Sonntag, 28. Februar 2010

Geschafft!

Wieder mal ein Monat vorbei und ich hab weiterhin durchgehalten, jeden Tag (einen mehr oder weniger gescheiten) Post zu schreiben. 

Etwas zum Feiern gibt´s, obwohl das jetzt eigentlich nicht diesen Blog betrifft, sondern meinen Bücherflohmarkt

Ich habe diese Woche das 300. Buch verkauft! 

Das heißt meine Bibliothek sollte eigentlich ziemlich geschrumpft sein. Ist sie aber leider nicht. Grund dafür ist zum Einen, dass nicht alle Bücher meine eigenen waren (etwas mehr als 10% stammen von Freundinnen, die mir ihre "ausgemusterten" Bücher überlassen haben), zum Anderen, dass ich schon wieder so viele neue (und gebrauchte) Bücher eingekauft habe...

Nochmals herzlich bedanken möchte ich mich bei Natira, für die Hilfe (und die moralische Unterstützung) als das Layout meines Bücherflohmarkts kurzzeitig flöten gegangen ist.

Außerdem vielen Dank an die paar sehr netten Leutchen, die meinen neuen Blog (also diesen hier) schon regelmäßig lesen, ich hoffe euch gefällt was ich so schreibe, und wenn´s so ist, dann erzählt es doch bitte weiter...

Samstag, 27. Februar 2010

[Rezension] Leonardo Padura: Handel der Gefühle ****

"Handel der Gefühle" ist das 2. Buch im "Havanna-Quartett" von Leonardo Padura, der "Frühling".

Klappentext:
Ein heißer Frühlingssturm fegt durch die Straßen Havannas, als Teniente Mario Conde der schönen Karina bei einer Autopanne hilft. Karina ist Jazzfan und spielt noch dazu selbst Saxofon - Mario Conde verliebt sich augenblicklich. Doch da wird er mit einer heiklen Untersuchung beauftragt: Eine junge Chemielehrerin ist ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden worden, in der auch Spuren von Marihuana entdeckt werden. Nicht nur beim Parteikader, sondern auch im Bildungswesen ist die Kriminalität alltäglich geworden.

Kommentar:
Der letzte Satz des Klappentextes bezieht sich offenbar auch auf das erste Buch der Quartetts, denn dort geht es um einen Kriminalfall im Parteikader, wobei es hier im zweiten Buch um einen Mordfall im Bildungswesen geht. 
Havanna, Frühling 1989. Eine junge Lehrerin wird ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Zuvor wurde sie offensichtlich vergewaltigt und misshandelt. Teniente (=Leutnant?) Mario Conde wird von seinem Vorgesetzten mit der Lösung des Falles beauftragt, mit dem strengen Hinweis, sich "zu benehmen" - anscheinend hat El Conde im ersten Buch irgendwas ausgefressen, das kann ich aber nur vermuten, weil ich das (noch) nicht gelesen habe.
(Auch in diesem Buch gibt es einen kleinen Zwischenfall, der ihm ein Disziplinarverfahren einbringt...)
Die ermordete Lehrerin Lisette Delgado hat genau an jener Schule unterrichtet, die auch Mario Conde einst besucht hat, was ihn zu einigen wehmütigen Rückblicken auf seine Jugend veranlasst, in der er noch Träume hatte, Vorstellungen davon, wie sein Leben verlaufen sollte. Auch wenn sich seine Vorstellungen offensichtlich nicht verwirklicht haben, so hat er doch seine Träume nicht ganz aufgegeben, aber er ist Realist geworden. Mario Conde ist Mitte Dreissig und lebt allein. Jeden Abend besucht er seinen besten Freund, der seit einer Schussverletzung an den Rollstuhl gefesselt ist. Dessen Mutter Josefine sorgt für das leibliche Wohl ihres Sohnes und auch El Condes, der sonst wohl des öfteren aufs Essen vergessen würde. El Conde ist traurig und einsam, der gnadenlose Frühlingssturm und die Kriminalität mit der er täglich konfrontiert wird, verursachen ihm ständige Kopfschmerzen. 
Als er die geheimnisvolle Karina kennenlernt und sich Hals über Kopf in sie verliebt, ändert sich seine depressive Stimmung schlagartig. Er entdeckt wieder die verborgene Schönheit seiner Heimatstadt und bringt seine Wäsche und die Wohnung auf Vordermann (eine bezaubernde Szene!) - natürlich für eine Liebesnacht mit Karina.
Auf relativ unspektakuläre Weise wird der Kriminalfall gelöst, neben dem Mörder der Lehrerin bringt El Conde ganz nebenbei auch noch einen Drogendealer und einen Kleinkriminellen hinter Gitter.

Überhaupt geschieht alles in dem Roman irgendwie so nebenbei, was aber nicht negativ gemeint ist. Es gibt hier ziemlich viel zwischen den Zeilen zu lesen - so kann etwa der in großen Mengen genossene Rum eigentlich nur vom Schwarzmarkt stammen, ebenso wie die Lebensmittel, aus denen Josefine ihre ausgefallenen Gerichte kreiert. Der Mangel an so vielen Dingen, die für uns selbstverständlich sind, wird nicht dezidiert ausgesprochen, kommt aber immer wieder durch. In diesem Sinne ist das vorliegende Buch nicht nur Kriminalroman sondern vielmehr ein Bild des Zustandes im Land.

Das ganze Buch wird aus der Sicht der Hauptperson Mario Conde geschildert. Etwas irritiert hat mich zwischendurch der Wechsel der Erzählzeit (immer wenn er mit Karina zusammen ist?), deutlich etwa in diesem Beispiel von Seite 164/165:

"Nur wenn Mario Conde verliebt war, fand er den Mut, über die Zukunft nachzudenken. Lichter der Hoffnung zu entzünden war zum deutlichsten Anzeichen für eine Zufriedenheit in der Liebe und im Leben geworden, der es gelang, die nostalgische Melancholie aus seinem Bewusstsein zu verdrängen, mit der er mehr als fünfzehn Jahre anhaltender Misserfolge gelebt hatte."

Der nächste Absatz ist hingegen wieder in der Gegenwart geschrieben:

"Nur wenn Mario Conde verliebt ist, erlaubt er sich den Luxus, jenes harte Urteil für einen Moment zu vergessen. Dann verspürt er den Wunsch zu schreiben, zu tanzen, Liebe zu machen, um sich zu vergewissern, dass die animalischen Instinkte beim Liebesspiel auch ein glückliches Bemühen sein können, alten Träumen und vergessenen Versprechungen des Lebens Gestalt und Erinnerung zu verleihen."

Auch wenn es vielleicht ein bisschen klischeehaft ist: der einsame Polizist, der gerne Schriftsteller wäre, der sich rührend um seinen gelähmten Freund kümmert, seine Fälle brilliant löst, Disziplinarprobleme hat und seinen Kummer in Alkohol ertränkt. Manchmal kann ich einfach nicht genau sagen, warum ich eine Figur mag. Mario Conde mag ich einfach! Er ist so eine Mischung aus traurigem Poeten und Bad Boy.

Fazit:
4 Sterne für ein schönes, stilles Buch, das ich empfehlen kann, und bei Gelegenheit werde ich mir auch die drei anderen Bände des Quartetts kaufen, auch wenn zu befürchten ist, dass Mario Conde am Ende auch nicht glücklich sein wird, obwohl ich es ihm wünschen würde.

Das "Havanna-Quartett" von Leonardo Padura:
- Ein perfektes Leben. Das Havanna-Quartett: Winter
- Handel der Gefühle. Das Havanna-Quartett: Frühling
- Labyrinth der Masken. Das Havanna-Quartett: Sommer
- Das Meer der Illusionen. Das Havanna-Quartett: Herbst

Donnerstag, 25. Februar 2010

Waage-Leiden

Eigentlich wollte ich heute eine Rezension über "Handel der Gefühle" von Leonardo Padura schreiben, das ich vorhin ausgelesen habe. Aber das muss ich auf morgen verschieben, weil ich mich grad total geärgert hab. Nein, nicht über das Buch - das ist nämlich wirklich gut.
Über meinen Bücherflohmarkt, oder besser gesagt, über etwas, das damit passiert ist und was ich mir nicht erklären kann. Vorgestern habe ich den ganzen Abend damit zugebracht, einen Stapel Bücher für den Verkauf vorzubereiten, und als ich sie grad vorhin posten wollte, spielt mein Layout verrückt! Den ersten Post hab ich dreimal wieder gelöscht, nur um draufzukommen, dass es sich einfach nicht ändert. Ich versteh´s nicht!
Der Hintergrund des Posts bleibt weiß und jetzt sieht das ganze einfach Scheiße aus! Da geb ich mir stundenlange Mühe, damit mein Blog gut aussieht - und das ist mir verdammt wichtig, denn ich habe einen Waage-Aszendenten, der in ästhetischer Hinsicht äußerst anspruchsvoll ist. Und dann auf einmal, nach über einem Jahr, funktioniert das Layout nicht mehr und ich komm einfach nicht drauf, woran es liegt! Und es betrifft auch nur die neuen Posts. Die alten sehen alle noch so aus, wie es sein soll - deshalb finde ich das ganze ja noch mysteriöser...
Na gut, ich bin absolut keine Fachfrau, alles was ich hier mache, habe ich mir selbst beigebracht, und bin stolz drauf, nebenbei bemerkt, aber ich bin mir absolut keines Fehlers bewusst, ich habe auch nichts an den Einstellungen verändert, und ich habe alles so gemacht wie immer. Ich versteh´s einfach nicht. Und es ärgert mich. Immens sogar.
Und deshalb geh ich jetzt und mach was ganz anderes. Vielleicht kommt ja eine Eingebung über Nacht... Oder es repariert sich von selbst... 
Oder ich gewöhn mich dran, dass es kacke aussieht.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Oh Alex!

Das neue Buch von Megan Hart, "Naked", erscheint heuer im Sommer und ich kann es kaum erwarten. Obwohl ich erst zwei der vielen Bücher von ihr gelesen habe, weiß ich jetzt schon, dass ich dieses hier lieben werde, nachdem ich hier heute gelesen habe, um wen es geht. Nämlich um Alex Kennedy aus Hot Summer!

Alex Kennedy. Was für ein Mann.  *schmacht*  *seufz*  Charmant, gutaussehend, unverschämt sexy, geheimnisvoll. Und ein bisschen bi. Ich habe ihn geliebt in Hot Summer! Dass Buch heißt im Originaltitel übrigens "Tempted". Und tja - ER ist die Versuchung...

Allerdings habe ich vorhin das Cover näher beäugt, und das war nicht ganz so gut. Denn DAS ist auf keinen Fall Alex Kennedy, wie ICH ihn mir vorstelle. Die Haare sind viel zu kurz! Und zu hell. Und das Profil... NEIN, NEIN, NEIN, das ist er nicht!!! Ich glaub, da muss ich gleich was drüberkleben, wenn ich das Buch kriege ;-), leider kann man es noch nicht mal vorbestellen. Aber bis dahin habe ich wenigstens Zeit mir ein Bild von MEINEM Alex zu suchen und daraus ein Cover zu basteln...

Dienstag, 23. Februar 2010

Höchste Zeit...

...dass ich mich wieder mal um meinen Bücherflohmarkt kümmere, und neue Bücher einstelle. Ein ganzer Stapel wartet darauf, dass ich ihn zum Verkauf herrichte. Das heißt: Fotos machen und bearbeiten, Bücher abwiegen (fürs Porto), Preise recherchieren, Inhaltsangaben tippen, online stellen... Ein Haufen Arbeit...

Das ist ja so typisch für mich - Zwillingsleiden eben - sobald ich ein neues Projekt habe, ist das alte nicht mehr wirklich interessant. Ich frage mich, ob ich mir das noch lange antun soll, das Bücher verkaufen ist nämlich ziemlich viel Arbeit. Also eigentlich nur die Vorbereitung dazu, wenn sie mal online sind, dann läuft´s eh von selber, also, wenn es halt läuft. Manchmal verkauf ich was und dann wieder tagelang nichts, aber das wird wohl jedem so gehen, der versucht, seine alten Bücher loszuwerden, die er nicht mehr braucht, und die nur unnötig Platz wegnehmen im Bücherregal.

Demnächst werde ich wohl einen "Totalabverkauf" machen, das überlege ich mir schon seit einigen Tagen. Die Kiste, die bei mir im Eck steht, ist nicht nur mir ein Dorn im Auge. Kiste deshalb, weil in den Regalen nicht mehr alles Platz hat. Der Liebste regt sich allerdings eh schon lange nicht mehr auf über mein zeitraubendes Hobby. (Und über die Kiste). Er sieht darüber hinweg. Ich andererseits belästige ihn gar nicht mehr mit meine kleinen "Verkaufserfolgen", er belächelt mich eh nur, sieht aber inzwischen zum Glück davon ab, mir vorzurechnen, welch schlechtes "Geschäft" das ist. Er will es eben nicht verstehen, dass ich das nicht als Geschäft ansehe (wie denn auch, wo man für gebrauchte Bücher ja kaum etwas kriegt).

Zum wiederholten Mal hab ich mir schon gesagt: "Das sind jetzt aber definitiv die letzten Bücher, die ich zum Verkauf einstelle!" Und dann kommen wieder welche dazu...

Also ich vertschüss mich jetzt und mach die Bücher...

Montag, 22. Februar 2010

SuB-Abbau einmal anders

Nicht auslesen, sondern ausmustern, hab ich mir gedacht.

Nachdem ich gestern wieder mal ein Buch abgebrochen habe, denke ich drüber nach, meinen SuB, der eh nicht ganz sooo groß ist, zu minimieren, indem ich ein paar der Bücher ausmustere, die ich aller Wahrscheinlichkeit nach eh nie lesen werde. 

Seit voriger Woche schon schleppe ich das Buch "Angels" von Marian Keyes mit mir herum (auf Deutsch unter dem Titel "Auszeit für Engel" erschienen). Das ist mein Handtaschenbuch, das ich lese, wenn ich in der Straßenbahn sitze (also auf dem Weg in die Arbeit oder nachhause) oder irgendwo warten muss (also vorige Woche einmal beim Allergietest und einmal im Labor).
Die Story hat sich irgendwie zäh dahingeschleppt, und ich hab gedacht das liegt vielleicht daran, dass ich immer nur einen kurzen Teil auf einmal lese. Also hab ich es am Wochenende in meinen Lesesessel mitgenommen. Aber es wurde nicht besser, und ich hab es auf Seite 166 wegen gähnender Langeweile abgebrochen. Ok, ich hab dann noch so ca. 20 Seiten vom Ende gelesen - und das war auch so sterbenslangweilig, dass ich zur Überzeugung gekommen bin, auf den 300 Seiten dazwischen hab ich nichts versäumt.

Jetzt hab ich aber auf meinem SuB noch ein Buch von Marian Keyes liegen, und das ist noch größer und noch dicker (über 600 Seiten), nämlich "The Other Side of the Story" (auf Deutsch übrigens mit besch. wunderbaren Titel "Neue Schuhe zum Dessert" gesegnet). Und ich habe entschieden, dass es ungelesen in meinen Bücherflohmarkt wandert, denn ich mag eigentlich keine Bücher über frustrierte Frauen über 30 lesen, nein danke! Und schon gar nicht welche, die langweilig und völlig unlustig sind, obwohl das Gegenteil behauptet wird.


Und weil ich schon dabei bin, fliegt auch gleich das zweite Buch von Zeruya Shalev raus, das noch auf meinem SuB liegt. Nachdem mir "Liebesleben" nicht grad übermäßig gut gefallen hat (siehe hier!), ist es eher unwahrscheinlich, dass mich "Mann und Frau" von den Socken reißt.

Na, wer sagt´s denn - 3 Bücher weniger am SuB!

Und ich kann mit einigermaßen reinem Gewissen die nächste geplante Amazon-Bestellung aufgeben, nämlich ein paar Bücher von Lorelei James...


Das neue Handtaschenbuch für diese Woche ist übrigens: "Handel der Gefühle" von Leonardo Padura, mal wieder was gaaanz anderes, nämlich ein Kriminalroman, der in Kuba spielt, und der Beginn heute früh in der Straßenbahn war recht vielversprechend.

Der Polizist Mario Conde, Mitte 30, begegnet einer Frau, die ihn fast umhaut, es wird aber wohl noch ein bisschen dauern, bis er sie wiedersieht. Aber damit er sie auf jeden Fall wiedersieht, hat er ihr ein Buch geborgt - schlaues Kerlchen!
Inzwischen wird er damit beauftragt, das Verbrechen an einer jungen Lehrerin aufzuklären, die misshandelt, vergewaltigt und ermordet worden ist.
Tja, und viel mehr weiß ich auch noch nicht...

Sonntag, 21. Februar 2010

[Rezension] Lora Leigh: Submission **

Also mir scheint, ich hab da irgendwo was nicht ganz richtig gelesen - altes Zwillingsleiden: manchmal nicht ganz so genau hinschaun, weil schon wieder auf der anderen Seite was Neues, Interessantes aufgetaucht ist.

Kürzlich hab ich ja drei Bücher von Autorinnen bestellt, die bisher noch nicht auf deutsch erschienen sind. Einfach so, mal zum Probelesen, drei Namen, die mir durch sehr viele positive Rezensionen auf  amazon.com aufgefallen sind. Der amerikanische Markt für Romances ist ja riesengroß, dementsprechend ist auch das Angebot riesig. Da ich im vorigen Jahr mit einigen deutschsprachigen Autorinnen ein bisschen eingefahren bin, und auch mit diversen (miesen) Übersetzungen, habe ich vor, heuer vermehrt englischsprachige Bücher zu lesen. (Tut außerdem meinen "language skills" ganz gut).
So weit, so gut der Vorsatz.
Hab mich also mal umgesehen, was denn für mich passend sein könnte, mein Lieblingsgenre ist ja die "Contemporary Erotic Romance".

Nachdem ich mit Lorelei James einen Volltreffer gelandet habe, hab ich mich gleich im Anschluß auf die nächste Autorin gestürzt, nämlich Lora Leigh, und das scheint ein ziemlicher Fehlgriff zu sein. Ich bin davon ausgegangen, dass es sich hierbei ebenfalls um eine Romance handelt. Aber eigentlich ist es doch wohl eher was anderes, ich will jetzt das böse "P"-Wort nicht aussprechen, aber es ist hart an der Grenze dazu. Was heißt, eigentlich ist es schon auf der anderen Seite. Für meine Begriffe jedenfalls. 

Das gestern rezensierte "Cowgirl Up and Ride" hat alles, was ich in einer Romance haben will:

- sympathische Personen
(die Frauen sollten selbstbewußt und stark sein - bitte keine dämlichen Tussis und keine tolpatschigen Dummerchen, denen ständig was passiert; die Männer sollen aufregend und sexy sein, gern ein bisschen dominant, und sehr gern ein bisschen Bad Boy)

- nachvollziehbare Motive

- Nebenfiguren, die interessant sind, aber die Hauptfiguren nicht in den Schatten stellen

- realistische Dialoge in einer Sprache, die zur Geschichte und den Personen passt

- einen spritzigen Schreibstil und eine schlüssige Handlung

- romantische Szenen ohne Kitsch

- gut ausformulierte erotische Szenen, die in die Handlung eingebunden sind (gerne ein wenig "kinky")

- und natürlich das unvermeidliche Happy End



Es hat nichts von alledem.

Das Buch beinhaltet 2 Geschichten, die erste der beiden, mit dem Titel "Submission" habe ich bereits gelesen. Und die zweite (mit dem Titel "Seduction") muss warten. Falls sie überhaupt je drankommt.

Die Geschichte ist mit 83 Seiten ein bisschen sehr kurz. Zu kurz jedenfalls, um mit den Personen irgendwie warm zu werden. Wollte ich aber eh nicht, weil die sind mir beide unsympathisch. 
Eine Story gibts eigentlich nicht. Es geht hier ausschließlich um das eine. Und das mehr als direkt.

Das Buch ist Teil 2 und 3 einer Serie mit dem Titel "Bound Hearts", hier geht´s um einen Club von Männern, die gerne ihre Frauen teilen. Also nicht wörtlich, sondern Menage à trois eben. An und für sich ja ok. Jetzt kommt aber auch noch BDSM ins Spiel. An und für sich auch ok. Wenn ich jetzt aber anhand dieser kurzen Geschichte den Eindruck bekomme, dass der Kerl die Frau damit sozusagen überrumpelt, weil ja schließlich eh er am besten weiß, was sie wirklich will, dann geht das für mich irgendwie gar nicht.  

Jetzt hab ich mir den Verlag "Ellora´s Cave" mal näher angesehen. Nennt sich im Untertitel "Romantica Publishing" und veröffentlicht zig mal mehr E-Books als gedrucktes Papier. Sie haben hier auch eine wirklich ansprechende Erklärung, was sie unter "Romantica" verstehen. Bloß dieses Buch von Lora Leigh passt da so gar nicht rein.

Vielleicht hab ich jetzt ja noch immer was überlesen, aber ich mag mich gar nicht mehr damit beschäftigen. Fehlkauf kommt immer mal vor. Und eine Autorin hab ich ja noch vor mir...

Samstag, 20. Februar 2010

[Rezension] Lorelei James: Cowgirl Up and Ride *****

Weil ich gestern vor ein paar echt miesen Büchern gewarnt habe, will ich heute das glatte Gegenteil vorstellen, nämlich eine astreine 5-Sterne-Romance!

Gestern ausgelesen habe ich "Cowgirl Up and Ride" von Lorelei James.
Über diese Autorin, deren Bücher bisher allesamt nicht auf Deutsch erschienen sind, bin ich beim Stöbern auf der amerikanischen Amazon-Seite gestolpert. Massenhaft gute Kritiken haben mich dazu veranlasst, mal probezulesen. Und ich wurde nicht enttäuscht!

Die Story:
Amy Jo Foster, 24, ist in ihren Nachbarn, den Cowboy Cord McKay verliebt, seit sie 5 Jahre alt war. Damals ist sie von einem Pferd gestürzt und wurde von ihm "gerettet", seither träumt sie von ihm...
Cord McKay ist allerdings 13 Jahre älter als sie und hat in ihr noch nie was anderes als die Freundin seiner kleinen Schwester oder die Babysitterin seines Sohnes gesehen. Cord lebt nach einer gescheiterten Ehe in erster Linie für seinen Sohn und die Familien-Ranch. Mit Frauen hat er nichts mehr am (Cowboy)Hut.
Doch das soll sich ändern, als AJ, die zur Zeit mit Cords Schwester Keely in Denver eine Ausbildung zur Masseurin macht, kurzzeitig zurück in ihre Heimatstadt in Wyoming kommt, um ihre erkrankte Mutter zu pflegen. AJ setzt alles daran, Cord endlich auf sich aufmerksam zu machen, was ihr auch gelingt, und sie vereinbaren einen Deal: AJ, die ihre Jungfräulichkeit für Cord "aufgespart" hat, will von ihm in der Kunst der Liebe unterrichtet werden, und Cord willigt in eine temporäre, rein sexuelle Beziehung ein, solange bis AJ nach Denver, und Cords kleiner Sohn Kyler wieder vom Aufenthalt bei seiner Mutter zurückkehrt...

Kommentar:
Vorweg - dies ist eine Erotic Romance - sehr explizit, aber mit viel Gefühl.

Lorelei James versteht es perfekt, Männer mit rauher Schale und Frauen mit starkem Selbstbewußtsein in Szene zu setzen. Die Charaktere sind absolut überzeugend ausgearbeitet, ich mochte die handelnden Personen auf Anhieb. 
Amy Jo (AJ), die seit ihrer Kindheit für den großen Bruder ihrer besten Freundin schwärmt und ihn in ihrer Fantasie zu einem Superhelden stilisiert hat, muss nun feststellen, dass der Gute auch so seine schwierigen Seiten hat, die ihn aber nur umso begehrenswerter für sie machen, weil er endlich ein Mensch aus Fleisch und Blut ist und nicht nur eine verklärte Fantasiegestalt. Amy Jo ist eine starke Frau, die schon früh Verantwortung für die Ranch der Familie übernehmen mußte, und dafür praktisch auf ihre Jugend verzichtet hat, jetzt will sie endlich, dass ihr Traum von der großen Liebe in Erfüllung geht. Sie weiß, was sie will. Und was sie nicht will!
Cord ist ein waschechter Cowboy, dessen Muskeln nicht aus dem Fitnesscenter, sondern von harter Arbeit stammen, ein Mann der Verantwortung für seine Familie und die Ranch übernimmt und seinen kleinen Sohn abgöttisch liebt. Neben all der Arbeit und Verantwortung hat er, so glaubt er, keinen Platz für die Liebe, muss aber feststellen, dass er sich gewaltig irrt - und das fällt dem starrköpfigen Rauhbein nicht gerade leicht. Außerdem ist er natürlich "sexy as hell"!

Lorelei James schafft es, Charakter und Motivation der Personen ohne viel Beschreibung klar zu umreißen, spritzige, realistische Dialoge und hin und wieder eingestreute Gedanken reichen ihr dafür völlig aus. Brilliant!

Die erotischen Szenen sind perfekt in die Geschichte eingefügt und verdammt heiß. "Burning up the pages", one can only say...

Einziger Kritikpunkt der mir einfällt, ist, dass mich die vielen Nebenpersonen zuweilen ein wenig verwirrt haben. Der McKay-Clan besteht nämlich aus einem riesigen Haufen von Brüdern und Cousins, die anfangs ein bisschen schwer auseinanderzuhalten sind.
AAAber: "Cowgirl Up and Ride" ist Teil der "Rough Riders"-Serie, und die anderen heißen Jungs haben auch ihre eigene Geschichte. Und eins steht fest: ich muss sie alle näher kennenlernen und werde mir daher ganz sicher auch die anderen Bücher besorgen.

Fazit:
Kaufen! Lesen! Einen Feuerlöscher oder zumindest einen Fächer bereithalten. Und Taschentücher bitte auch, falls ihr auch so nah am Wasser gebaut seid, wie ich. Wenn ich nämlich die letzten 20 Seiten einer Romance kaum mehr lesen kann, weil ich so heulen muss, dann weiß ich, dass das Buch gut ist, und ich die Personen richtig lieb gewonnen habe.

Freitag, 19. Februar 2010

[Lesewarnung] Richtig schlechte Bücher (Teil 1)

Liebhaberinnen von erotischen Romanen seien hiermit gewarnt. Leider gibt es in diesem Genre eine Menge unlesbaren Müll, für den frau nicht ihr Geld, und schon gar nicht ihre kostbare Lesezeit verschwenden sollte.

Einige dieser wirklich miesen Dinger (der absolute Tiefpunkt meines Lesejahres 2009) will ich hier mal mit einer Kurzrezension vorstellen.




Klappentext: Schauspielerin Holly Parker muss sich in Cornwall erst an die Gegensätze zu ihrem hektischen Leben in London gewöhnen. Die Provinzler gehen mit ihren Gefühlen viel ungezwungener um, und Holly stolpert von einem Abenteuer ins andere.
(Bastei-Verlag, 2003)

Kurzrezension: Die Story ist schwach und unglaubwürdig und eigentlich kaum vorhanden. Es handelt sich nur um eine Aneinanderreihung von faden erotischen Szenen. Ebenso unglaubwürdig und widersprüchlich die uninteressanten Charaktere. Dazu ein schlechter Schreibstil und dann auch noch die Wortwahl: "Schaft" und "Labien" – ich meine, wer sagt denn sowas? Ach ja, Sandra Green – alles klar, die schlechteste Übersetzerin die´s gibt.



Klappentext: Priss und Diva, Freundinnen, Mitte 30, wollen ihren einwöchigen Urlaub in Neuseeland in vollen Zügen genießen. Sie bersten vor Energie und frivolen Ideen und schließen sich einem Treck durch den Busch an, den sie zu einem sexuellen Marathon nutzen wollen. Wird es eine Siegerin ihrer unmoralischen Wette geben?
(Bastei-Verlag, 2004 + 2008)

Kurzrezension: Papierverschwendung der übelsten Art! Selten so was Schlechtes gelesen.
Eine Story ist nicht vorhanden, genausowenig wie wiedererkennbare Charaktere. Ein Haufen nichtssagender Leute treibt es bunt miteinander. Das Buch ist eine bloße Aneinanderreihung von schlecht geschriebenen Sexszenen. Und dazu noch die grottenschlechte Übersetzung von Sandra Green. Aber dafür gibt´s hier ausser „Schaft“ und „Labien“ auch noch das Wort „Fleischstab“ - igitt!



Klappentext: Sophie, Croupier auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik, will das große Geld. Doch dafür braucht sie Komplizen. Zum Glück kennt sie alle Tricks, wie man Männer verführt. Kompliziert wird die Sache erst, als der Kapitän des Schiffes sich für Sophie zu interessieren beginnt ...
(Bastei-Verlag, 2003)

Kurzrezension: Die Story ist unglaubwürdig, die Charaktere schwach, ihre Motivation teilweise sogar haarsträubend blödsinnig! Die erotischen Szenen sind langweilig und Frau Green hat bei der Übersetzung wieder mal volle Länge versagt. Wenn ich noch mal irgendwo ihren Namen als Übersetzerin lese, mache ich einen riesigen Bogen um das Buch.




Zum Glück sind die genannten Bücher allesamt vergriffen, man kann sie aber noch auf den Wühltischen finden (so ist es mir passiert...), deshalb meine Warnung: Finger weg! Zeit- und Geldverschwendung!
Falls jemand trotzdem Interesse hat, Mail an mich genügt, verschenke sie gerne (sende sie gegen Übernahme der Portokosten überall hin - je weiter weg, desto besser!).


To be continued...

Mittwoch, 17. Februar 2010

[Rezension] Sharon Page: Sin ***

Gerade habe ich das Buch "Sin" von Sharon Page ausgelesen.

Die Story:
London, 1818. Die 24jährige Venetia Hamilton ist die Tochter des Malers Rodesson, dessen Bücher, Sammlungen erotischer Bilder, den englischen Adel (heimlich natürlich!) erfreuen. Venetia hat das Talent ihres Vaters geerbt und malt, obwohl selbst noch Jungfrau, an seiner Stelle weiter, weil seine arthritischen Hände keine Pinsel mehr halten können. Ihre liebste Figur ist ein dunkelhaariger Gentleman, den sie etwas verfremdet und noch schöner macht, als auf den Bildern ihres Vaters, und damit kommt sie der Wirklichkeit gefährlich nahe. 
Eines Tages steht genau dieser Mann leibhaftig vor ihr. Marcus Wyndham, der Earl of Trent, will Venetia dazu bringen, mit der Malerei aufzuhören, was sie ablehnt, weil es für sie der einzige Weg ist, Geld zu verdienen, um ihre Familie (Mutter und zwei Schwestern) zu erhalten. Bei ihrem Zusammentreffen mit dem Earl kommt es auch zu einem Kuss, der beide mehr berührt, als ihnen lieb ist. Dann bekommt Venetia auch noch den Brief einer Erpresserin, die ihre Identität enthüllen will, wenn sie nicht bezahlt. Würde dies Geschehen, so wäre sie und ihre Familie ruiniert. Venetia hat das Geld allerdings nicht und will die Erpresserin aufsuchen. Sie erfährt, dass diese ein Kourtisane ist, die sich gerade ausserhalb der Stadt auf einem Landgut aufhält, wo eine ausschweifende Orgie stattfindet. Venetia gelingt es, den Earl dazu zu überreden, sie dorthin zu begleiten, um mit der Erpresserin zu sprechen. Der Earl wird von dieser ebenfalls erpresst, wie auch viele andere der dort Anwesenden, was Venetia zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht weiß. Marcus hat dort alle Hände voll zu tun, um Venetia vor den Übergriffen der Herren (und Damen), und vor seiner eigenen Begierde zu schützen, als plötzlich ein Mord geschieht…

Kommentar:
Sharon Page hat mit „Sin“ einen sehr sexlastigen Roman geschrieben. Eigentlich gibt es nicht viel Story, die erotischen Szenen nehmen wohl 80% des Buches ein, und sind äußerst explizit. Wer sowas mag, für den ist das Buch eine gute Wahl, allen anderen würde ich davon abraten. Das Verbrechen, die Aufklärung desselben und die Lovestory zwischen Venetia und Marcus treten dagegen beinahe in den Hintergrund. Die Autorin läßt an sexuellen Spielarten kaum etwas aus, die Sprache ist sehr direkt. 


Das Buch ist auf deutsch übrigens unter dem Titel "Der Reiz des Verbotenen" bei Mira Erotik erschienen, und, wie ich gerade festgestellt habe, vergriffen. Gebraucht wird es um die € 40,- gehandelt!

Fazit:
3 Sterne gebe ich dem Buch, weil es für das Genre, trotz einiger Schwächen, ein passables Buch ist. 

Dienstag, 16. Februar 2010

Die Leserpersönlichkeit

Also Stöckchen ist für mich was Neues, hab zwar schon oft welche gesehen, aber diesmal hab ich eins mitgenommen. Gefunden habe ich es bei Natira, kommen tuts von hier (Alexandra) und hier (Fairy), und außerdem hab ich es auch noch hier (Winterkatze) gesehen.

1. Leser sind Katzenliebhaber
Ja. Ich wohne hier zur Untermiete bei zwei vierpfötigen Fellmonstern, mit denen ich ständig um meinen Lesesessel kämpfen muss…

2. Leser sind sonnenscheu
Ja und nein. Ich liebe Sonnenschein, halte mich dann aber trotzdem meistens eher im Schatten auf.

3. Leser sind Bauchmenschen
Also Bauch habe ich definitiv, bin aber doch eher ein Verstandesmensch (ist ein Zwillingsleiden...)

4. Leser sind romantisch
Ja, aber bloß was Bücher anbelangt…

5. Leser sind solange kinderlieb, bis das Lieblingsbuch mit Buntstiften verschönert ist.
Nein, ich bin definitiv nicht kinderlieb, und kein Kind kommt jemals in die Nähe meiner Bücher!

6. Leser sind Sammler, nicht nur von Büchern.
Ja, siehe hier

7. Leser lieben Kuchen und Kaffeeklatsch
Kuchen unbedingt, Caffé Latte auch, Klatsch und Tratsch – naja, ok, ich geb´s zu – zu Kaffee und Kuchen gehört für mich das Seitenblicke-Magazin.

8. Leser haben beruflich mit Menschen zu tun
Mit Menschen auch, aber nicht so gern, lieber mit Ziegeln und Holz, oder auch mit Beton und Stahl. Aber am allerliebsten hätte ich mit Büchern zu tun.

9. Leser essen bio
Nicht nur, aber ich schaue sehr drauf, dass die Lebensmittel diese Bezeichnung auch verdienen.

10.Leser schreiben selber oder haben es als Kind gemacht
Tagebuch in jungen Jahren, Blog jetzt, 1 unfertiges Drehbuch, 2 unfertige Romane in der Schublade (respektive Festplatte).

11. Leser waren als Kind Einzelgänger und Stubenhocker
zu 100%

12. Leser haben gute Freunde, aber davon nicht viele
Ja, einige sehr gute Freunde sind mir lieber als viele „Nebenfiguren“

13. Leser spielen gerne
Ich nich, naja, bis auf die Sache mit dem Spider Solitare…

14. Leser sind hilfsbereit und gut
Bin ich das? Hier reichts definitiv nur für einen halben Punkt.

15. Leser träumen gerne (auch Tageträume)
Sicher doch!

16. Leser fahren kleine Autos
Ich fahr Straßenbahn!

17. Leser lasen im Kindesalter gern unter der Bettdecke
Immer und überall, aber ganz sicher nie unter der Bettdecke!

18. Leser bevorzugen lieber Bücher als Filme usw. im TV
Immer schon!

19. Leser haben immer ein Buch dabei, wenn sie länger unterwegs sind
Definitiv! Eigentlich hab ich auch für „kurz“ immer eins dabei.

20. Leser lesen auch anderes neben Büchern gerne
Klar! Zeitschriften im Kaffeehaus, E-Mails, und natürlich Blogs!

21. Leser haben mit den Augen Probleme
Ja, aber nicht beim Lesen! Die Brille brauch ich nur fürs fern-sehen.

22. Leser können sich stundenlang in einem Buchladen aufhalten
Definitiv. Deshalb geh ich auch so selten hin. Beim „aufhalten“ bleibts halt nicht, da wird auch (zuviel) gekauft.

23. Leser haben mindestens 2 signierte Bücher im Regal stehen
Stimmt. Genauer gesagt sogar 4. Einmal „Aus dem Leben Hödlmosers“ von Reinhard P. Gruber, zwei Astrologiebücher und seit einigen Tage die Autobiographie von Ronnie O´Sullivan (siehe hier)

24. Leser haben bestimmt schonmal für einen Romanhelden geschwärmt (oder schwärmen für einen)
Mal nachdenken. Fürs Schwärmen bin ich schon zu alt, aber ich hab mich sofort in Henry DeTamble verliebt.

25. Leser haben schon mal die Orte in den Büchern bereist
Ich reise zwar gerne, war aber noch nie an einem Ort wegen einem Buch. Ich lese dafür aber gerne Bücher, die an Orten spielen, an denen ich schon war.

26. Leser haben ihre Stammautoren und wechseln nur selten
Nein, ich hab zwar Lieblingsautoren, probiere aber immer gerne neue aus (altes Zwillingsleiden).

27. Leser besuchen gerne Veranstaltungen rund um Bücher (z.B.: Messen, Lesungen, Signierstunden....)
also nein, eigentlich nicht

28. Leser verleihen nur ungern ihre liebgewonnenen Bücher
definitly!

29. Leser sind Nachtmenschen
Nicht unbedingt, obwohl es schon manchmal recht „früh“ wird, wenn ein Buch spannend ist.

30. Leser würden sich nie von liebgewonnenen Büchern trennen
Von liebgewonnenen nicht, aber von den anderen (siehe hier)


Zutreffende "Persönlichkeitsmerkmale" sind fett gedruckt, bei teilweise zutreffenden ist nur die Nummer fett. Insgesamt treffen also 20,5 Merkmale aus der obigen Liste bei mir zu. 

Montag, 15. Februar 2010

SuB-Zuwachs

Da hab ich doch letzte Woche über meinen Flohmarkt-Blog tatsächlich gleich 6 Bücher auf einen Schlag verkauft! Aus lauter Freude darüber bin ich in einen Kaufrausch verfallen, und hab ein paar Bücher bestellt, um die (eigentlich eh gar nicht entstandene) Lücke in meinem Bücherregal zu schließen.

Tja, heut sind sie bei mir angekommen und ich denke, damit ist jetzt erst mal Schluss mit der Bestellerei, zumindest für Februar, denn mit 14 Büchern bisher (und heut ist erst der 15.!), zusätzlich zum SuB sollte ich es mal gut sein lassen...


Sind übrigens alle auf Englisch. 
Die deutsche Ausgabe von "Lucy in the Sky" hab ich gleich nachdem ich sie ausgelesen hatte, einer Freundin geschenkt, und irgendwie hatte ich Lust, das Buch nochmal in der Originalversion zu lesen. Und da hab ich den Nachfolger "Johnny Be Good" auch noch gleich mitbestellt.
Die anderen drei Bücher sind Erotic Romances, die auf deutsch (bisher) nicht erschienen sind, die drei Autorinnen standen schon länger auf meiner Wunschliste.

Die beiden Bücher von Paige Toon gefallen mir übrigens von der Aufmachung her schon mal sehr gut, die Cover sind geprägt, und das Cover von "Lucy in the Sky" ist viel schöner, als das von meiner (ehemaligen) deutschen Ausgabe, denn da hatte ich die Weltbild-Ausgabe gekauft - ein Softcover, aber mit etwas stärkerem Einband als ein Taschenbuch, nur leider haben die Gestalter des Covers ganz einfach nur irgendwelche Gebäude vorne drauf gezeichnet, während am Cover der Originalausgabe Gebäude aus Sydney und London (den beiden Schauplätzen) drauf sind. Bei genauerem Hinsehen kann man die Londoner Tower Bridge erkennen und die Sydney Harbour Bridge, sowie die Sydney Opera.

Sonntag, 14. Februar 2010

[Rezension Teil 2] Susan Elizabeth Phillips: Heaven, Texas **

Also gut, ich hab´s bis zum Ende durchgehalten. Und will jetzt auch gar nicht mehr viel drüber sagen. Dafür, dass Frau Phillips, die von ihren Fans SEP genannt wird, so eine erfolgreiche Autorin ist, hat mich dieses Buch echt enttäuscht. Da hab ich aus dem großen Topf ihres "Werkes" wohl wirklich eine Niete gezogen...

Worum es in dem Buch "Heaven, Texas" geht, hab ich ja schon in diesem Post hier kurz angerissen, und viel mehr gibt´s dazu auch nicht zu sagen. Nachdem Gracie vom Filmteam rausgeworfen wird, zwingt Bobby Tom die Produzentin dazu, sie wieder einzustellen und zwar als seine persönliche Assistentin. Klar, sonst wär das Buch ja schon nach dem ersten Viertel aus....
Aber nicht nur, dass der liebe, grundgütige Bobby Tom die Nervensäge Gracie zu seiner persönlichen Assistentin macht, nein, einige Zeit später gibt er sie auch noch als seine Verlobte aus, um sich die ganzen anderen Frauen, die sich reihenweise bei ihm anstellen, vom Leib zu halten. Damit man den beiden die Sache abnimmt, lässt er sie neu einkleiden und ihr eine ordentliche Frisur und Make-Up verpassen. 
Was jetzt kommt, ist eh völlig klar: dass die unansehnliche Gracie nach ihrer Verwandlung plötzlich mehr als passabel aussieht, und sich auch andere Männer nach ihr umdrehen, damit hat der gute Bobby Tom natürlich nicht gerechnet...

So weit, so dümmlich. Die Geschichte ist von Anfang an unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen. Im Ernst, ein millionenschwerer Sportstar, der es gewohnt ist, von vollbusigen, blondierten, gebräunten Sexbomben umgeben zu sein, und der auch noch der Meinung ist, dass ihm das (und nicht weniger) zusteht, wird ausgerechnet darauf bestehen, dass eine unattraktive Hinterwäldlerin, die ihm bereits eine Woche lang total auf die Nerven gegangen ist, ihren Job wiederkriegt, noch dazu als seine persönliche Assistentin. Auch der weitere Verlauf der Geschichte ist zum Teil haarsträubend, so erklärt sich der Frauenversteher Bobby Tom doch wirklich aus reinem Großmut und Mitleid dazu bereit, Gracie, die mit ihren 30 noch Jungfrau ist, in die "Kunst der Liebe" einzuführen, ahja und natürlich um sie vor irgendwelchen "falschen Typen" zu bewahren, an die sie geraten könnte...

Das schlimmste aber ist, dass die Charaktere nicht stimmig sind. Hier passt einfach nichts zusammen. Das, was SEP über die Personen sagt, ist nicht kompatibel mit dem, wie sie sie handeln und was sie sie sagen läßt.

Da wird zum Beispiel sehr oft auf die herrische Art (bossy manner) von Gracie hingewiesen, die Bobby Tom nervt. In Wirklichkeit zeigt Gracie aber nichts davon, sondern benimmt sich irgendwo zwischen unsicher, dämlich und nervtötend, wenn sie ihm wie ein Hündchen hinterherläuft. Bobby Tom, der von SEP bzw. von Gracie als arrogant und selbstgefällig bezeichnet wird, ist aber eigentlich immer zu allen Leuten total zuvorkommend (beinah schleimig), läßt sich von allen ausnützen (das ganze Kuhkaff in Texas, aus dem er stammt, ist der Meinung, er ist dem Dorf zu Dank verpflichtet, und weil er der einzige große Sohn ist, den sie hervorgebracht haben, muss er dem Dorf als Maskottchen, Tourismusmagnet und Wohltäter zu Verfügung stehen). Hauptsächlich ist aber Bobby Tom ziemlich dämlich (und das trotz Uniabschluß und Pilotenschein), weil er nämlich überhaupt nix mitkriegt, und natürlich schon gar nicht, dass Gracie die einzige Frau ist, die er wirklich liebt, auch wenn sie nicht blond ist und keine Titten hat. Zum Glück geht ihm aber knapp vor Ende des Buches dann doch noch ein Licht auf, und er kratzt die Kurve, was jedoch mit einer Menge Kollateralschäden verbunden ist.

"Heaven, Texas" ist auf deutsch übrigens unter dem Titel "Der und kein anderer" erschienen - man beachte bitte das Cover, hier frage ich mich wieder einmal, was sich der Verantwortliche bei der Auswahl des Titelbilder eigentlich gedacht hat, in dem Buch kommt nämlich weder eine Verspa noch ein Hund vor, und schon gar keine an die Toskana erinnernde Landschaft - das ist ja total irreführend.

So, ich glaub ich hab mich jetzt lang genug mit diesem Buch aufgehalten! Falls irgendwer ein SEP-Kenner ist, und mir ein Buch von ihr nennen kann, das wirklich gut ist, dann will ich der Dame irgendwann noch mal eine Chance geben...

Dieses hier kriegt grad mal 2 Sternchen, und das auch nur, weil ein paar witzige Szenen drin sind.

Samstag, 13. Februar 2010

[Musical] "Tanz der Vampire" im Ronacher

Gestern habe ich mit einer Freundin das Musical "Tanz der Vampire" im Ronacher angesehen. Die Karten dafür habe ich zu Weihnachten von meinen Chefleuten geschenkt bekommen. Nun bin ich ja nicht grad wirklich ein Musical-Fan, dementsprechend hat sich meine Freude über das Geschenk in Grenzen gehalten (ein einfacher Büchergutschein hätt´s doch auch getan ;-)).

Meine Musical-Vorlieben beschränken sich auf die älteren Sachen wie etwa "Hair", "Jesus Christ Superstar", oder natürlich die "Rocky Horror (Picture) Show". Allerdings hab ich die auch alle bloß als Film gesehen (sogar mehrfach), wäre aber nie auf die Idee gekommen, mir das live anzusehen. Mit den neuen Musicals die in Wien so geboten werden ("Elisabeth" & Co) konnte ich so gar nichts anfangen, ist halt einfach nicht mein Ding.

Und jetzt kommt die Überraschung:
Die Aufführung von "Tanz der Vampire" war einfach toll! Den Film von Roman Polanski aus 1967 habe ich ja schon mehrfach gesehen, die Story war mir also gut bekannt. Was ich jedoch nicht erwartet habe, war, dass die Umsetzung auf der Bühne wirklich gelungen war. 
Das Bühnenbild war fantastisch, vor allem im 2. Akt, der im Schloss des Grafen Krolock, des "Obervampirs", spielt. Die unglaublichen 47 Mio. Euro, die in den Umbau und die Sanierung des Ronacher gesteckt worden sind, haben sich echt ausgezahlt, die Bühnentechnik spielt alle Stückln.
Auch die Kostüme waren toll, und die Tanzeinlagen super choreografiert, genial etwa im 2. Akt die Tanzszene der Vampire, die aus ihren Gräbern gekrochen kommen.

Was mich allerdings am meisten überrascht hat, war die Musik - eines der Hauptthemen, das immer wieder vorkam, war nämlich ausgerechnet "Total Eclipse of the Heart" von Bonnie Tyler, im Musical heißt es "Totale Finsternis". Ich konnte es zuerst nicht glauben, denn das ist tatsächlich eines meiner Lieblingslieder (ohne ein Fan von Bonnie Tyler zu sein...), siehe hier.
Teilweise sind die anderen Nummern schon ein bisschen mühsam (weil mehr musicalhaft), andere jedoch kommen ziemlich rockig rüber, und stammen zum Teil von Meat Loaf, wie ich vorhin im Wiki-Artikel nachgelesen habe.
Im großen und ganzen war die Musik aber überwiegend gut, auch wenn die deutschen Texte stellenweise doch etwas einfältig gewirkt haben, und auch das komische Element kommt nicht zu kurz.

Besonders toll fand ich die Umsetzung der beiden "Spiegel-Szenen". Im Film gibt´s ja einerseits die Szene mit Alfred und dem schwulen Sohn des Obervampirs, in der Alfred bemerkt, dass nur er im Spiegel zu sehen ist und der Vampir nicht. Und die zweite Szene ist die im Ballsaal, wo die verspiegelte Wand während des allgemeinen Tanzes die Nicht-Vampire entlarvt. Nun kann man das im Film natürlich mit Tricks einfach ausführen, wie aber bitte auf einer Bühne?? Ich sag hier nicht, wie sie es gemacht haben, aber es war echt genial!

Im Ronacher war ich einmal vor vielen Jahren, noch vor dem Umbau, und einmal während der Bauarbeiten, und deshalb war es jetzt für mich sehr interessant zu sehen, was aus der Baustelle geworden ist. Die wunderschönen alten Stuckdecken sind erhalten und restauriert worden, und die beeindruckende Bühnentechnik hab ich ja oben schon erwähnt.

Im Publikum auffällig war der große Anteil an jungen Frauen, und deren Gekreische beim Schlussapplaus. Kann es sein, dass Vampire irgendwie grad groß in Mode sind???


Freitag, 12. Februar 2010

[Rezension Teil 1] Susan Elizabeth Phillips: Heaven, Texas

Ich lese gerade "Heaven, Texas" von Susan Elizabeth Phillips. Zugegeben, ich habe noch nie ein Buch von Frau Phillips gelesen, aber es kann doch wirklich nur ein kurzer Moment geistiger Umnachtung gewesen sein, in dem ich ausgerechnet dieses Buch ausgewählt habe. Was um alles in der Welt hat mich dazu getrieben, mir eine Romance zu kaufen, in der der Held „Bobby Tom“ heißt? Und nicht nur das, er ist auch noch ein ehemaliger Football-Star. Muss ich noch mehr sagen?

Frau stelle sich bitte die folgende Szene vor: unser stinkreicher Held steht in seiner sündteuren aber abgrundhässlichen Villa vor dem Whirlpool, in dem sich halbnackte Mädchen tummeln. Während jedoch seine Football-Freunde (mit noch mehr halbnackten Mädchen) im Pool nebenan planschen, steht unser Bobby Tom da in seinem Bademantel und trägt dazu Schlangenlederboots und den unvermeidlichen Stetson. *würg*
Sowas kann aber wirklich nur eine 30jährige stocksteife Jungfrau, die ihr bisheriges Leben in einem Altersheim in einem hinterwäldlerischen amerikanischen Kuhkaff zugebracht hat, attraktiv finden.

Wie es der Zufall so will, passt diese Beschreibung aber haargenau auf unsere Heldin Gracie! Na sowas!
Wir haben hier also eine altjüngferliche, verhärmte Person mit einem unmöglichen Haarschnitt, unter deren schlecht sitzender, altmodischer Kleidung sich aber (oh Wunder!) verführerische Unterwäsche verbirgt. Hä? Gab es in dem Kuhkaff also wenigstens einen Dessous-Laden…
Aber das ist noch nicht alles, denn Gracie Snow hat einen neuen Job. Als ihre Mutter das Altersheim verkauft hat, um nach Florida zu ziehen (auf ein Klischee mehr oder weniger kommt´s ja sicher nicht an), da wurde Gracie von einer Filmproduzentin (!) ein Job als Produktionsassistentin angeboten, weil sie sich ja so kompetent um deren alten Vater gekümmert hat. Äh ja, klar, wer würde sich besser fürs Filmgeschäft eignen…

So weit, so unglaubwürdig, aber es kommt noch dicker, Gracie muss nämlich unseren lieben Bobby Tom dazu bringen, sie nach Texas zu begleiten, weil er dort eigentlich schon seit einer Woche bei den Dreharbeiten zu seinem ersten Film vonnöten wäre. Zur Erklärung: eine Knieverletzung hat die Karriere des Football-Stars beendet und jetzt wird er halt Film-Star.
Bobby Tom ist aber gar nicht scharf drauf nach Texas zu fliegen und schon gar nicht mit der unattraktiven Gracie. Er will also abhauen und lieber mit seinem Thunderbird Convertible (no na!) von Chicago dorthin fahren. Irgendwie gelingt es Gracie, sich an ihn dranzuhängen (in dem sie in das fahrende Auto springt - so ein Cabrio hat schon seine Vorteile!), und trotz widrigster Umstände, auf die ich hier nicht näher eingehen will (aber sie haben mit Kneipenschlägereien und aufgetakelten Blondinen zu tun), landen die beiden mit erheblicher Verspätung also doch noch am Filmset. Wo Gracie allerdings gleich gefeuert wird, weil sie ihren Job nicht gut genug gemacht hat.

So weit, so schlecht, der Rest kommt morgen, falls ich die Lektüre dieser Ansammlung amerikanischer Klischees und Geschmacklosigkeiten ohne allergische Erstickungsanfälle bis zum Ende durchhalte…

Donnerstag, 11. Februar 2010

[Rezension] Julie James: Just the Sexiest Man Alive ****


Gestern ausgelesen (bis 1 Uhr in der Früh *gg*) hab ich den Debütroman von Julie James: Just the Sexiest Man Alive, und mich dabei stellenweise köstlichst amüsiert.

Die Story:
Taylor Donovan ist eine junge Anwältin aus Chicago, die darauf erpicht ist, die Karriereleiter nach oben zu klettern, und dafür arbeitet sie hart. Der Erfolg spricht für sich, hat sie doch bisher alle Fälle gewonnen. Genau aus diesem Grund wird sie für eine 30-Millionen-Dollar-Klage (sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz – ihr Spezialgebiet) nach Los Angeles beordert, was ihr gerade recht kommt, denn nach dem Debakel mit ihrem Ex-Verlobten, den sie knapp vor der Hochzeit in flagranti mit seiner Assistentin erwischt hat, tut ihr eine Ortsveränderung gut. Nicht dass sie wegen der Untreue des Kerls in Depressionen verfällt, schließlich kann sie, die mit 3 älteren Brüdern aufgewachsen ist, einiges wegstecken („There´s no crying in baseball“ … und sonst auch nirgends), aber von Männern hat sie erst mal genug und stürzt sich in die Arbeit.
Obwohl sie mit dem neuen Fall genug zu tun hat, nötigt sie ihr Vorgesetzter dazu, auch noch einen anderen „Fall“ zu übernehmen, nämlich einen bekannten Hollywood-Star zu beraten, der demnächst einen Gerichts-Thriller dreht. Begeistert ist Taylor davon nicht gerade, aber ihr bleibt nichts anderes übrig, denn der Star ist für die Anwaltskanzlei wichtig, und Taylor möchte außerdem ja auch gerne zur Partnerin in der Kanzlei aufsteigen.
Jason Andrews, Hollywood-Star und Frauenliebling, wurde gerade zum dritten Mal zum „Sexiest Man Alive“ gewählt. Selbstgefällig, arrogant und von sich eingenommen, ist er davon überzeugt, dass er jede Frau haben kann, und tatsächlich tut er das auch, wie alle Boulevard-Blätter laufend berichten. Seine Spur abgelegter Liebschaften (hauptsächlich Schauspielerinnen und Supermodels) zieht sich durch ganz Amerika, und der Gute kann es kaum fassen, dass diese Anwältin NICHT augenblicklich seinem Charme erliegt. 
Präpotent wie er ist, hat er bereits die ersten beiden Termine mit ihr ohne jegliche Entschuldigung platzen lassen, und Taylor ist dementsprechend genervt, als er dann doch plötzlich auftaucht, und das auch noch ausgerechnet im Gerichtssaal. Zur Demonstration ihrer Kompetenz als Anwältin und ihres völligen Desinteresses an dem begehrtesten Junggesellen der Welt, unterzieht sie ihn einem Kreuzverhör, bei dem dem armen Jason die Luft wegbleibt.
In der Folge besteht er natürlich darauf, mit ihr weiterzuarbeiten, was sie abzulehnen versucht, jedoch ohne Erfolg. Wohl oder übel muss sie sich damit abfinden, weist ihn jedoch nicht nur einmal auf sein schlechtes Benehmen hin, und nicht nur einmal knallt sie ihm die Tür vor der hübschen Nase zu. Jason, der niemals ein "Nein" zur Antwort kriegt, kann nicht glauben, dass ausgerechnet diese Frau, die ihm so gekonnt Paroli bietet (und die er noch dazu ziemlich heiß findet), ihm nicht wie alle anderen zu Füßen liegt, und sieht dies als Herausforderung…

Kommentar:
Wer von uns Mädchen hat denn nicht schon mal davon geträumt, mit dem heißesten Filmstar der Welt rumzumachen? Hollywood-Star verliebt sich in Normalo gibt´s aber halt nur im Film… Oder eben in einer Romance! Ein Gegenwarts-Märchen wie es z.B. auch in „Notting Hill“, ein Film den ich absolut liebe, erzählt wird, nur hier eben mit umgekehrten Vorzeichen.
Taylor, die toughe Karrierefrau findet sich in Los Angeles wieder, und die einzige Person, die sie außer ihren Arbeitskollegen kennt, ist ausgerechnet der höchstbezahlte, umschwärmte Filmstar Jason Andrews. (Naja, eigentlich kennt sie dann auch noch einen zweiten, nämlich Scott Casey, der Jason Andrews gerne den Rang ablaufen würde, und glaubt, in Taylor die Möglichkeit gefunden zu haben, um Jason eins auszuwischen – aber das will ich hier gar nicht erzählen – lest es selbst!).

Die Kämpfe, die Jason und Taylor austragen sind teilweise wirklich köstlich, an manchen Stellen musste ich laut auflachen. Die Dialoge sind spritzig und amüsant und die Geschichte kommt wirklich ziemlich glaubhaft rüber. Die Autorin Julie James kennt sowohl die Anwaltsbranche als auch Hollywood gut und das macht das Buch glaubwürdig, auch wenns trotzdem ein Märchen bleibt. Denn natürlich ist das alles ein Märchen – aber schöööön.

Taylor ist witzig, geistreich, schlagfertig und sarkastisch, während Jason durch seine Arroganz und Überheblichkeit glänzt. Allerdings auch durch sein fantastisches Aussehen. Und das muss auch Taylor zugeben. Während Jason sich mit allen Tricks um Taylor bemüht, kommt dann aber doch noch ein anständiger Kerl zum Vorschein, in den sich Taylor verlieben könnte, wenn sie nicht ihre Karriere vor eine Liaison mit einem vorhersehbaren schmerzhaften Ende stellen würde. Denn für gebrochene Herzen ist Jason ja bekannt, und Taylor hat mit ihrer letzten Enttäuschung eigentlich schon genug.

Das ist einfach der optimale Plot für eine richtige Romance, ich könnte mir das auch als Film gut vorstellen.
In welche Ecke die Autorin geschielt hat bei der Vorlage für ihren Helden ist leicht vorstellbar. Und die Darstellung des arroganten, selbstgefälligen und paranoiden Filmstars ist ihr ganz gut gelungen. Fast ein bisschen zu gut, denn der Widersacher ist zuweilen sogar eine Spur sympathischer, aber eh nur solange, bis er sein „wahres“ Gesicht zeigt.
Ein wenig unglaubwürdig wird die Geschichte aber dann doch zwischendurch, weil ich nicht glaube, dass Taylor auf Scott Casey so naiv hereinfallen würde. Da passt was nicht ganz zusammen, tut der Nettigkeit der Story aber keinen großen Schaden an.
Insgesamt gibt´s für die paar Ungereimtheiten aber natürlich einen Punktabzug.

Fazit:
4 Sterne für ein gelungenes Debüt, Lese-Empfehlung für alle, die unterhaltsame romantische Komödien mögen.