Biografie
Heyne, 2008
304 Seiten
Inhaltsangabe:
Sie war die weibliche Ikone der 68er-Bewegung, dazu Model, Muse, Groupie, Lebenshungrige. Das Bett teilte sie mit Mick Jagger und Keith Richards, kaum eine Droge hat sie ausgelassen -- sie stand für die neue, freizügige Weiblichkeit, die alles konnte und alles machte.
In High Times schildert Uschi Obermaier in authentischem Erzählton Episoden aus ihrem wilden Leben. Grundlage sind 50 Stunden Interview mit dem Journalisten und Drehbuchautor Olaf Kraemer aus dem Jahr 1992. Das Material lag dann fast 15 Jahre auf Eis, weil es sowohl ihr selbst als auch zahlreichen deutschen Verlagen zu drastisch erschien. Nun hat sie es doch publiziert, in ihrem ganz eigenen Sound, der perfekt zu dem rasanten Leben passt, das jahrzehntelang wie ein Roadmovie im Zeitraffer ablief.
(via
amazon)
Noch nie habe ich ein derart schlechtes Buch gelesen, ein Stern ist hierfür noch zu viel! Frau Obermaier war mir ein Begriff, und da ich der (irrigen) Meinung war, sie hätte ein interessantes Leben geführt, habe ich mir dieses Buch gekauft.
Zugegeben, sie war eine wunderschöne Frau, und wie uns die Medien glauben machen, ist sie dies auch heute noch. Aber: Schönheit ist dann wohl doch nicht alles.
Das kann ja wohl nicht alles gewesen sein, habe ich mir beim Lesen immer wieder gedacht, die müsste doch was zu erzählen haben, die vielen interessanten Leute (Männer), die sie kennengelernt hat, die aufregenden Reisen in einem Bus durch Asien und durch Amerika, das alles müsste doch genug faszinierenden Lesestoff abgeben. Von diesen Dingen erfährt man aber nichts, und ich habe den Eindruck bekommen, dass Frau Obermaier entweder die wirklich interessanten Dinge verschweigt, oder aber diese ignoriert, verdrängt, vergessen oder tatsächlich nicht mitgekriegt hat, um sich ihre unbeschwerte Oberflächlichkeit zu erhalten.
Was das Buch allerdings erzählt ist die traurige Geschichte von einer schönen, aber hohlen Person, die etwas erleben will, dann aber ihr ganzes Leben vor lauter Drogenräuschen nicht mitkriegt. Von einem armen dummen Mädchen, das ständig auf der Suche nach ihrem Papi ist, und es offensichtlich normal findet, wenn ihr zwielichtiger Liebhaber ihr eine nach der anderen scheuert. Von einer, die glaubt, wenn sie ein paarmal mit einem Star ins Bett geht, sei das schon eine Beziehung. Von einer überheblichen, selbstverliebten Frau, die anderen gegenüber jeglichen Respekt vermissen lässt und die der lebende Beweis dafür ist, dass Drogen blöd machen. Von einer, die alles hätte haben können, letztendlich aber bei einem Kerl im Drogen- und Zuhältermilieu gelandet ist. Und das war jetzt das tolle "wilde Leben"? Na, danke.
Stilistisch ist das Buch eine Katastrophe, ein "Runterrattern" von langweiligen Ereignissen, in einer primitiv-dümmlich-derben Sprache geschrieben, die aber anscheinend der O-Ton der Obermaier ist. Also von einer sogenannten "Ikone" und ihren Memoiren hätte ich mir wirklich mehr erwartet.
Einziger Pluspunkt sind die wirklich netten Fotos.