, griesgrämigen Kerl. Er gibt vor, ihr Date zu sein, und die beiden verbringen einen sehr seltsamen, schweigsamen Abend. Der allerdings völlig überraschend mit einem leidenschaftlichen Kuss endet.

Kommentar:
Und mit diesem Kuss beginnt eine der nettesten Lovestories, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Naja, nein, das stimmt so eigentlich nicht. Vielleicht eher eine der ungewöhnlichsten.
Maggie war mir gar nicht mal so sonderlich sympathisch. Sie plappert ein bisschen zu viel, und sie tut sich ein bisschen zu sehr selbst leid. Sie ist ein bisschen zu großzügig, zu hilfsbereit, kümmert sich ein bisschen zu sehr um alle anderen. Aber nicht genug um sich selbst.
Malone hingegen - wow, ein toller Charakter! Obwohl man ihn nur durch Maggies Augen sieht, denn die Story wird aus der Ich-Perspektive von Maggie erzählt. Malone ist ein Einzelgänger, einer der nicht viel spricht, einer der kaum jemals lächelt, seine Frau hat ihn verlassen, man munkelt er hätte sie geschlagen, und sein Cousin hat ihn bei einem Geschäft über den Tisch gezogen. Natürlich weiß man das alles nicht so genau, aber die Einwohner von Gideon´s Cove haben nicht viel zu tun, außer Tratsch und Klatsch zu verbreiten, und da gibt´s eben jede Menge Gerüchte, vor allem über einen wie Malone, der sich dazu niemals äußern würde.
Malone spricht in dem ganzen Buch vielleicht 50 ganze Sätze. Ansonsten grummelt er nur herum. Aber es sind seine Gesten, die ihn liebenswert machen, und seine geheimnisvolle Art macht ihn irgendwie verdammt attraktiv.  Er verrät Maggie (und dem Leser) eigentlich nichts über sich, sie weiß nicht einmal seinen Vornamen, und mehr als einmal verhält er sich auch ziemlich daneben - trotzdem geht eine seltsame Anziehungskraft von ihm aus.

Kristan Higgins skizziert wieder mal das Leben von ganz normalen Menschen, diesmal in einem kleinen Küstenstädtchen. Das gelingt ihr auch diesmal wieder gut, das Dorf erwacht zum Leben, auch wenn die Nebencharaktere diesmal nicht ganz so liebenswert skurril sind wie gewohnt. Auch die Dialoge waren diesmal nicht ganz so spritzig und insgesamt war die Story leider ein bisschen blass. Stellenweise leider auch etwas vorhersehbar (die Sache mit dem Hund zB.), ich finde, schon allein das Cover und der Text auf der Buchrückseite verraten zu viel. Das Problem hatte ich auch schon bei einem anderen Buch von ihr, aber da kann die Autorin ja nix dafür.
Leider kommt die eigentliche Lovestory fast ein wenig zu kurz, es geschieht viel zu viel drumherum, die beiden haben zu wenig Zeit (sprich: Seiten im Buch) miteinander, und auch das Ende ist ein wenig kurz und emotionslos geraten.

Fazit:
4 Sterne. Interessanterweise hat Kristan Higgins für dieses Buch den RITA-Award 2007 erhalten. Ich hätte es eher durchschnittlich benotet, wenn da nicht Malone wäre, für den ich einfach einen Extra-Stern vergeben muss.




Das Buch erscheint im Sommer 2011 bei MIRA unter dem Titel Fang des Tages.

Montag, 23. August 2010

[Rezension] Anna Basener: Heftromane schreiben & veröffentlichen ***/*

HEFTROMANE SCHREIBEN & VERÖFFENTLICHEN
Sachbuch

Autor: Anna Basener
Verlag: Autorenhaus Verlag (2010)
gebunden, 186 Seiten
ISBN 978-3-86671-074-0
Homepage zum Buch

Klappentext:
Wer schon einmal daran gedacht hat, einen Heftroman zu schreiben, erhält hier von einer Heftroman-Lektorin einen Leitfaden für die praktische Arbeit und einen spannenden Einblick in den Trivialliteraturbetrieb.
Anna Basener, geb. 1983, finanzierte ihr Studium der Kulturwissenschaften in Hildesheim mit dem Schreiben von Heftromanen und arbeitet nun im Lektorat des größten deutschen Heftromanverlags in Köln.

Kommentar:
Die Buchbesprechung von LeseLustFrust hat mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht, und weil ich nicht die einzige war, die sich für das Buch interessiert hat, ist es jetzt als Wanderbuch bei mir gelandet.

Ich habe schon einige sogenannte "Schreibratgeber" gelesen. Nicht, weil ich etwa schriftstellerische Ambitionen habe, sondern weil es beim Bücherlesen, Bücherverstehen und Bücherrezensieren durchaus von Vorteil ist, wenn man mit dem technischen Hintergrund der Schreiberei vertraut ist. Oftmals fragt man sich ja, warum gefällt mir dieses Buch nicht, was stimmt hier nicht? Und da ist es schon praktisch, wenn man es wo festmachen kann, und dem "Makel" einen Namen geben kann. Zum Beispiel hat mich bei Nora Roberts ihr ständiges "head-hopping" (=dauernder, abrupter Perspektivenwechsel) genervt. Oder wenn ein Autor ständig nur irgendwelche Sachen von seinen Protagonisten behauptet, diese aber nicht durch deren Handlungen belegt - das schon mehrfach von mir erwähnte Prinzip "show, don´t tell" ist erstaunlich vielen Autoren nicht geläufig, oder sie können es einfach nicht.

Soweit zum Grund, Schreibratgeber zu lesen. Diesen hier wollte ich lesen, weil ich gerne Heftromane gelesen habe. Allerdings weiß ich jetzt, dass ich eigentlich noch nie einen Heftroman gelesen habe. Denn das was ich damit meinte (nämlich die Cora-Hefte), ist nicht das, was hier gemeint ist. Tatsächlich sind die Heftromane nämlich diese ganz dünnen Heftln, die Arzt- oder Heimatromane. Diese haben ca. 64 Seiten und sind ausschließlich im Zeitschriftenhandel erhältlich. Es gibt verschiedene Reihen/Serien, in denen wöchentlich oder 14-tägig ein neues Heft erscheint. Geschrieben von verschiedenen Autoren, erscheinen sie unter einem Überbegriff, wie zB. "Fürstenroman", "Alpengold", "Edelweiß" oder "Dr. Stefan Frank". Zu den Heftromanen gehören auch Serien wie "John Sinclair" oder "Jerry Cotton", aber die sind nicht Gegenstand des Buches, denn hier geht es um die Liebesromanzen.
Und diese Heftromane haben eine ganz bestimmte Struktur, für das Verfassen dieser Romane gibt es ganz bestimmte Regeln, die sozusagen der Qualitätssicherung dienen. Genau das erfährt man in dem Buch von Anna Basener und noch ein bisschen mehr. Nämlich wie man an das Schreiben so eines Heftromanes herangeht, wie die Vorbereitung aussieht, wie man an die Verlage herantreten kann und wie die Verlage mit eingesandten Manuskripten verfahren.

Die Lektüre des Buches von Anna Basener war ganz schön ernüchternd. Da geht es in den Heftromanen um Romantik. Aber das Schreiben derselben hat mit Schriftsteller-Romantik so richtig gar nichts zu tun. Das ist Handwerk, Technik, Planung, Zeitdruck. Wenn man damit etwas verdienen will, muss man sich schon ganz schön ins Zeug legen und sollte jede Woche ein Manuskript schaffen. Und zwar eines, dass auch wirklich schon druckfertig ist, denn die Redakteure und Lektoren machen kurzen Prozess mit einem Manuskript, das nicht in den Rahmen passt. Hier wird nichts dem Verfasser nochmals zur Verbesserung zurückgeschickt, der Schreiber sieht erst wieder das fertige Produkt, umgeschrieben, gekürzt, was auch immer.
Ebenso ernüchternd war für mich die Tatsache, dass es für diese Art von Liebesromanen gerade mal 3 verschiedene Genres gibt. Den Heimatroman, der in den bayrischen oder österreichischen Alpen spielt. Den Arztroman, in dem es sozusagen eine Stammbelegschaft gibt, und den titelgebenden Arzt, der als Mentor oder guter Hirte für das jeweilige Liebespaar tätig ist, und nebenher auch noch einen Patienten heilt. Und dann noch den Adels- oder Fürstenroman, der aber nicht historisch ist, sondern in der Jetztzeit spielt - wenn man so etwas schreiben möchte, sollte man am besten zu Recherchezwecken die Klatschblätter abonniert haben, die sich mit dem Treiben der europäischen Adelshäuser auseinandersetzen. Man muss ja schließlich wissen, wovon man schreibt und wie die Adeligen heutzutage so leben.

Ein bisschen irritiert war ich von der Angabe über die Länge so eines Heftromans. Da hieß es einmal 64 Seiten und dann wieder 90 Seiten. Aber ich denke, dass aus einem Manuskript mit 90 (genormten) Seiten wohl letztendlich ein Heftroman mit 64 Seiten wird.

Wenn man sich nicht nebenher hinsetzt und versucht, das soeben Gelesene auch gleich umzusetzen, dann ist das Buch mit seinen 186 Seiten rasch ausgelesen. Den Schreibstil der Autorin fand ich ziemlich rasant und ein klein wenig aggressiv. Aber das dient sehr gut dem Zweck, einem Möchtegern-Schreiberling deutlich mitzuteilen, dass er sich jegliches Träumen über eine romantische Schriftsteller-Karriere gleich abschminken kann, wenn er glaubt, es sei einfach, einen Heftroman zu schreiben. Leicht verdientes Geld ist das sicher nicht. Der eigenen Kreativität sind Grenzen gesetzt, denn man muss sich in ein bestehendes Schema einfügen. Wenn man das nicht kann, soll man besser gleich die Finger davon lassen.
Wenn man aber glaubt, dass einem so etwas Spaß machen könnte, dann wird man von der Autorin auch durchaus dazu animiert, den Versuch zu wagen!

Eingangs habe ich ja erwähnt, dass ich schon mehrere Schreibratgeber gelesen habe und ich habe daraus gelernt, dass es ganz einfach nicht DEN ultimativen Schreibratgeber gibt. Aber man kann sich aus den meisten ein paar interessante Dinge mitnehmen. So auch aus diesem hier.

Fazit:
3.5 Sterne für einen durchaus brauchbaren Ratgeber, wenn man an den Hintergründen und dem Ablauf des Trivilaliteraturbetriebes interessiert ist.
Und ich geh jetzt mal und entwerf ein Exposé und eine Personenliste. Die Idee zu einem Fürstenroman hab ich schon... Vielleicht sollte ich mir aber vorher doch besser ein paar Hefte kaufen, damit ich nicht eine Themenverfehlung riskiere. Empfiehlt Frau Basener übrigens ganz unbedingt!

Sonntag, 22. August 2010

[SuB-Zuwachs] Neuzugänge dieser Woche

Nachdem ich letzte Woche ja jede Menge neuer Bücher gekauft habe, musste ich wieder mal ein bisschen kürzer treten, trotzdem gibt es zwei Neuzugänge zu vermelden:

Lexxie Couper: Death, the Vamp and His Brother
When it comes down to love or duty, pick a side - and pray your heart survives.
Death exists for one purpose and one purpose only: to sever the life-threads of the living. She does her job with pride and an unwavering commitment. Nothing ruffles her. Until she encounters Patrick Watkins. The Australian lifeguard pushes all her buttons - and makes her tailbone itch like crazy. And when her tailbone itches, it means trouble is brewing. Big trouble.
Ven’s gut tells him that Death is taking aim at his kid brother. He should know - he died and was turned vampire while trying to prevent another failed murder-attempt eighteen years ago. Patrick is meant to do something important in the world, and Ven will do anything to keep him safe. Even take on Death herself. In more ways than one.
As far as Patrick’s concerned, the whole thing is a load of bull. But what if everything Death tells him turns out to be true? How is he expected to save mankind from the worst fate of all - the Apocalypse? Especially when all he can think about is how quickly he’s falling in love with the most feared Horseman of them all…

Die liebe Soleil ist schuld! Sie hat das Buch entdeckt, und es hat mich gleich angesprochen. Jetzt fragt ihr euch wohl, warum. Denn ich bin ja nicht grad dafür bekannt, dass ich gerne Vampir-Stories lese. Tja. Die Autorin ist eine Australierin. Das Buch spielt in Sydney. Und es erschien im Samhain-Verlag, der ja für seine erotischen Bücher bekannt ist. Drei gute Gründe für die Evi, das Buch zu bestellen. Und dann wär da auch noch Patrick... Und Ven...
Dieses Buch werde ich übrigens für Station 12 der Fantasy-Challenge lesen.



Kate Pullinger: Eine Liebe in Luxor
Kate Pullingers preisgekrönter Roman erzählt vom bewegenden Schicksal einer jungen Frau, die von der Treue zu ihrer Lady, der Liebe zu einem Mann und dem Wunsch nach Selbstbestimmung geleitet wird.England, 1862. Als Lady Duff Gordon von ihrem Arzt nach Ägypten geschickt wird, um dort im trockenen, warmen Klima ihre Tuberkulose auszuheilen, bedeutet das auch für ihr Dienstmädchen Sally ein Exil auf unbestimmte Zeit. So begeben sich die beiden, schwankend zwischen Staunen und Angst vor der exotischen Fremde, gemeinsam auf eine Flussfahrt den Nil hinauf. Begleitet werden sie von Omar, einem erfinderischen Dragomanen und begnadeten Koch. Als Lady Duff Gordon in Luxor ihr Korsett gegen Männerkleider eintauscht, Arabisch lernt und zu wöchentlichen Salons einlädt, beginnt auch Sally, eine ungeahnte Freiheit zu genießen. Doch diese Freiheit hat ihre Grenzen ...

Dieses Buch hat Ailis vor kurzem in ihrem Blog rezensiert. Sie selbst fand es ja nicht so toll, aber mich interessiert es aus einem anderen Grund: wir haben nämlich vor zwei Jahren eine Nilkreuzfahrt gemacht, und waren total begeistert. Deshalb hab ich Ailis gefragt, ob es in dem Buch denn viele Schilderungen der Landschaft und des Lebens am Nil und in Luxor gäbe. Nun, eine Antwort drauf hab ich nicht bekommen, dafür hat sie mir ganz einfach das Buch geschenkt! Und jetzt darf ich selber nachlesen...
Vielen, vielen Dank nochmal, liebe Ailis!

Also zwei sehr unterschiedliche Bücher, die diese Woche in meinem Regal gelandet sind - und: ich kann wieder mal gar nix dafür ;-)

Freitag, 20. August 2010

[short review] Erin McCarthy: Hard and Fast ****

HARD AND FAST
Contemporary Romance

Author: Erin McCarthy
Series: Fast Track, Book 2
Publisher: Berkley Sensation (2009)
Paperback, 275 pages
ISBN: 978-0-425-23549-2




The Story:
Imogen Wilson is a sociology grad student from New York. She is currently living in Charlotte, working as an assistant to Tamara Monroe-Briggs, and looking for a topic for her sociology thesis. During the last few month she has made friends with Tamara and Suzanne. And Nikki. No, not really. We met Nikki in the first book of the series - she´s the dumb blonde who is after Ty McCordle, a race car driver. When Imogen sees her reading a book called "How to Marry a Race Car Driver in Six Easy Steps" she knows immediately that she has found her topic.
Imogen met Ty a few months ago, and since then she has been dreaming about him. Although she is totally clear with the fact, that Ty would never be interested in her, because she is a level-headed, glasses-wearing student, who likes to study human behavior better than running around in high heels and mini-skirts.
Even bigger is her surprise, when Ty breaks up with Nikki and shows his interest in her, Imogen Wilson!
They both fall for each other hard and fast. But will they make it, since they are both so very different?

Review:
This is the second book in the "Fast Track" series, and I did like this one, too. We have already met Ty and Imogen in the first book. And again we meet Tamara and Elec, who are married now. We also meet Suzanne and Ryder again, who are still divorced...
As soon as Ty meets Imogen, he is attracted by her intelligence, her conversational skills and her sophisticated appearance. She is so very different from the women he was dating before. Women who are after race drivers for fame and money. Like Nikki.
Imogen is always thinking too much, asking too much questions, analyzing everything. Ty is the only one who knows how to make her stop analyzing. And Imogen loves it!

This book made me giggle like the first book in the series: there are lots of funny, witty dialogues, and lots of comical scenes.
This book made me fan myself even more than the first book in the series: there are lots of steamy sex-scenes, and Ty is - whew! He´s a bit demanding, and Imogen seems to like it a lot!
But there is one thing: I did not cry in the end with the HEA. And if there are no tears, there is something wrong with the story. I really did like the characters, so what went wrong? It is simple: the conflict was not strong enough! But this is the only point for me to criticize.

Rating:
4 out of 5 stars for another entertaining, funny, sexy story in the Fast Track series. I´m very much looking forward to read Erin McCarthy´s latest release, the 3rd book in the series: "Hot Finish", which I have already ordered.




Information:
"Fast Track" is a series about women who fall in love with stock car drivers.
"Fast Track" is a series about men, who are in love with the track. And with that one special girl.
The stories are taking place in Charlotte, N.C., the hometown of NASCAR.

Book 1: Flat-Out Sexy
Book 2: Hard and Fast
Book 3: Hot Finish

Mittwoch, 18. August 2010

[Autoren] Paige Toon - FAQ




Der allerhäufigste Suchbegriff, der in der letzten Zeit Besucher auf meinen Blog geführt hat, war "Paige Toon" und zwar in allen möglichen Varianten, die ich hier mal zu 12 Fragen zusammengefasst habe:

1. Paige Toon
Paige Toon wurde 1975 geboren, und ist als Tochter eines Rennfahrers in Australien, England und Amerika aufgewachsen. Acht Jahre lang hat sie als Redakteurin für das heat magazine gearbeitet. Sie lebt nun als Autorin und freiberufliche Journalistin in England, zusammen mit ihrem Eheman Greg und ihren beiden Kindern Indy und Idha.

Paige Toon hat bisher 4 Romane veröffentlicht:
Lucy in the Sky (2007)
Johnny Be Good (2008)
Chasing Daisy (2009)
Pictures of Lily (2010)

Weitere Infos zur Autorin findet ihr auf ihrer Hompage oder bei ihrem Verlag Simon & Schuster.

2. neues Buch von Paige Toon auf deutsch  oder  paige toon bücher in deutsch
Bisher sind nur ihre ersten beiden Bücher "Lucy in the Sky" (unter dem selben Titel) und "Johnny Be Good" (unter dem unglücklichen Titel "Du bist mein Stern") auf deutsch erschienen, und zwar beim Fischer Verlag.

3. paige toon bücher deutsch kaufen
Tja, am besten beim Buchhändler deines Vertrauens, oder beim Online-Händler, zB. gleich hier klicken:
Lucy in the Sky
Du bist mein Stern

4. chasing daisy auf deutsch  oder  wann kommt chasing daisy auf deutsch? oder Paige Toon chasing daisy übersetzung
Ich hab mal nachgefragt. Laut Auskunft des Fischer-Verlages ist eine Veröffentlichung von "Chasing Daisy" auf deutsch für den Sommer 2011 geplant. Eine genaues Datum und der deutsche Titel sind leider noch nicht bekannt.
Ich hab "Chasing Daisy" bereits auf Englisch gelesen, meine Rezension findet ihr HIER!

5. Lucy in the sky buch inhalt
Guckst du HIER!

6. Lucy in the sky nathan
hach, seufz! Nathan!
Australischer Surfer-Boy mit Vorliebe für geschmacklose/dumme Witze. Unwiderstehlich witzig, süß und sexy.

7. lucy in the sky komischer schluss
Hä? Was soll daran komisch sein? Der Schluss, das Happy End, ist doch voll ok!
(Vielleicht meintest du aber auch "Johnny Be Good"? Den Schluss dieses Buches finden nämlich so einige "komisch" - im Sinne von seltsam, blöd, unpassend, unbefriedigend... Manche Leserinnen gehen sogar so weit, zu sagen, dass sie das Buch lieben, aber den Schluss hassen...)

8. lucy in the sky teil 2
Ähm, wieso? Es gab doch ein Happy End! Wer aber wissen will, wie es den beiden weiter ergeht, der findet einen kleinen Hinweis darauf was sie so machen in "Johnny Be Good".

9. Johnny be good, paige toon the end
Also nöö! Das verrate ich hier definitiv nicht, lest das Buch doch selbst!
Ich kann bloß verraten, dass es ein bisschen überraschend ist, dann wiederum aber doch nicht. Eine hochinteressante Frage bleibt offen. Und: nicht alle Leserinnen sind einverstanden mit Meg´s Entscheidung und dem Ausgang der Geschichte.
Aber mehr Info gibt´s von mir nicht!
Meine (etwas emotionale) Rezension zu dem Buch findet ihr übrigens HIER.

10. johnny be good teil 2  oder  fortsetzung johnny be good  oder du bist mein stern paige toon fortsetzung
Paige Toon sagt in einem Interview, dass die am häufigsten an sie gerichtete Frage lautet: "How could you do that to us, ending Johnny Be Good in that way? Please write a sequel!" (Wie konnten Sie uns das antun, Johnny Be Good so enden zu lassen? Bitte schreiben Sie eine Fortsetzung!)
Ob eine Fortsetzung geplant ist, konnte ich leider nicht herausfinden. (Tja, eigentlich bilde ich mir ein, mal irgendwo gelesen zu haben, dass sie bereits an einer schreibt, aber leider kann ich die Info nirgends mehr finden. Vielleicht war´s ja aber auch nur ein Wunschtraum *gg*)

UPDATE:
Die liebe Michaela hat mir eine große Freude gemacht, denn sie hat die Info bezüglich Fortsetzung von "Johnny Be Good" gefunden, die ich mir doch nicht eingebildet habe. Und sie hat mir den Link dazu geschickt!
HIER findet ihr einen Artikel von Paige Toon, in dem sie sich sehr konkret über die geplante Fortsetzung, an der sie bereits arbeitet, äußert. Aber ACHTUNG! Frau Toon spoilert ganz schön, sie verrät uns nämlich wer der Vater ist. Zumindest allen denen, die "Chasing Daisy" noch nicht gelesen habe, oder Daisy nicht glauben (wollen.)
Wir dürfen uns also auf Paige Toons fünftes Buch freuen, denn das wird die Fortsetzung von "Johnny Be Good"!

UPDATE:
Die Fortsetzung von "Johnny Be Good" erscheint im Juli 2011 und heißt "Baby Be Mine".


11. paige toon paola daisy
Daisy Rogers aus "Chasing Daisy" heißt im zweiten Vornamen Paola. (Ihre Mutter ist Italienerin. Deshalb.)
In "Johnny Be Good" taucht mal kurz eine Paola auf. Und ja: das ist sie!

12. pictures of lily von Paige Toon auf deutsch
"Pictures of Lily" ist das neueste (das vierte) Buch von Paige Toon, und ist im Juli 2010 erschienen. Wenn der Vorgänger "Chasing Daisy", der nächstes Jahr im Sommer auf deutsch erscheint, auch so erfolgreich verkauft wird, dürfen wir ja vielleicht auf eine Übersetzung von "Pictures of Lily" im Jahr 2012 hoffen.
Bis dahin kann ich nur raten: lest Paige Toons Bücher ruhig in der Originalversion, das ist wirklich nicht so schwer, wenn man leidlich englisch kann, versteht man das schon!

(Falls euch bei der Groß-und Kleinschreibung irgendwas komisch vorkommt: ich hab die Suchanfragen genauso übernommen, wie sie eingegeben worden sind.)

Zum Schluss nochmal für alle, die es noch nicht mitgekriegt haben: ich liebe die Bücher von Paige Toon, und kann sie nur wärmstens empfehlen!


Dienstag, 17. August 2010

[Werbung] Neuer Blog und Gewinnspiel

Die Österreicher holen auf!

Ich verfolge ja gnadenlos jeden deutschsprachigen Bücherblog, den ich finden kann. Und dabei ist mir natürlich aufgefallen, dass es nur eine Handvoll Österreicherinnen unter den Buchbloggern gibt (naja, zwei Hände voll vielleicht ;-)). Umso mehr freu ich mich, dass ich einen neuen Blog einer Österreicherin gefunden habe.

Marina ist eine Extrem-Leseratte, die sich schon seit Jahren in diversen Foren herumtreibt und jede Menge Rezensionen verfasst hat. Jetzt hat sie sich dazu entschlossen, etwas Eigenes zu machen und sie ist grad eifrig dabei, ihren neuen Blog zu befüllen. Marina liest am liebsten LiRos, und, was mich persönlich sehr freut, auch gerne erotische LiRos. Also schaut mal vorbei in Marinas Bücherwelt!
Zum Einstand gibt´s auch gleich ein Gewinnspiel bei ihr. Das läuft noch bis zum 31. August, und zu gewinnen gibt es das Buch "Nybbas Träume" von Jennifer Benkau.

Montag, 16. August 2010

[short review] Erin McCarthy: Flat-Out Sexy ****/*

FLAT-OUT SEXY
Contemporary Romance

Author: Erin McCarthy
Series: Fast Track, Book 1
Publisher: Berkley Sensation (2008)
Paperback, 276 pages
ISBN: 978-0-425-23517-1





The Story:
Tamara Briggs is a 32-year-old widow with two kids. Two years ago she lost her husband Pete, a race car driver, in an accident. Now she is thinking about starting dating again, but soon realises that her first date, boring anthropology professor Geoffrey, definitely doesn´t push any of her buttons. She decides to break up with him and leaves a party - when she bumps into a sexy stranger, spilling her wine all over his shirt.
Half an hour later she finds herself in a taxi with him, and they share a night of passion.
Elec Monroe is attracted by Tamara at first sight. He soon realises that she is the woman of his dreams, but he has to take his time to convince her. Elec is sweet, caring and understanding, even Tamara´s kids like him. And he likes them. And most of all: Elec makes Tamara feel like a woman again.
But Elec Monroe cannot be the right man for Tamara. Not only is he six years younger than her, but he is a race car driver as well, and the last thing Tamara wants to do is getting involved with another driver, and put her kids, or herself, in danger of losing someone again.

Review:
This is the first book I read by Erin McCarthy and I really liked it! This was such a sexy, funny story! Great characters, funny dialogues, steamy love scenes, not  too explicit, but really sexy.
Elec is a total hottie! He falls in love with Tamara who is 6 years older than him and has two children. He soon makes friends with the children and he makes Tamara feel sexy and wanted. Elec does all the right things. Sometimes I thought that he is too good to be true - but I definitely will not blame any author for creating  guys one can only dream about!
Tamara is struggling hard until she eventually can admit she is in love with Elec. She wants to protect her kids, and her own heart - which is totally believable.

This is the first book of the Fast Track Series, and besides Tamara and Elec, we are introduced to some other very sympathetic people:
Suzanne Jefferson, who is Tamara´s best friend, and her ex-husband Ryder, who is a driver in the same team as Elec. Another driver of the team, Ty McCordle, who is currently dating a very dumb blonde called Nikki. And finally Imogen Wilson, Tamara´s assistant, a sociology student from New York, who happens to find Ty very attractive. Which leads us directly to the second book in the series...

Rating:
4.5 out of 5 stars for a very entertaining, funny, sexy story, that made me giggle, fan myself, and cry as well - and I´m glad that the next book in the series "Hard and Fast" is already on my TBR-shelf so I can go get it...



Information:
"Fast Track" is a series about women who fall in love with stock car drivers.
"Fast Track" is a series about men, who are in love with the track. And with that one special girl.
The stories are taking place in Charlotte, N.C., the hometown of NASCAR.

Book 1: Flat-Out Sexy
Book 2: Hard and Fast
Book 3: Hot Finish

Sonntag, 15. August 2010

[SuB-Zuwachs] Teil 2 der Wochen-Beichte

Im zweiten Paket, das ich diese Woche gekriegt habe, waren Bücher von zwei meiner Lieblingsautorinnen drinnen *freu*:

Tja, falls euch das Cover bekannt vorkommt (weil in meiner Sidebar...) - das ist die englische Original-Ausgabe von "Hot Summer". Obwohl ich "Naked" schon seit 2 Wochen links oben unter "ich lese gerade" ankündige, hab ich damit tatsächlich noch gar nicht begonnen. Der Grund dafür ist, dass ich mir eingebildet habe, ich müsste das Vorgängerbuch vorher nochmals lesen, weil das ja doch schon ein bisschen länger her ist. Ich hab das Buch aber bisher nur auf deutsch gelesen, und deshalb hab ich mir für den Re-Read das Original bestellt.


Und weil ich ja inzwischen fast alle von Megan Hart auf Papier erhältlichen Bücher gelesen (oder in meinem SuB) habe, hab ich auch noch ein fehlendes mitbestellt, nämlich das hier: "Switch"


Obwohl die Rough Riders Serie noch nicht abgeschlossen ist, hat Lorelei James noch eine zweite Cowboys-Serie gestartet. "Corralled" ist gerade frisch rausgekommen. Na, da bin ich natürlich dabei! 

Samstag, 14. August 2010

[SuB-Zuwachs] heut mal im Schnelldurchlauf...

Vorige Woche habe ich wieder mal beim Online-Händler zugeschlagen, und deshalb sind in dieser Woche gleich zwei gut gefüllte Pakete bei mir eingetroffen. Da konnte ich mich zwischen dem Arbeitsstress wenigstens kurz mal beim Auspacken und beschnuppern der Bücher freuen *gg*. Im ersten Paket war das drin:

Die liebe SusiB hat mich drauf aufmerksam gemacht, dass ich den zweiten Teil der Fast Track-Serie zuerst bestellt habe, also hier ist jetzt der erste Teil. Vielen Dank nochmal, Susi! Ich hab inzwischen ja beide schon gelesen, und wär echt schade gewesen, wenn ich mit dem falschen begonnen hätte. Fand ich übrigens beide toll - Rezensionen gibt´s demnächst!




Ich brauch ja nicht mehr zu sagen, wer dran schuld ist, dass ich mir nach dem ersten Teil der Troubleshooters-Serie auch gleich die nächsten 3 Teile besorgt habe. *winkt rüber zu Cleopatra*


Und noch mal die beiden: Cleopatra hat mich mit ihrer Rezension zu "Broken" geködert, empfiehlt aber, zuerst "Fragile" zu lesen. SusiB ist dem Rat auch schon gefolgt, und ich hink hinterher *lach*
Aber so hab ich mich wenigstens doppelt abgesichert. Man kann nie genug auf der Hut vor schlechten Büchern sein - die kostbare Lesezeit ist einfach zu kurz. 

Donnerstag, 12. August 2010

2. RITA-Award für Kristan Higgins



Kristan Higgins, eine der Autorinnen, die ich heuer für mich entdeckt habe, und deren backlist ich "aufarbeite", hat kürzlich ihren zweiten RITA Award bekommen.

Der RITA-Award ist in Amerika ein ziemlich wichtiger Preis für Romance-Autoren, und wird von der amerikanischen Schriftsteller-Vereinigung Romance Writers of America einmal jährlich vergeben. In mehreren Kategorien wird die beste Romance-Novel des Jahres gekürt.

In der Kategorie "Best Contemporary Single Title Romance" hat Kristan Higgins im Jahr 2008 den Award für "Catch of the Day" eingeheimst (das Buch liegt noch auf meinem SuB), und heuer hat "too good to be true" gewonnen. Wobei ich ja ehrlich gesagt von dem Buch nicht ganz so überzeugt war. Die erste Hälfte des Buches fand ich wirklich gelungen und hätte auch meine Höchstnote verdient, aber leider plätschert die Geschichte, die wirklich turbulent und witzig begonnen hat, in der zweiten Hälfte nur mehr so dahin. Insgesamt habe ich das Buch dennoch mit 4.5 Sternen bewertet, was bei meiner allseits bekannten Strenge natürlich eine Top-Bewertung ist ;-).
Meine ausführliche Rezension findet ihr übrigens HIER.

Das neueste Buch von Kristan Higgins "all i ever wanted" hat bis jetzt auch nur die besten Kritiken erhalten, und bestätigt mich nur wieder in meinem Vorhaben, all ihre Bücher zu lesen. Bis jetzt hab ich drei gelesen, wobei "the next best thing" von mir die Höchstnote (und damit Auszeichnung als Lieblingsbuch) bekommen hat. (Rezension HIER).

Bisher war keines ihrer Bücher auf deutsch erhältlich, das wird sich aber nächstes Jahr ändern. Die liebe Marina hat mir geflüstert, dass bei MIRA gleich zwei Bücher von Kristan Higgins auf deutsch erscheinen, nämlich:

Im Juni 2011:  Fang des Tages  (OT: Catch of the Day)
Im August 2011:  Meine Brüder, die Liebe und ich  (OT: Just One of the Guys)

Leider gibts bis jetzt zu beiden Titeln weder Cover noch Klappentext, und ich kann euch auch (noch) nichts darüber erzählen, weil ich diese beiden noch nicht gelesen habe...

Kristan Higgins erschafft in ihren Büchern lebendige und liebenswerte Charaktere, meist gibt es eine Vielzahl an sympathischen und manchmal schrulligen Nebenfiguren - und alles sind gaaanz normale Leute, die in einer gaaanz normalen Kleinstadt leben.
Allerdings sind die Beziehungen meist ein wenig außergewöhnlich. So ist etwa in "the next best thing" Ethan in Lucy, die Witwe seines älteren Bruders verliebt. In "too good to be true" wird Grace kurz vor der Hochzeit von ihrem Verlobten verlassen, weil er lieber ihre Schwester heiraten will. Und in "Fools Rush In" wird Millie ausgerechnet mit Sam glücklich, den ihre Schwester nach 17 Jahren Ehe verlassen hat. (Klick auf die Titel bringt euch zu meiner jeweiligen Rezension!).
Und es gibt immer ein Haustier! Meistens ist es ein Hund, wie etwa der lustige Westie Angus in "too good to be true". Dagegen gibts in "the next best thing" den eigenwilligen Kater "Fat Mikey".
Der Schreibstil von Kristan Higgins ist locker, die Dialoge sind witzig-spritzig, und es mangelt nicht an Situationskomik und Romantik. Bin ja mal gespannt, wie das auf deutsch so rüberkommt!


Den Rita-Award 2010 in der Kategorie "Best Regency Historical Romance" hat übrigens Julia Quinn für "What Happens in London" erhalten.

Aber auf die Bücher von Frau Quinn brauche ich wohl niemanden mehr extra aufmerksam  machen, denke ich. Von ihr ist ja schon sehr viel auf deutsch erschienen, und ihre Bücher erfreuen sich hierzulande großer Beliebtheit. Zu recht natürlich!


Mittwoch, 11. August 2010

working girl

Boah - ich hab grad soooo einen Stress in der Arbeit, ich weiß gar nicht, wo mir der Kopf steht! Ich mag ja meine Arbeit. Also meistens jedenfalls. Aber zur Zeit ist es ganz einfach too much. Und deshalb träum ich zwischendurch mal vom kommenden Urlaub, und dabei hab ich nicht mal Zeit, mir einen Flug irgendwohin zu buchen - argh!
Weil ich auch nicht richtig Zeit zum bloggen hab, zeig ich euch mal ein paar Fotos. *seufz* HIER wär ich jetzt gerne:











Dienstag, 10. August 2010

[Rezension] Julia Quinn: Verführt von einer Lady ***

VERFÜHRT VON EINER LADY
Historical Romance

Autor: Julia Quinn
Serie: Cavendish-Reihe/Two Dukes, Band 2
Verlag: Cora (Historical Gold Nr. 225/2010)
OT: "Mr. Cavendish, I Presume" (2008)
Taschenbuch, 318 Seiten

Klappentext:
Ist das tatsächlich die brave Lady Amelia, mit der er seit Jahren verlobt ist? Thomas Cavendish, Duke of Wyndham, verspürt eine ungewohnte Faszination: bei einer Abendgesellschaft auf Belgrave Castle entpuppt seine Braut sich als so frech und geistreich, dass er sich Hals über Kopf in sie verliebt. Doch kaum kommt er ihr endlich näher, kostet sinnliche Küsse von ihren Lippen, gerät das neu entdeckte Glück auch schon in Gefahr. Ein lang verschollener Cousin taucht auf, anscheinend der wahre Duke of Wyndham - und damit der Mann, dem Amelia offiziell versprochen wurde! Und Thomas muss sich fragen: Wird sie am Ende einen anderen heiraten?

Kommentar:
Zuallererst: der Klappentext ist eine absolute Katastrophe! Das stimmt ja so alles nicht! Die besagte Abendgesellschaft findet NICHT auf Belgrave Castle statt. Dieser Cousin (Jack Audley) war NICHT verschollen - man hat ja von seiner Existenz gar nichts gewusst. Dass Amelia den anderen heiraten soll ist  absolut nebensächlich und kommt eigentlich gar nicht wirklich in Betracht, weil  weder Jack noch Amelia das wollen und auch keinen Hehl daraus machen.

Julia Quinn hat mit ihrer "Cavendish-Reihe" oder "Two Dukes of Wyndham" ein Experiment gemacht. Sie erzählt zweimal dieselbe Geschichte - aus verschiedenen Perspektiven. In Band 1 "Geküsst von einem Duke" wird die Geschichte um den Titel des Duke of Wyndham aus der Perspektive von Jack Audley und Grace Eversleigh erzählt. (Meine begeisterte Rezension findet ihr hier!).
Im zweiten Band blicken wir auf die Geschichte aus der Sicht von Thomas Cavendish, dem Duke of Wyndham und Amelia Willoughby. Diese beiden sind seit ihrer Kindheit miteinander verlobt, ihre Eltern haben damals einen Vertrag unterzeichnet, und seither wird Amelia darauf vorbereitet, einmal die Herzogin von Wyndham zu sein. Thomas kümmert sich aber nicht so recht um seine Verlobte und schiebt es immer wieder hinaus, ein Hochzeitsdatum festzulegen. Eigentlich kennen sich die beiden kaum, doch das soll sich demnächst ändern. Auf besagter Abendgesellschaft küssen sich die beiden zwar, aber da funkt es noch nicht so richtig. 
In der selben Nacht jedoch passiert etwas, das wir in diesem Buch nicht direkt erfahren, das aber immense Auswirkungen hat. Die Großmutter von Thomas wird zusammen mit ihrer Gesellschafterin Grace auf der Heimfahrt von eben jener Abendgesellschaft von einem Straßenräuber überfallen und dieser sieht ihrem verstorbenen Lieblingssohn so ähnlich, dass sie fest davon überzeugt ist, das müsse ihr Enkel sein, von dem bisher niemand etwas gewusst hat. Der Straßenräuber Jack Audley ist tatsächlich ein geborener Cavendish und jetzt muss nur noch bewiesen werden, dass er ein legitimer Sohn seinen Vaters ist, sprich, dass dieser mit seiner Mutter rechtmäßig verheiratet war - und dann ist laut Erbfolge Jack der wahre Herzog und Thomas ist seinen Titel los. 
Nachdem Thomas auf Belgrave Castle Jack Audley trifft und ihm das Ausmaß der Bedrohung durch Jacks Existenz klar wird, lässt er sich in irgendeiner Kneipe volllaufen, und läuft am nächsten Tag in einem erbärmlichen Zustand seiner Verlobten Amelia in die Arme. Und diese rettet ihn und bringt ihn nachhause. Die beiden kommen endlich miteinander ins Gespräch und lernen sich kennen und schön langsam entsteht so etwas wie Freundschaft zwischen ihnen. Als dann allesamt nach Irland aufbrechen, um die Legitimität von Jack nachzuprüfen, wird Amelia klar, dass sie sich in Thomas verliebt hat. Dieser meint aber nun, dass er sie nicht mehr heiraten kann, weil er ja wohl bald kein Herzog mehr ist. Auch Amelias Vater besteht darauf, dass Jack Amelia heiratet, wenn er der rechtmäßige Duke sein sollte. Thomas fühlt sich hin- und hergerissen, einerseits ist er drauf und dran, alles zu verlieren, was ihm jemals etwas bedeutet hat, ja, was ihn ausgemacht hat, und andererseits wird er genau aus diesem Grund, und aus Gründen der Ehre natürlich, auch noch Amelia verlieren, die ihm bisher nichts bedeutet hat, was sich aber in den letzten Wochen grundlegend geändert hat, wie er sich eingestehen muss.

Leider ist das Experiment von Frau Quinn in meinen Augen nicht sehr geglückt, sie hätte lieber beide Geschichten in einem Buch untergebracht. Zwar sind es nur wenige Szenen, die sich in beiden Büchern wiederholen, aber ich hatte ständig das Gefühl, hier in diesem Buch fehlt etwas. Die Geschichte kann ganz einfach nicht stimmig sein, wenn man den ersten Band nicht kennt. Alleine die Großmutter, die Dowager Duchess, dieser fürchterliche Drache, und ihre Entschlossenheit, Jack als Herzog zu sehen, bekommt nicht genug Gewicht. Und dadurch bekommt auch das Dilemma von Thomas meiner Meinung nach nicht genug Gewicht.
Ich fand das erste Buch ja absolut wunderbar und amüsant und es hat meine Höchstnote bekommen. Leider kann ich die dem zweiten Buch nicht geben, obwohl Thomas und Amelia auch ein liebenswertes Paar sind. Aber hier fehlen ganz einfach die spritzigen Dialoge, die im ersten Band wahres Lesevergnügen bereitet haben. Auch fehlt es ein bisschen am Prickeln zwischen den beiden. Und die schauderhafte Verführungsszene am Schluss - oh nein, das war definitiv keine Glanzleistung von Frau Quinn!

Insgesamt wirkt die Geschichte leider lückenhaft - und ich habe den starken Eindruck, dass man sich eigentlich nicht wirklich auskennen kann, wenn man das erste Buch nicht gelesen hat. Die Rolle von Jack gerät in ein falsches Licht (siehe Soleils Rezension - sie mochte ihn nicht, dabei ist dieser Kerl ganz einfach umwerfend!), auch die Rolle von Grace nimmt man nicht wahr, und am schlimmsten ist, dass die Großmutter, die ja die treibende Kraft hinter der Titel-Verwirrung ist, hier kaum zu Wort kommt. Ein Leser dieses Buches, der den ersten Teil nicht kennt, muss deshalb einigermaßen verwirrt sein, man kann sich ja hier nicht erklären, warum dieser Jack plötzlich aufgetaucht ist, warum er denn plötzlich Grace liebt und warum die ganze Gesellschaft so überstürzt nach Irland aufbricht.
Außerdem hab ich noch ein kleines Fehlerchen entdeckt: Amelia behauptet, in dem Gasthof in Irland schlecht geschlafen zu haben, weil sie sich mit Grace das Bett teilen musste, die sich ständig herumgewälzt hat. Soweit ich mich erinnern kann, hat Grace sich in der besagten Nacht aber in ganz einem anderen Bett herumgewälzt ;-)

Fazit:
3 Sterne für ein Experiment, das leider nicht so ganz geglückt ist, aber trotzdem eine nette Unterhaltung bietet. Ich kann NICHT empfehlen, dieses Buch alleine zu lesen, unbedingt den ersten Band zuerst!

Montag, 9. August 2010

Jane Austen: Stolz und Vorurteil

STOLZ UND VORURTEIL

Autor: Jane Austen
Verlag: Reclam (1977/2008)
OT: Pride and Prejudice (1813)
Taschenbuch, 479 Seiten (inkl. Anmerkungen und Nachwort)
ISBN: 978-3-15-021729-0


Klappentext:
"Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau." - dieser berühmte Satz (dessen ironische Umkehrung vielmehr stimmt: nicht die unverheirateten Männer suchen eine Frau, sondern die Mütter der jungen Damen bzw. diese selbst sind auf der Jagd...) steht am Anfang eines Romans, der zu den erfolgreichsten Liebesgeschichten der Weltliteratur gehört. Eine gehörige Portion Stolz muss abgelegt und so manches Vorurteil aus dem Weg geräumt werden (was zur allerschönsten Menschenkenntnis der Leser führt), bis Elizabeth und Mr. Darcy endlich ein Paar werden.
Die Dialoge der beiden Hauptfiguren gehören zum Besten, was Jane Austen gelungen ist, nicht zuletzt deswegen gilt eben dieser Roman als ihr bekanntester. Mehrfach verfilmt, zuletzt 2005.

Kommentar:
Okay, nun hab ich es endlich gelesen. Und es war ganz nett. Aber es hat mich nicht vom Hocker gerissen. Beim besten Willen nicht. Was aber ziemlich sicher an meinen (zu) hohen Erwartungen an das Buch lag. Aber fangen wir mal von vorne an.
Das wird hier sicher keine Rezension, ich werde mich auch nicht erdreisten, das Buch nach meinem üblichen System zu bewerten, ich werde lediglich meine ersten Gedanken dazu festhalten. Denn, obwohl ich ein wenig enttäuscht war, werde ich das Buch ziemlich sicher nochmals lesen. 
An der englischen Originalversion bin ich ja gescheitert, weil die Sprache ganz einfach zu anspruchsvoll für mich war, obwohl mein Englisch wirklich nicht schlecht ist und ich auch viel auf Englisch lese, aber die moderne Sprache, die ich gut verstehe, ist mit der von Jane Austen kaum vergleichbar. Und das hat sich mir auch bei der Lektüre der deutschsprachigen Version bestätigt. Die Sprache ist definitiv ein wenig gewöhnungsbedürftig, man kommt aber doch sehr schnell rein. Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten, vor allem bei den Dialogen, wo ich den Sprecher nicht immer eindeutig zuordnen konnte, und öfter mal ein paar Sätze zurücklesen musste. Wenn man dann aber so richtig in der Sprache drinnen ist, lässt es sich sehr zügig lesen und ich musste mich doch einige Male richtiggehend einbremsen, weil ich bemerkt habe, dass ich den ein oder anderen Satz nur halb verstanden habe. Dieses Buch ist definitiv einen Re-Read wert und ich wage zu vermuten, dass es mir beim nächsten Mal vielleicht sogar besser gefällt, weil meine Erwartungen nicht mehr so hoch sind und ich mich eher auf die Vielschichtigkeit der Geschichte einlassen kann, als auf die Love-Story von Lizzy und Mr. Darcy, die mich zugegebenermaßen wirklich enttäuscht hat. Ich kann es leider absolut nicht nachvollziehen, wie so viele Leserinnen von diesem Mr. Darcy schwärmen können, das ist doch der totale Langweiler...
Viel interessanter als die beiden Hauptpersonen Elizabeth Bennet und Mr. Darcy finde ich einige der Nebenfiguren, die wirklich ganz köstlich gezeichnet sind.
Mrs. Bennet zum Beispiel, die Mutter, eine schauderhafte Person - oberflächlich, ungebildet, impertinent, ohne Manieren aber dafür voller Neid und Missgunst. Außerdem ist sie auch noch hysterisch - eine richtige Drama-Queen.
Mr. Bennet, der Vater, der sich wirklich nur in Extremsituationen (oder was man damals dafür hielt) dazu aufraffen kann, sich für seine Familie zu interessieren. Bei der Frau und bei dem Haufen Töchter, von denen eigentlich nur zwei über erwähnenswerte Intelligenz verfügen, ist es nicht verwunderlich, dass er zu einem Zyniker geworden ist und sich am liebsten in seine Bibliothek zurückzieht.
Mr. Collins - ein genauso dämlicher wie aufgeblasener Schleimer, der wesentlich mehr Glück als Verstand hat.
Miss Bingley - ein intrigantes Luder par excellence, die jede Soap-Opera bereichern würde.
Lydia Bennet, die jüngste Schwester - ein selten dummer Trampel, der nichts als modischen Schnickschnack und Männer im Kopf hat, mit 16 Jahren auf den größten Windbeutel unter ihnen hereinfällt, und es nicht einmal bemerkt. 
Jane Bennet, die älteste Schwester - ein naives Dummchen, das hübsch anzusehen ist, in allem und jedem immer das Positive sieht, und völlig harmlos ist.

Ich konnte mit Elizabeth leider nicht besonders warm werden, obwohl das Buch hauptsächlich aus ihrer Perspektive geschildert wird. Die Dialoge mit Darcy fand ich etwas enttäuschend, vor allem Elizabeths besserwisserische Art. Dafür war in meinen Augen Elizabeths Gespräch mit Lady Catherine in der Laube der Bennets eine der besten Stellen im Buch, wenn nicht überhaupt die Beste. 

Jane Austen hat sicher eine feine Feder, und ihr ist in "Stolz und Vorurteil" die Darstellung eines kleinen Kosmos, in dem sich alles um die erfolgreiche Verheiratung der Töchter des Hauses dreht, sehr gut gelungen. Sie kann auch ganz wunderbar Charaktere zeichnen, alleine damit, was diese sagen und mit der Art wie sie reden. In meinen Augen jedoch schafft sie es nicht, Gefühle zu transportieren, weder zwischen Jane und Bingley noch zwischen Lizzy und Darcy sehe ich irgendwelche Funken sprühen. Ich fand nicht den Hauch von Romantik. Und doch soll es sich hierbei um zwei Liebesheiraten handeln. Im Gegensatz zu den damals üblichen Vernunftehen, die dazu gedacht waren, einen der beiden Ehepartner abzusichern und zu versorgen.

Und, Entschuldigung bitte, wenn ich jetzt als totale Ignorantin dastehe - werft ruhig mit Tomaten nach mir - aber das kanns ja jetzt bitte nicht sein, dass die zwei nicht mal Händchen halten. Das ist doch absolut lächerlich! Ich habe mir selbstverständlich keine expliziten Sexszenen erwartet, ist ja klar, aber nicht mal ein Kuss? Oder wenigstens eine klitzekleine Andeutung einer Berührung mit tief-in-die-Augen-gucken? Tut leid, aber sowas ist echt unbefriedigend, und ich würde das Buch auch sicher nicht als Liebesgeschichte bezeichnen, wie es am Klappentext steht.

Fazit:
Sooo toll war das wirklich nicht. Ich werde das Buch aber sicher nochmals lesen, vielleicht wirds ja beim zweiten Mal besser, vor allem weil meine hohen Erwartungen jetzt weg sind.
Außerdem werde ich auch noch wenigstens ein oder zwei andere Bücher von Jane Austen lesen.

Und damit hab ich mich jetzt also endlich auch dazu durchgerungen, hochoffiziell an Sarah´s Jane Austen Challenge teilzunehmen!


Sonntag, 8. August 2010

[SuB-Zuwachs] gewonnen!

Die Glücksfee war mir wieder mal hold, und so hab ich vor kurzem bei Bettinas Gewinnspiel ein Buch gewonnen, das diese Woche bei mir eingetroffen ist. Vielen Dank nochmals, liebe Bettina!


Mary Hooper: Geheimnisvolles Vermächtnis
London, 1861. Die fünfzehnjährige Grace lebt mit ihrer Schwester Lily in einem der ärmsten Viertel von London. Grace ahnt nicht, dass sie und ihre Schwester per Zeitungsannonce als Erbinnen eines riesigen Vermögens gesucht werden. Während sie um ihr tägliches Überleben kämpft, bereiten sich einige skrupellose Gestalten darauf vor, das Vermögen in ihren Besitz zu bringen. Um jeden Preis. Unter anderem auch Mr. Unwin, der Bestattungsunternehmer, bei dem Grace arbeitet.


Tja, interessant - dann les ich auch mal ein YA-Buch, bin ja mal gespannt.

Samstag, 7. August 2010

[Rezension] Suzanne Brockmann: The Unsung Hero ****

THE UNSUNG HERO
Contemporary Romance/Romantic Suspense

Autor: Suzanne Brockmann
Reihe:Troubleshooters, Book 1
Verlag: Ballantine Books (2000)
Paperback, 392 Seiten
ISBN 978-0-8041-1952-8

Klappentext:
After a near-fatal head injury, Navy SEAL lieutenant Tom Paoletti catches a terrifying glimpse of an international terrorist in his New England hometown. When he calls for help, the Navy dismisses the danger as injury-induced imaginings. In a desperate, last-ditch effort to prevent disaster, Tom creates his own makeshift counterterrorist team, assembling his most loyal officers, two elderly war veterans, a couple of misfit teenagers, and Dr. Kelly Ashton - the sweet "girl next door" who has grown into a remarkable woman. The town´s infamous bad boy, Tom has always longed for Kelly. Now he has one final chance for happiness, one last chance to win her heart, and one desperate chance to save the day...

Kommentar:
Tom Paoletti, Navy SEAL und Kommandant einer Spezialeinheit, wurde bei einem Einsatz derart schwer am Kopf verletzt, dass er mehrere Wochen im Koma lag. Wie durch ein Wunder hat er überlebt und ist beinahe vollständig genesen, als es zu einem kleinen Zwischenfall mit einem Vorgesetzten kommt, der ihn am liebsten sofort aus dem Team haben will. Toms aggressives Verhalten wird ihm zum Vorwurf gemacht, und er wird nochmals 30 Tage auf Rehabilitation geschickt, um danach von Psychologen getestet zu werden, die über sein weiteres Schicksal in der Navy bestimmen werden.
Tom beschließt, für ein paar Tage seinen Onkel Joe zu besuchen, bei dem er aufgewachsen ist. Natürlich hofft er auch ganz heimlich, bei der Gelegenheit Kelly Ashton wiederzusehen, in die er sich mit 19 Jahren verliebt hat. Allerdings war er damals der Bad Boy des Ortes, und Kelly, Tochter aus reichem Hause, war gerade mal 15 Jahre alt. Eines Abends fanden sich die beiden im Auto seines Onkels in leidenschaftlicher Umarmung wieder, und tags darauf hat Tom fluchtartig seinen Heimatort verlassen um zum Militär zu gehen.
Als Tom am Bostoner Flughafen ankommt, meint er in der Menge einen langgesuchten Terroristen entdeckt zu haben. Jenen Mann, der nach einem Attentat vor ein paar Jahren als einziger entkommen ist, und den Tom in den darauffolgenden Jahren anhand von Fotos und Videos geradezu besessen studiert hat. Doch sein Vorgesetzter schenkt ihm keinen Glauben und ist der Meinung, Tom habe aufgrund seiner Kopfverletzung Hirngespinste, denn der besagte Terrorist sei seit langem tot. Tom ist sich sicher, ihn erkannt zu haben, und dann wiederum doch nicht. Seine anhaltenden Kopfschmerzen und wiederkehrenden Schwindelanfälle bescheren ihm arge Selbstzweifel.
Kelly Ashton, inzwischen Kinderärztin, ist seit einiger Zeit geschieden und kümmert sich um ihren Vater Charles, der an Krebs im Endstadium leidet. Sie hat es nie verwunden, dass Tom sie damals einfach so verlassen hat. Als sie ihn nach so vielen Jahren wiedersieht, flammt die Leidenschaft für ihn schnell wieder auf und nachdem Tom überraschend entscheidet, die ganzen 30 Tage in Baldwin´s Bridge zu verbringen, beschließt sie, ihn zu verführen, denn sie glaubt, eine rein sexuelle Affäre mit Ablaufdatum würde sie vor einem erneut gebrochenen Herzen schützen. Und sie möchte doch nur einmal eine heiße Affäre, und warum nicht mit Tom Paoletti, dem Mann ihrer Träume...
Charles Ashton (Kellys Vater) und Joe Paloetti (Toms Onkel) waren gemeinsam im zweiten Weltkrieg und sind seit über fünfzig Jahren die besten Freunde, auch wenn sie oft genug das Gegenteil behaupten. Die beiden hüten ein Geheimnis, das im Laufe des Buches Zug um Zug enthüllt wird, und eine wirklich herzzereissende Geschichte birgt.

Insgesamt werden in diesem Buch drei Liebesgeschichten erzählt. Drei Liebesgeschichten, die völlig unterschiedlich sind und trotzdem etwas gemeinsam haben, die jede auf ihre Weise schön oder traurig ist, oder beides.

Was für eine Überraschung! Männer mit Gefühlen!
Im Gegensatz zu den meisten Romances, die ich in letzter Zeit gelesen habe, ist dieses Buch mal nicht aus der Ich-Perspektive der weiblichen Hauptperson geschildert, sondern aus mehreren Perspektiven. Was zum Vorteil hat, dass ich auch mal was über die Gedanken und Gefühle des/der männlichen Helden erfahre. Und das nicht zu knapp. Äußerst erfrischend!

Ein paar kleinere Mängel haben das Buch einen Stern Abzug gekostet. Etwa, dass die Gedanken und die Gefühle von Tom und Kelly, die sie für den jeweils anderen hegen, ein paar Mal zu oft wiederholt werden. Oder dass das zweite Liebespaar ein bisschen zu klischeehaft gezeichnet ist. Mallory, das wunderschöne, aber unsichere Bad-Girl, die zuerst mit dem hübschen, aber hohlen Brandon ausgeht, der sich prompt als Arschloch entpuppt, und die sich dann doch in David, den unscheinbaren, künstlerisch begabten "Geek" verliebt, den sie zuerst für völlig "daneben" hält. Aber die beiden sind trotzdem total sympathisch.

Der Suspense-Teil hält sich in Grenzen, auch wenn es beim etwas übereilten Showdown am Ende sogar richtig spannend wird. Auch hier gibt es einen Minuspunkt für einen kleinen, aber ausschlaggebenden Logik-Fehler. (Die Programmierung der zweiten Bombe).

Das alles tut dem Lesevergnügen jedoch keinen wirklichen Abbruch, denn ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können.

Fazit:
4 Sterne für eine stellenweise sehr berührende Romance mit starken Figuren, die auch mal schwach werden können, ohne lächerlich zu wirken, und mit einer guten Portion Spannung.

Vielen Dank an Cleopatra für die Empfehlung, ich hab mir schon die nächsten Bücher bestellt!