Donnerstag, 22. Oktober 2009

Monica Belle: Lucy früh am Morgen

Erotischer Roman
Anais, 2009
256 Seiten
2 Sterne



Inhalt:
Lucy Doyle ist ein böses Mädchen. Ihre Eltern haben ihr einen Job in einem katholischen Gemeindezentrum besorgt, doch sie wird schon am ersten Tag gefeuert, als sie sich auf Unerhörtes mit dem Gärtner einlässt. Lucy sieht hingegen nicht ein, dass sie sich nicht ein bisschen vergnügen darf, wenn ihre Arbeit schon so wahnsinnig schlecht bezahlt wird.
Unerschrocken bewirbt sie sich bei einer Zeitarbeitsfirma und trifft auf Bobbie, eine hemmungslose Kollegin, deren sexuelle Offenheit sogar Lucy ein wenig schockiert. Lucy fälscht ihre Arbeitszeugnisse, um in die Zeitarbeitskartei aufgenommen zu werden, und verbringt schon bald ihren ersten Tag als Empfangsdame bei einer großen Firma - noch vor der Mittagspause langweilt sie sich fast zu Tode. Zum Glück hat sie Bobbie, mit der sie nachts durch Londons Partymeilen streifen kann, um Unheil anzurichten und möglichst sexhungrige Männer aufzugabeln; wobei ihnen solche, die richtig zupacken, natürlich am liebsten sind.
Aber das Nachtleben der Metropole kann Lucy nicht auslasten. Sie bandelt auch mit ihren ständig wechselnden Kollegen und Chefs an: Schlipsträger, Lagerarbeiter, golfspielende Firmenerben und eine aufstrebende Managerin - in ihrer Lebenslust ist Lucy einfach unersättlich.
(Quelle: amazon)

Meine Meinung:
Die Protagonistin Lucy Doyle ist ein 19jähriges Mädchen, die nichts außer Alkohol und Sex im Kopf hat. Der Roman erzählt zwei Monate ihres Lebens (zwischen Schulabschluss und Studienbeginn), in denen sie sich austobt, reichlich Alkohol und Männer konsumiert und sich keinerlei Gedanken über mögliche Folgen ihres Handelns macht. Im wahren Leben würde ihr Verhalten Geschlechtskrankheiten, eine Schwangerschaft oder Aids nach sich ziehen, zumindest aber einen schlechten Ruf oder Probleme mit ihren Eltern. Lucy Doyle soll ein modernes Mädchen darstellen, unabhängig, mit einem starken Willen, ach ja, und sexbesessen - nichts davon ist glaubwürdig. 
Leider kommt im ganzen Buch keinerlei Spannung auf, die Charaktere bleiben flach, die beinahe nahtlos aneinandergereihten Sexszenen bieten nichts Neues und sind unerotisch geschrieben. Es gibt keinerlei Romantik, keine prickelnden Liebesszenen und weit und breit keinerlei Gefühle. Weder Orte noch Personen bekommen "Farbe", beim Lesen entstehen keine Bilder im Kopf. 
Einziger Pluspunkt: Der Roman ist in Ich-Form geschrieben und die Erzählsprache passt perfekt zur Protagonistin (und dafür gibt's auch den zweiten Stern). 
Im Großen und Ganzen bleibt das Buch aber hohl, so hohl wie Lucy, über die man, außer ihrer Vorliebe für Blowjobs, nichts Persönliches erfährt, weder, wie sie lebt, welche Träume und Wünsche sie hat, was sie antreibt, was sie aus ihrem Leben machen will, ja man erfährt nicht mal, was sie studieren will. Lucy bleibt - wie auch alle Nebenpersonen - ohne jeden Tiefgang und daher langweilig. 
Das ganze Buch wirkt lieblos dahingeschrieben, als hätte sich die Autorin keinerlei Gedanken über ihre Figuren gemacht, und der entgleiste "Showdown" zum Schluss bewirkte, dass ich froh war, dass ich das Buch endlich zuklappen und ins Regal stellen konnte.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Martin Millar: Die Elfen von New York

Fantasy
dtv 1998, 304 Seiten
3 Sterne




Inhalt:
Von wegen Halluzinationen! Es sind wirklich zwei schottische Distelfeen, die sich da nach Manhattan verflogen haben, das Leben im Village gründlich auf dem Kopf stellen und für Aufruhr sorgen im wohlgeordneten Banden-Leben der schwarzen, chinesischen und Italo-Elfen...


Die vielen positiven Rezensionen auf amazon haben mich zum Kauf verleitet. Ich wollte wieder mal ein wirklich witziges Buch lesen. Aber leider, zwischendurch kam grade mal ein müdes Lächeln auf, mehr nicht. Obwohl ich weiß, wer Johnny Thunders ist, scheine ich doch nicht so ganz zur Zielgruppe dieses Romans zu gehören.
Der häufige Szenenwechsel und die durchwegs sehr kurzen Szenen hätten mich noch weniger gestört, wäre da nicht die geradezu irre Anzahl an Akteuren, deren Charaktere jedoch nur oberflächlich gestreift werden, und vor allem der wenig anspruchsvolle Erzählstil. Leider bleiben auch die Hauptpersonen lediglich oberflächlich und die vielen einzelnen Handlungsstränge, die letztendlich furios hätten zusammengefügt werden sollen, versanden und das erwartete Finale enttäuscht und hinterläßt einen faden Geschmack.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Laura Reese: Brennende Fesseln

Erotischer Thriller
1996
4 Sterne



Die Journalistin Nora Tibbs jagt den Mörder ihrer jüngeren Schwester Franny. Dabei stößt sie auf einen Abgrund aus Leidenschaft, Verlangen und qual. Als sie auf den mutmaßlichen Täter trifft, erliegt sie dessen unheimlicher Anziehungskraft – und spielt mit ihrem Leben...
(Quelle: amazon)

Erotischer Thriller – fesselnd und tabulos
Uff! Heut früh begonnen und gerade eben ausgelesen. Ich konnte mich den ganzen Tag nicht von dem Buch losreißen. Laura Reese erzählt eine hochinteressante Geschichte zweier Schwestern, die demselben Mann verfallen - aus unterschiedlichen Gründen. Manche Rezensenten auf amazon betrachten die Schilderungen von Landschaften, Kleidung, etc. als langatmig, ich finde jedoch, sie geben dem Buch Farbe. Außerdem passt der Erzählstil gut zur Persönlichkeit der Hauptakteurin Nora, die ja jedes kleinste Detail um sich herum wahrnimmt - dabei jedoch trotzdem zuweilen die Augen vor der Gefahr verschließt in die sie sich begibt und sich von der sexuellen Abhängigkeit von M., in die sie immer mehr hineinrutscht, blenden lässt. 
Zwischendurch waren die Wendungen, die die Geschichte nimmt, für mich ein wenig zu durchschaubar, deshalb gibt es auch nur 4 Sterne statt 5. Auch dafür, dass die erotischen Szenen meistens nur kurz abgehandelt werden (was in manchen Fällen jedoch wohl besser so ist...) 
Trotzdem bleibt es ein durchwegs fesselndes, spannendes Buch, das ich in einem Rutsch verschlungen habe und durchaus weiterempfehlen kann - jedoch nur für Leute mit starken Nerven, was div. sexuelle Spielarten betrifft, denn hier wird kaum ein Tabu ausgelassen und das ist sicher nicht jedermanns Sache.