Dienstag, 29. September 2009

Marthe Blau: In seinen Händen

Erotischer Roman (BDSM)
Goldmann, 2006
1.5 Sterne


Élodie, dreißig Jahre alt, Anwältin in Paris, ist glücklich verheiratet - bis ein Mann in ihr Leben tritt, dessen dunkler Faszination sie sich nicht entziehen kann. Er lässt sie unerhörte Dinge tun und behandelt sie wie eine Sklavin, doch Élodie befolgt all seine Befehle, tut alles, nur um diesen Mann nicht zu verlieren ... (Quelle: amazon)

Nach einem einzigen Treffen ist die Protagonistin ihrem "Gebieter", der, nebenbei bemerkt, diese Bezeichnung absolut nicht verdient, bereits hörig? Dafür brauchts wohl doch ein bisschen mehr, denk ich. Das Buch hinterlässt einen üblen Nachgeschmack. Das Verhalten des "Gebieters" ist widerwärtig und völlig verantwortungslos, das von Elodie einfach grenzenlos dumm und nicht nachvollziehbar. Er gibt ihr nichts, rein gar nichts, ausser totaler Erniedrigung, und sie setzt dafür ihr (Familien)-Leben aufs Spiel und tut nichts, außer auf ihn warten. Dementsprechend langweilig ließt sich das Buch stellenweise, wenn man ihre ständig gleichen Betrachtungen über ihr sinnloses Warten liest. Genauso langweilig sind seine immer gleichen Ankündigungen/Drohungen, die er ihr macht.
Nicht nachvollziehbar und unglaubwürdig, dass sie ihn schon nach wenigen kurzen Begegnungen als ihren Gott/ihren Teufel bezeichnet.
Völlig unglaubwürdig, dass ihr Mann nichts davon mitkriegt, da ja alle Protagonisten mehr oder weniger im selben Kreis verkehren. Ebenso unglaubwürdig sämtliche Nebendarsteller, der Kreis in dem sich Elodie bewegt, besteht offenbar nur aus tollen, gutaussehenden Frauen und (erfolg)reichen Männern.
Ständig hab ich auf den Höhepunkt gewartet, der jedoch nicht kam, und dann war das Buch plötzlich aus. Unglaubwürdig auch das Ende - denn immerhin arbeiten die beiden Hauptpersonen im selben Fach (sind Anwälte) und haben gemäß der Geschichte einen (weitläufigen) gemeinsamen Bekanntenkreis.
Fazit: Die Geschichte ist durchgehend unglaubwürdig, stellenweise ziemlich langweilig, und wenn nicht langweilig, dann äußerst brutal (vor allem psychisch) und widerwärtig.

Montag, 28. September 2009

Elizabeth Gilbert: Eat, Pray, Love

biographischer Roman
Bloomsbury, 2007, 384 Seiten
gelesen auf englisch
5 Sterne



Inhalt (via amazon):
Essen. Beten. Lieben. Das braucht der Mensch zum Glücklichsein. Aber die einfachsten Dinge sind die schwersten, das weiß auch Elizabeth. Mit Anfang 30 hat sie ihren Mann verlassen und steht nun vor einem Scherbenhaufen. Nach tränenreichen Nächten beschließt die New Yorkerin, eine lange Reise anzutreten: In Italien lernt sie die Kunst des Genießens kennen, in einem indischen Ashram alle Regeln der Meditation und in Bali trifft sie auf Felipe und erfährt durch ihn die Balance zwischen innerem und äußerem Glück.


Ist schon eine Weile her, dass ich dieses Buch gelesen habe, aber weil ich gerade erfahren habe, dass es verfilmt wird (mit Julia Roberts in der Hauptrolle), muss ich doch mal eine Rezension schreiben, weil es wirklich ein wundervolles Buch ist. Ich habe es von einer guten Freundin geschenkt bekommen und habe es selbst inzwischen mehrfach weiterempfohlen. Im Gegensatz zu meinen sonstigen Lesegewohnheiten und zu anderen Lesern, habe ich dieses Buch nicht in kürzester Zeit ausgelesen, im Gegenteil, gegen Ende habe ich es nur mehr in kleinen Dosen genossen, weil ich nicht wollte, dass es aufhört.
Die Geschichte ist nachvollziehbar, ich habe mich einige Male selbst wiedergefunden, und wer wünscht sich nicht mal so eine "Auszeit"? Der Schreibstil von Elizabeth Gilbert ist amüsant und kurzweilig, das Buch ist humorvoll und doch tiefsinnig, unterhaltsam und inspirierend zugleich. Ein must-read!

Sonntag, 27. September 2009

Samara Fraser: Sklavin der Lust

Erotischer Roman
Ullstein, 2009, 240 Seiten
2 Sterne




Inhalt (via amazon):
Die Irin Maline und ihr Verlobter Viktor werden auf einer Schiffsreise von Wikingern angegriffen. Während Viktor über Bord geht, fällt Maline den Nordmännern in die Hände. Galdur, der allen Iren Rache geschworen hat, macht die Schöne mit den grünen Augen zu seiner Sklavin. Ein heftiger Kampf entbrennt – aber die Lust siegt und Maline lässt sich nur zu gerne von Galdur in die heißen Liebesspiele der Wikinger einweihen.

An und für sich eine nette Geschichte: ein kämpferischer Wikinger nimmt eine stolze junge Irin gefangen, und erobert ihr Herz als überraschend einfühlsamer Liebhaber. Die Story bietet Entführungen, Intrigen und blutige Kämpfe, den Hauptteil der Geschichte nehmen jedoch die zahlreichen erotischen Begegnungen (und nicht nur die der beiden Hauptpersonen!) ein, genau diese Szenen sind jedoch leider in einem allzu schwülstigen Stil geschrieben.
Wie bei einem Groschenroman ist die Handlung einfach gestrickt und das Buch ist schnell an einem Nachmittag ausgelesen.

Samstag, 26. September 2009

Laura Reese: Außer Atem

Erotik-Thriller
Goldmann, 2007
4 Sterne


Der neue erotische Thriller von der Autorin des Bestsellers "Brennende Fesseln". Carly Tyler ist eine Frau ohne Gedächtnis. Nach einem Überfall bleibt ihr die Erinnerung an ihr vergangenes Leben verschlossen. Doch als sie den Winzer James McGuane kennenlernt, spürt sie, dass er der Schlüssel zu ihrer verlorenen Vergangenheit ist. Sie lässt sich auf seinem Gut als Köchin anstellen, ohne zu ahnen, dass sich die gegenseitige Anziehung schon bald in Liebe verwandeln wird, in eine Leidenschaft, die mit allen Tabus bricht. (Quelle: amazon)

Da ist mir am Urlaubsort der Lesestoff ausgegangen, und in dem kleinen Laden der neben Sonneschirmen, Flip-Flops, Sonnenhüten und diversem anderem Kram, den der Urlauber "unbedingt" braucht, gabs auch deutsche Zeitungen und ein paar Bücher. Dieses war seltsamerweise eines davon - ich habe den Kauf nicht bereut, auch wenn es für ne Strandlektüre ein bisschen starker Tobak war. Die Geschichte ist spannend bis zum Schluß, auch wenn das Ende nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat. Auch die teilweise extremen Sex-Szenen nicht unbedingt, vor allem, weil nicht rüberkam, dass die beiden wirklich Spass dabei hatten. Von ihm (James) kann man es nicht erfahren, weil der Roman aus der Ich-Perspektive von ihr (Carly) erzählt ist, allerdings gibt diese Perspektive leider wenig Aufschluß über ihre Gefühle dabei. Es geht nicht klar hervor, ob sie sich tatsächlich aus Lust unterwirft oder nur, um endlich die Wahrheit über sich und ihre Vergangenheit zu erfahren.
Trotz dieser Abstriche hat mich das Buch in seinen Bann gezogen und ich konnte kaum aufhören zu lesen.

Freitag, 25. September 2009

Genusswandern La Gomera

Michael Reimer/Wolfgang Taschner: Genusswandern La Gomera:
30 Erlebnistouren durch wilde Barrancos, faszinierende Nebelwälder und entlang rauer Küstenstreifen
Verlag Bruckmann, 2008
2.5 Sterne

Das Buch ist optisch sehr schön und ansprechend aufbereitet, die Fotos sind toll und insgesamt dient es wirklich gut als Inspiration. Wir haben bei unserer Gomera-Reise im September 2009 einige Touren daraus gemacht, hatten jedoch so unsere Probleme damit.
Die Wegbeschreibungen sind zum Teil äußerst dürftig und wir waren froh, dass wir auch noch eine Wanderkarte dabei hatten.
Ebenso sind die Zeitangaben für die beschriebenen Touren nicht allzu verlässlich. War sie bei einer Tour exakt, so lag sie bei der nächsten um gut eine Stunde daneben (zB bei Tour 22 müssen Sie mehr Zeit einrechnen, der Weg ist zwar nicht allzu schwierig, führt aber wirklich "über Stock und Stein"). Selbstverständlich haben wir Pausen und Fotostops hinzugerechnet, allerdings muss man oft auch ein wenig Zeit dafür dazurechnen, überhaupt mal den "Einstieg" zu finden - so geschehen zB bei Tour Nr. 07, wo wir allerdings durch eine Straßenbaustelle irritiert wurden, oder bei Tour 22, wo uns letztendlich eine Inselkatze, die uns begleitet hatte, den richtige Weg gezeigt hat.
Angaben wie "einige hundert Meter", "5 Min. später" oder "an der roten Garage" (Tour 18) dürfen Sie nicht allzu ernst nehmen. Wie viel ist "einige"? Und die bezeichnete Garage ist ganz sicher nicht (mehr) rot!
Auch sollte bei einigen Touren nochmals extra auf das Wetter hingeweisen werden - zB. bei Tour 25, dem Aufstieg auf den Tafelberg Fortalezza sollte man unbedingt den Himmel im Auge behalten, denn der Nebel kann hier ganz schnell aufziehen und plötzlich ist der Berg gänzlich darin eingehüllt - zu dem Zeitpunkt waren wir zum Glück schon wieder unten...
Fazit: Beim vorliegenden Buch wurde viel Wert auf tolles Bildmaterial gelegt - optisch ist das Buch wirklich ein Genuss! Allerdings täuschen die vielen schönen großformatigen Bilder über den dürftigen Inhalt, insbesondere die schwachen Wegbeschreibungen, hinweg.

Donnerstag, 24. September 2009

Janet Evanovich: Einmal ist keinmal

Kriminalroman
Serie: Stephanie Plum #1
Goldmann, 1997
3.5 Sterne


Stephanie Plum ist jung, selbstbewußt und voller hochfliegender Pläne. Und sie ist pleite. Als sie das Angebot erhält, für zenhtausend Dollar einen gewissen Joe Morelli ausfindig zu machen, sagt sie daher nicht nein. Morelli steht allerdings nicht nur unter Mordverdacht, er ist auch ein alter Bekannter aus Kindertagen, und eigentlich wollte Stephanie für immer die Finger von ihm lassen. Aber was sind gute Vorsätze gegen die Macht der Gefühle? (Quelle: amazon)

Den ersten Teil von Evanovichs Stephanie Plum-Reihe hab ich gebraucht als Urlaubslektüre erstanden, innerhalb kürzester Zeit ausgelesen und gleich am Urlaubsort gelassen. Aber nicht, weil es so schlecht war, sondern weil das Angebot im Bücherregal unseres Ferienhauses ein bisschen seltsam war, und ich was dortlassen wollte, für Leute die sich mal unbeschwert unterhalten wollen. Das Buch war flüssig zu lesen, unterhaltsam und einigermaßen spannend. Etwas seltsam angemutet hat die Beschreibung des jeweiligen Outfits von Stephanie Plum, der Protagonistin. Ein bisschen zu wenig geknistert hat es zwischen ihr und dem von ihr verfolgten Joe Morelli. Wobei verfolgt wohl nicht ganz den Punkt trifft, denn eigentlich hat er immer sie gefunden anstatt umgekehrt. Typisch für das tolpatschige Verhalten von Stephanie, das aber letztendlich doch zielführend ist.
Das Buch ist nun nicht gerade ein Riesenknüller, aber dennoch werde ich wohl die Fortsetzung (oder vielleicht sogar mehrere) lesen, wenn ich bei Gelegenheit mal drüber stolpern sollte.
Fazit: Locker-Leichte Lektüre mit ansatzweise schrägen Charakteren.